essen wahrzunehmen. Sie sind auf diese Argumente überhaupt nicht eingegangen. Kollege Perhab hat das kurz angesprochen, mit diesen angeblich nur 35 Fahrgästen, die direkt fahren.
Ich habe bereits gesagt, dass in diesen Zahlen – und ich habe diese Erhebungsmethode von einem Eisenbahngewerkschafter mitgeteilt bekommen – nur die Schalterkarten berücksichtigt wurden und alle anderen nicht. Sie sind mit keinem Wort darauf eingegangen, dass Sie offensichtlich diese von den ÖBB vorgelegten Zahlen kritiklos hinnehmen und meinem Wunsch nicht entsprechen werden, die ÖBB aufzufordern, endlich fundierte, seriös recherchierte Zahlen als Basis für die angebliche Unwirtschaftlichkeit der Züge vorzulegen.
Von der Wirtschaftlichkeit der ÖBB generell, Herr Kollege Stadler, habe ich eigentlich überhaupt nicht gesprochen. (Bundesrat Stadler: Heute nicht!) Ich wage jetzt nur – weil Sie mich darauf gebracht haben – zu behaupten: Wenn wir vielleicht weniger Geld in Spekulationen und in ungarische Bahnen verspekuliert hätten, dann hätten wir Geld für die lokalen Züge. (Beifall bei der FPÖ. – Bundesrat Stadler: Genau Sie sagen das! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und FPÖ. – Bundesrat Stadler: Wann ist das passiert, Herr Kollege?) – Ja, die Schulden haben wir heute noch. (Bundesrat Stadler: Denken Sie zurück! – Bundesrätin Mühlwerth: 600 Millionen haben Sie ...!) Deswegen würde ich ... (Bundesrat Gruber: Wisst ihr, wer damals Verkehrsminister war?) – Jetzt kommt die alte Leier wieder! (Bundesrat Stadler: Keine alte Leier! Das sind Tatsachen!) – Ja, ja. (Bundesrat Stadler: Mit dem müsst ihr leben!)
Würde man seitens der ÖBB die Züge auf der Westbahn so beurteilen (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ – Vizepräsident Todt gibt das Glockenzeichen) – eine Ruhe da! –, dass man nur jene Fahrgäste, die von Wien nach Salzburg oder Bregenz fahren, zählt, dann müsste man auf der Westbahn wahrscheinlich etliche Züge einstellen. (Bundesrat Stadler: Dann sind Sie aber schon lange nicht mehr gefahren mit dem Zug! Da müssen Sie einmal mit dem Zug fahren!)
Wenn Sie sagen, es gibt ohnehin genügend Regionalverbindungen, so muss ich Ihnen schon sagen: Es geht ja um die Attraktivität der Verbindungen. (Bundesrat Stadler: Du hast ja keine Ahnung!) Wenn ich in fünf oder sechs Stunden oder noch länger mit dreimal Umsteigen nach Salzburg komme, so wird das niemand annehmen. Genau das war auch die Methode, wie man seinerzeit schon die Graz-Linz-Verbindungen eingestellt hat, nämlich mit dem Argument, sie werden nicht angenommen – no na net! Wenn man mit einer ewigen Fahrzeit, mit unattraktiven, alten Zügen, wie das dort der Fall war, fährt, dann ist klar, dass das nicht angenommen wird. (Bundesrat Stadler: Dann bist du aber schon 30 Jahre nicht mehr mit dem Zug gefahren!)
Man sollte sich endlich einmal überlegen: Wie kann man etwas machen?, und nicht nur: Wie kann man es begründen, wenn man etwas nicht machen will?! (Beifall bei der FPÖ. – Bundesrat Stadler: Du fährst wahrscheinlich mit der Pferdekutsche herum!)
12.34
Vizepräsident Reinhard Todt: Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor.
Wünscht noch jemand das Wort? (Bundesrat Gruber: Ihr habt vier Verkehrsminister gehabt, und bei jedem ist es schlechter geworden! – Bundesrat Krusche: Die ÖBB war immer rot! – Weitere Zwischenrufe.)
Ich frage noch einmal: Wünscht noch jemand das Wort? – Das ist nicht der Fall.
Die Debatte ist geschlossen.
Die Abstimmung über die gegenständlichen Berichte erfolgt getrennt.
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