BundesratStenographisches Protokoll801. Sitzung / Seite 102

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Eine Familie möchte umstellen von der Gaswirtschaft, also von einer Gastherme, einer Zentralheizung, auf einen Pelletofen. Niederösterreich hat da eine Förderung vorgese­hen, genauso hat der Bund eine Förderung vorgesehen. Der Umsteller setzt sich mit dem Land Niederösterreich in Verbindung und gibt bekannt: Ich habe jetzt diesen Pel­letofen, ich möchte um die Förderung einreichen. (Bundesrätin Zwazl: Man muss vor­her einreichen und nicht nachher!) – Das ist beim Bund, das ist beim Bund. (Neuerli­cher Zwischenruf der Bundesrätin Zwazl.) – Nein, nein, so ist es nicht! (Bundesrätin Zwazl: Ja, ja, ja!)

Daraufhin fragt das Land Niederösterreich: Womit haben Sie bis jetzt geheizt? Haben Sie eine Heizung? – Da musste der Förderungswerber natürlich sagen: Ich habe eine Gaszentraletagenheizung, aber ich möchte auf erneuerbare Energie, auf einen Pellet­ofen umstellen.

Daraufhin kommt die Antwort vom Land: Sie haben ja eine Heizung, da bekommen Sie keine Förderung. – Das ist eine Farce, diese Förderung! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)

Frau Kollegin Zwazl! (Bundesrätin Zwazl: Also geben Sie mir den Namen! Ich glaube das nicht!) Dann hat natürlich das Land Niederösterreich sofort auf die Bundesförde­rung verwiesen und hat gesagt: Versuchen Sie es beim Bund!, und hat sogar die Tele­fonnummer dazugegeben.

Dort wurde angerufen, und gemeldet hat sich die Kommunalkredit. (Zwischenruf des Bundesrates Perhab.) Zuerst war man ein bisschen verdutzt, warum sich die Kommu­nalkredit meldet, aber wir haben dieselbe Geschichte noch einmal erzählt. Und die Kommunalkredit hat dann gesagt: Es tut mir leid, da bekommen Sie keine Förderung, Sie hätten nämlich vorher einreichen müssen. (Bundesrätin Zwazl: Ja! – Bundesrätin Junker: ... vorher einreichen!)

Ich sehe daher, diese Förderungen werden offensichtlich, was das Land Niederöster­reich anlangt, falsch an die Unternehmen weitergegeben, denn die Unternehmen ge­ben diese Tipps betreffend die Förderungen. (Bundesrätin Zwazl: Nein, nein, nein! ... die Unternehmen!) Und die Unternehmen glauben, dass man Förderungen für ihre Pro­dukte bekommt, wenn man sie kauft; tatsächlich sieht es ganz anders aus.

Ich finde, es ist eine Farce, dass man den Konsumenten derartig falsch informiert und dann einfach die Förderungen nicht zuerkennt. (Bundesrat Kainz: Die Hotline des Lan­des anrufen, ganz einfach!) Dieser Förderungsdschungel gehört geändert. (Bundesrat Kainz: Es gibt umfassende Informationskanäle des Landes!) – Kollege! Das ist unge­fähr so: Wenn du heute für dein Batterie-Fahrrad eine Förderung haben willst, wird dir vorgeschrieben, du musst dein Auto verkaufen. (Bundesrätin Zwazl: Na geh, geh!) So geht es dem Förderungswerber mit der Zentralheizung: Er müsste seine Zentralhei­zung herausreißen und dann kann er die Förderung bekommen. (Bundesrätin Zwazl: Die Förderung für die Räder gibt es nicht mehr, die ist ausgelaufen! – Weitere Zwi­schenrufe bei der ÖVP.)

Ich darf noch auf die Energie-Hauptstadt von Europa hinweisen: Diese Energie-Haupt­stadt im Burgenland, Güssing, hat Mittel und Wege gefunden und ist mittlerweile, wie schon gesagt, die Energie-Hauptstadt von Europa.

Allein mit den Kosten für die Nabucco-Pipeline würde Gesamtösterreich auf erneuerba­re Energie umgestellt werden können, und es könnten damit Hunderttausende Arbeits­plätze geschaffen werden. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Bundesrätin Kersch­baum.)

15.13


Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Zu Wort gelangt nun Herr Bundesminister Dr. Mit­terlehner. – Bitte, Herr Minister.

 


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