BundesratStenographisches Protokoll788. Sitzung / Seite 94

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Und wissen Sie, was noch interessanter ist in diesem Bericht? Das mag Zufall sein, aber ich glaube bei Berichten nicht an Zufälle, weil man sich einen Bericht strategisch und auch strukturell gut überlegt. Vor diesen Mitteilungen der Kommission zur früh­kind­lichen Bildung findet sich ein Gedankengang, der noch bei den legislativen Vor­haben angeführt wird, nämlich der Vorschlag der Kommission für eine Empfehlung des Rates zum informellen und nicht formalen Lernen. Und da steht genau das drinnen, was Sie sagen, nämlich: Das, was im Freundeskreis, in der Familie und so weiter geschieht, gehört viel stärker gefördert, statt alles immer nur auf Institutionen abzu­schieben mit ganz konkreten Zertifizierungen. Das in diesem Zusammenhang zu lesen, sogar noch auf derselben Seite, ist schon spannend und relativiert schon auch ein Stück weit – das müssen Sie wahrscheinlich zugeben – Ihren Vorbehalt gegen diesen Bericht.

Warum das da drinnen steht, glaube ich auch zu erkennen. Das ist heute auch schon ein paar Mal angesprochen worden. Wenn es um das lebenslange Lernen geht, um das lebenslange Bilden, wie ich lieber sage, dann muss es gerade uns Europäerinnen und Europäern in dieser Gemeinschaft ein Anliegen sein, einmal auch pädagogisch anzuerkennen, dass dieses lebenslange Lernen mit dem Beginn des Lebens anfängt und niemals aufhört. Und da muss uns dieses frühkindliche Bilden ein wichtiges Anliegen sein, und deshalb unterstreiche ich auch, wenn Sie sagen: Die Pädagoginnen und Pädagogen gehören wirklich gut ausgebildet. Akademisch ausgebildet zu sein, weil Sie das auch angesprochen haben, heißt ja nicht, dass man sagt: Ha! Ich bin ein Akademiker, und ein Akademiker bin ich, weil ich so wichtig bin, ich gehöre zur Quote. – Nein! Das bedeutet, dass es eine Ausbildung gibt, die auf einem hohen Niveau, und davon gehe ich jetzt hier in Österreich einmal aus, der Reflexion und des kritischen Überdenkens dessen steht, was man eigentlich tut.

Ich habe ein bisschen den Vorbehalt gegenüber Österreich, dass man hier immer noch ein wenig davon ausgeht, dass wir, je jünger Menschen sind, umso weniger dieses Niveau von mit ihnen in Kontakt kommenden Pädagoginnen und Pädagogen verlan­gen. Kindergärtnerinnen und Kindergärtner und Pädagoginnen auch im Vorschul­bereich gehören sehr wohl im tertiären Bereich, das heißt auf Hochschulebene aus-, fort- und weitergebildet. Genau aus diesem Grund! Ich glaube, dass sich da unsere Anschauungen im Grunde decken. Es geht mir auch nicht um eine Quote, überhaupt nicht! Was haben wir von einer Quote? Es geht jedoch darum, dass wir höher qualifizieren, und ich glaube, dass eine Ausbildung im tertiären Bereich, die bereits im Sekundarbereich schön Schritt für Schritt beginnt, schon eine ist, die von der Qualität her – so hoffe ich – wohl auch eine andere ist.

Und der zweite Punkt, den ich ursprünglich eigentlich gar nicht erwähnen wollte, zu dem ich aber auch Kollegen Boden etwas sagen will: Ich verstehe Sie! Immer wieder gibt es die Sorge, und das denke ich mir auch, was die Bahnen betrifft. Was mir allerdings auch sehr am Herzen liegt, weil ich mich da wirklich als einer sehe, der in einer Länderkammer ist: Es ist mir zum Schluss bei Ihnen zu sehr rübergekommen – aber vielleicht habe ich das ja auch falsch verstanden –, dass alles, was in Länder­kompetenz kommt – Sie haben die Nebenbahnen erwähnt – dann von vornherein etwas ist, das abgeschafft wird. Das sage ich sicherlich nicht nur in diese Richtung (in Richtung SPÖ weisend), sondern ich sage es auch, weil es für unsere Zukunft im Bundesrat ganz wichtig ist.

Wir sollten gerade in den nächsten Wochen und Monaten, in denen es um alle mög­lichen Reformen auch hinsichtlich Bundes- und Landeskompetenzen gehen wird, auch in dieser Kammer berücksichtigen: Erstens, Augenmaß. Nicht alles kann der Bund besser, aber auch die Länder können nicht alles besser. Ich denke, es gibt ein wunder­bares Prinzip, das wir gerade auch von der EU lernen können und für das sich hier


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