BundesratStenographisches Protokoll780. Sitzung / Seite 34

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schulabschluss; auch bei den Männern ist das so. Das heißt, eine abgeschlossene Be­rufsausbildung ist etwas ganz Wichtiges, schützt vor Armut und hilft auch, die Gleich­stellung voranzutreiben.

Es ist wichtig, dass wir bei den Frauen in Führungspositionen verstärkt ansetzen, dass wir das, was im Corporate Governance Kodex steht, schärfen, dass wir hier eventuell eine Berichtspflicht einführen. Das soll aber nicht heißen, wenn ich nicht berichte, ge­schieht von meiner Seite gar nichts für die Frauen, sondern hier sind auch verstärkt die Unternehmen, die börsennotierten Unternehmen in die Pflicht zu nehmen, sind aber auch betriebsinterne Einkommensberichte und die Transparenz, die ich erwähnt habe, einzufordern. Und ich würde gerne eine Datenbank auf meine Homepage stellen, ja eigentlich nicht eine, sondern die vielen, die es schon gibt, denn die Ausrede: Wo sind sie denn, die Frauen, die für Führungspositionen geeignet wären? kann so nicht gelten. Wir werden beweisen, dass es Tausende sind, die man dann abrufen kann. Sie sind da, man muss nur die Gelegenheit ergreifen und diesen Frauen auch die Möglichkeit und die Chance geben.

Das war ein ganz kleiner Ausschnitt aus diesen Maßnahmen. Und, wie bereits gesagt, alleine geht gar nichts – es geht nur gemeinsam. Ich hoffe doch, dass wir alle erken­nen, dass es ökonomisch sinnvoll ist, dass wir Frauenthemen vor allem in Beruf und Arbeitswelt vorantreiben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

 


Präsident Erwin Preiner: Wird eine Zusatzfrage gewünscht? – Bitte.

 


Bundesrätin MMag. Barbara Eibinger (ÖVP, Steiermark): Werden Sie sich für den Bereich Gender Medicine für mehr Forschungsgelder einsetzen?

 


Präsident Erwin Preiner: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst Gabriele Heinisch-Hosek: In enger Absprache mit dem Gesundheitsminister natürlich, denn Frauengesundheit ist mir ein sehr, sehr großes Anliegen. Ich habe erst gestern eine Studie präsentiert be­kommen, wie sich bei null- bis sechsjährigen Kindern zum Beispiel Zahnhygiene aus­wirkt. Das ist jetzt nicht ein Mädchen-Buben-Thema, sondern das gilt für beide Ge­schlechter, und Zahnhygiene wird umso weniger betrieben, je niedriger beispielsweise der soziale Status einer Familie ist.

Wir müssen also hier ansetzen mit einer entsprechenden Bewusstseinsbildung, auch in der Schule, oder wir beginnen schon mit schwangeren Frauen diesbezüglich zu arbei­ten. Das sind alles Themen, die ich in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsminister angehen möchte und muss. Gender Medicine war mir, als ich noch Frauensprecherin war, schon ein Anliegen, weil wir wissen, dass sich Medikamente auf Männer und Frauen unterschiedlich auswirken und dass es gut und wichtig wäre, wenn wir im Arzneimittelgesetz eventuell eine Änderung herbeiführen könnten in der Form, dass Beipacktexte Informationen über Auswirkungen auf Männer und Frauen ausweisen müssen.

Die Zeiten, in denen für Studien nur Männer zugelassen waren, sind vorbei. Medizini­sche Studien oder Studien für Medikamente sind ja mittlerweile längst für beide Ge­schlechter zugelassen. Also auch hier müssen wir mehr Bewusstsein schaffen, auch dahin gehend, dass sich der Herzinfarkt bei Frauen und Männern in der Symptomatik sehr unterschiedlich auswirkt und das noch immer nicht entsprechend beachtet wird. Das heißt, da ist viel Aufklärungsarbeit nötig.

Gender Medicine als Lehrstuhl an den Universitäten wäre wichtig. Implementiert in die Lehre ist es bereits, aber ein eigener Lehrstuhl wäre das Tüpfelchen auf dem „i“, und daran werde ich natürlich auch in den nächsten Jahren arbeiten, weil mir das ein per­sönliches Anliegen ist.

 


Präsident Erwin Preiner: Weitere Zusatzfrage? – Bitte, Frau Bundesrätin Mosbacher.

 


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