BundesratStenographisches Protokoll782. Sitzung / Seite 20

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als Mädchen in unterschiedlichen nicht-traditionellen Bereichen tätig sind, vor den Vor­hang zu bitten. Ich denke, dass es für die Mädchen und für die jungen Frauen ein wesentlicher Aspekt ist, dass ihnen mit Initiativen wie „Mädchen und Frauen in die Technik“, die vom AMS seit vielen Jahren gefördert wird, und mit anderen Initiativen diese Berufe schmackhaft gemacht werden, dass ihnen vor Augen geführt wird, dass auch nichttraditionelle Berufe sehr weiblich und sehr attraktiv auch für Frauen sein können. Es muss aber auch bei den Betrieben das Bewusstsein dafür geschaffen wer­den, dass es auch für sie ganz interessant ist, Mädchen und Burschen auszubilden, weil viele Betriebe auch von positiven Entwicklungen berichten können, wenn in den Teams Mädchen und Burschen, Männer und Frauen gemeinsam arbeiten. Das bringt sofort eine andere Kultur der Zusammenarbeit, einen anderen Teamgedanken.

Da müssen wir auf anderen Ebenen sehr stark ansetzen. Was möglich ist im Bereich der Lehrlingsförderung, der attraktiven Angebote für die Unternehmen, ist ein Bonus für Unternehmen, aber das ist halt nur ein kleiner, kleiner Teil des Ganzen.

 


Präsident Peter Mitterer: Weitere Zusatzfrage? – Bitte, Herr Bundesrat Ertl.

 


Bundesrat Johann Ertl (FPÖ, Niederösterreich): Sehr geehrte Frau Minister! Durch die überbetrieblichen Lehrwerkstätten, in die sehr viel Geld gepumpt wird, haben Lehr­linge zwar eine Ausbildung, aber die Ausbildung in diesen Lehrwerkstätten wird anscheinend von vielen Betrieben nicht anerkannt. Es bleiben somit sehr viele aus­gebildete Lehrlinge nach ihrer Ausbildung ohne Job.

Wie hoch ist, gemessen an einem ordentlichen Lehrvertrag bei einem Unternehmer, die Vermittlungsquote von Jugendlichen, die eine Ausbildung in einer überbetrieblichen Lehrwerkstätte absolviert haben?

 


Präsident Peter Mitterer: Bitte, Frau Staatssekretärin.

 


Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend Christine Marek: Das kann ich Ihnen nicht sagen. Diese Frage ist an den zuständigen Arbeitsminister zu stellen, der für das AMS zuständig ist und damit auch für die Lehr­werkstätten beziehungsweise die überbetrieblichen Ausbildungsmöglichkeiten.

Was mir aber ganz wichtig ist: Wir haben im Berufsausbildungsgesetz 2008, das ich gerade angesprochen habe, dem Fokus auch ganz stark auf die Förderung von Aus­bildungsverbünden gerichtet, darauf, dass in Kooperation mit den Unternehmen, in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, in Lehrwerkstätten junge Menschen eine Berufsausbildung in einem Lehrberuf erhalten. Die Qualitätskontrolle – das weiß ich vom zuständigen Arbeitsminister – ist hier ganz, ganz wichtig. Es geht immer wieder um entsprechende Qualitätsverbesserungen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, denn es bringt ja nichts, wenn man vorprogrammierte Arbeitslose ausbildet.

Genau das ist es, was ich von vielen Unternehmen höre, nämlich dass die Qualität nicht schlecht ist, dass es hier wirklich sehr, sehr starke Weiterentwicklungen in die richtige Richtung gibt. Dass natürlich eine betriebliche Ausbildung direkt im Betrieb immer eine andere ist als eine in einer überbetrieblichen Lehrwerkstätte, ist klar, aber hier haben wir uns im Rahmen der Ausbildungsgarantie dazu bekannt – und ich glaube, dass das auch ganz wichtig ist –, Jugendlichen, jungen Menschen eine Aus­bildungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr zu geben, mit dem klaren Ziel, dass auch die Durchlässigkeit bei der Ausbildung gegeben ist. Das heißt, wenn junge Menschen in eine überbetriebliche Einrichtung kommen und dort einen Lehrberuf erlernen, soll es während dieser Lehrzeit auch möglich sein, in eine betriebliche Ausbildung zu wechseln und dann genau diesen Praxiszugang zu haben.

Ganz wichtig ist aber auch, dass diese Ausbildungsverbünde – ich habe es erwähnt – entsprechend forciert werden. Hier hat sich in den letzten zwei Jahren wirklich sehr,


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