Bundesrat Stenographisches Protokoll 635. Sitzung / Seite 165

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Zuletzt möchte ich ganz kurz auf die Kritik der Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei an den Dachverbänden zurückkommen. Lassen Sie mich Ihnen folgendes sagen: Vor vielen Jahren war ich als junger Sportler und dann als junger Funktionär den Dachverbänden gegenüber auch immer sehr kritisch und habe ihre Existenzberechtigung angezweifelt. (Bundesrat Waldhäusl: Als Junger schon!) Ich muß Ihnen aber sagen, daß ich nach 30 Jahren Funktionärstätigkeit sehr wohl die vielen positiven Aspekte dieser Dachverbände schätze. (Bundesrat Waldhäusl: Das ist so, weil Sie dann in die Politik gegangen sind!) Ich bin in Vereinen tätig, die der UNION beziehungsweise dem ASVÖ angehören. Die Praxis ist sicherlich eine andere, als Sie sie hier darzustellen versuchen. Draußen an der Basis, vor Ort, in den Kleinstädten ist es nicht so, daß  von mir aus, wenn Sie so wollen  der Schwarze die UNION sucht und der Rote ... (Bundesrat Waldhäusl: Ich bin selbst Obmann! Ich weiß schon, wie es ist!)

Sehen Sie: Wir alle sind dort von einem Ziel beseelt, nämlich Sport zu betreiben beziehungsweise Sportfunktionär zu sein. Über Politik, Herr Kollege Waldhäusl, ist in den letzten 20 Jahren in meinem Verein nie geredet worden. (Bundesrat Waldhäusl: Sehr gut!  Bundesrat Mag. Gudenus: Das ist sehr richtig!) Denn in meinem Verein gibt es freiheitliche Funktionäre genauso wie SPÖ-Funktionäre und selbstverständlich auch ÖVP-Funktionäre. (Bundesrat Waldhäusl: Gratuliere! Spricht für Sie!)

Es gibt aber auch bei Ihnen schwarze Schafe, das muß ich Ihnen ebenfalls sagen: schwarze Schafe wie Ihren Leider-nicht-mehr-Bundesgeschäftsführer Schweitzer, der sich nicht entblödet hat, bei einer bestimmten Gelegenheit über Vereine zu schimpfen, anstatt in einen Verein hineinzugehen, als Funktionär tätig zu sein, seine Zeit zu opfern und auch materiell etwas beizutragen. So kann man es freilich auch machen.

Wir aber sind und ich persönlich bin der Meinung, daß wir unsere Vereine brauchen und daß unsere Vereine wichtig sind. Ich bin auch dafür dankbar, daß sich Tausende und Abertausende Funktionäre dafür hergeben, daß Sport bei uns nach wie vor die wichtigste Nebensache der Welt ist.  Ich bedanke mich. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der SPÖ.)

20.57

Vizepräsident Jürgen Weiss: Herr Staatssekretär Dr. Peter Wittmann hat sich zu Wort gemeldet. Ich erteile es ihm.

20.57

Staatssekretär im Bundeskanzleramt Dr. Peter Wittmann: Hohes Haus! Ich darf kurz auf die Ausführungen einiger Bundesräte eingehen und möchte bei Herrn Bundesrat Weilharter beginnen. Er hat der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß dem Sportstättenbau in der Steiermark nicht nur eine Zusage über Geld gegeben wird, sondern daß auch tatsächlich eine Zuteilung erfolgt.

Ich darf ihn beruhigen. Wir haben bisher 18 Millionen Schilling für die Schanze im Bereich der Ramsau und 10,4 Millionen für sonstige Infrastruktureinrichtungen zugeteilt. Das waren jene Zahlungen, auf die ich im Interview in der Ramsau Bezug genommen habe. Wir haben uns auch im Hinblick auf die etwaige Errichtung einer Flutlichtanlage bereit erklärt, dazu unseren Beitrag zu leisten, damit auch Abendveranstaltungen im nordischen Bereich ermöglicht werden. Wir alle wissen, daß dann die Einschaltzahlen besser sind. Meiner Ansicht nach sind also von seiten der Sportförderung jene Mittel in eine Großveranstaltung wie die nordische Ski-WM 1999 geflossen, die man von uns erwartet. Diese sind nicht nur versprochen, sondern auch ausbezahlt worden.

Ich möchte mich auch dagegen verwahren, daß man der Meinung Glauben schenkt, daß der Spitzensport bei uns ohne Förderung durch die öffentliche Hand auskommen könnte. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben nicht jene Betriebsstruktur, die es uns ermöglichen würde, Einzelsportler beziehungsweise Mannschaftssportarten derart zu fördern, daß sie international konkurrenzfähig werden könnten. Das ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Gerade im Spitzensportbereich der Leichtathletik wird es unmöglich sein, allein über Sponsoren die Karriere eines Spitzensportlers entsprechend auszurichten.

Selbstverständlich können wir als Zugabe zu den öffentlichen Förderungen sehr gut auch private Mittel aus Firmen beziehungsweise Privatsponsoring gebrauchen. Aber das machen die Fach


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