Fakt ist, dass Frauen nach wie vor schlechtere Karten auf dem Arbeitsmarkt haben.
Fakt ist – und das habe ich schon erwähnt –, dass über 40 Prozent der erwerbstätigen Frauen Teilzeit arbeiten.
Fakt ist auch, dass Frauen noch immer zum Großteil unbezahlte Arbeit verrichten.
Fakt ist auch, dass Frauen einem größeren Armutsrisiko ausgesetzt sind.
Und Fakt ist leider auch, dass sich Frauen noch immer für typische Frauenberufe entscheiden, die schlecht bezahlt sind und in denen es keine Aufstiegsmöglichkeiten gibt.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Diskriminierung von Frauen in Einkommensfragen ist für mich eigentlich unmenschlich. Sie ist beschämend für das 21. Jahrhundert und für die Frauen eine Diskriminierung und eine Demütigung. Es wurde schon viel getan – da möchte ich mich noch einmal bei der Frau Bundesministerin recht herzlich bedanken –, um diesen Einkommensunterschied zu minimieren.
Ich möchte Beispiele aufzählen: Einkommensbericht; bei Stelleninseraten müssen Löhne angegeben werden; der Gehaltsrechner, der am 3. Oktober 2011 online gegangen ist, mit dessen Hilfe Frauen herausfinden können, wie viel sie wirklich verdienen können, wie viel sie verlangen können.
Ich möchte da auch das einkommensabhängige Kindergeld und die zusätzlichen 50 Millionen €, die für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen bis 2014 für die Bundesländer reserviert sind, erwähnen. Ich möchte auch den Papa-Monat betonen – ich habe ihn heute schon einmal erwähnt –, der vor allem im öffentlichen Dienst gesetzlich verankert ist. Ich wünsche mir eigentlich, dass das auch für die Privatwirtschaft gelten sollte.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir uns das europäische Ranking anschauen, müssen wir erkennen, wir liegen hinsichtlich der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern im untersten Drittel. Da müssen noch weitere Schritte vollzogen werden.
Was können wir eigentlich tun, um diese Gleichstellung zwischen Männern und Frauen zu erreichen? – Ich glaube, wir müssen gesellschaftliche Maßnahmen setzen: Ausbau der Kinderbetreuung, vor allem bei den unter Dreijährigen. Wir haben jetzt Gott sei Dank die Neue Mittelschule. Der Ausbau der Ganztagsschulen wäre für die Eltern, aber vor allem für die Frauen sicherlich ein Vorteil und eine Erleichterung. Ich meine aber auch, dass wir Frauen motivieren müssen, dass sie sich nicht nur für typische Frauenberufe entscheiden, sondern dass sie auch typische Männerberufe wählen, zum Beispiel Berufe in der Technik. Ich glaube auch, dass wir eine Berufsorientierung in allen Bereichen brauchen und dass wir Bewusstseinsbildung betreiben müssen.
Man muss auch Rollenbilder verändern. Man soll den Frauen Mut machen, Karrierechancen zu ergreifen und auch einzufordern. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sind und dass mehr Frauen Mandate bekommen. Es sollte auch ein frauenförderndes Budget geben, man würde es für Maßnahmen für Wiedereinsteigerinnen benötigen, für präventive Maßnahmen für die Sicherheit der Frauen und auch für die Berufsorientierung. Weitere Punkte sind: mehr Väter in Karenz und Papa-Monat für die Privatwirtschaft.
Ich möchte mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diesen Bericht recht herzlich bedanken. Unsere Fraktion wird diesen Bericht selbstverständlich zur Kenntnis nehmen.
(Bundesrätin Blatnik setzt ihre Ausführungen in slowenischer Sprache fort.) – Danke. Hvala lepa. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Bundesräten der ÖVP.)
13.56
Präsidentin Mag. Susanne Neuwirth: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Mayer. – Bitte.
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