BundesratStenographisches Protokoll806. Sitzung / Seite 35

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sind Menschen, die sich tatsächlich auskennen, die wissen, wovon sie reden. Das sind nicht Träumer, sondern Menschen, die im tagtäglichen Umgang mit der Bevölkerung, mit dem Steuerzahler stehen und ihre Interessen vertreten. Das sind Interessenver­treter, und wir sind der verlängerte Arm und haben nichts anderes zu tun, als diese In­teressen der steuerzahlenden Bevölkerung zu vertreten und durchzusetzen.

Ich beginne mit der Arbeiterkammer Vorarlberg. Unser Arbeiterkammerpräsident Hu­bert Hämmerle hat in seiner Ansprache zum Beispiel ganz klar den aktuellen Stillstand in der Bundespolitik bemängelt, die Allmacht der Finanzmärkte und auch den schlei­chenden Demokratieverlust angesprochen. Er hat weiters darauf hingewiesen, dass Schröpfaktionen bei der steuerzahlenden Bevölkerung unfair, unsozial und einfallslos sind. Hämmerle hat das gesagt, nicht ich!

AK-Direktor Rainer Keckeis hat sogar gemeint, dass, obwohl die Erwartungshaltung eh schon nicht besonders groß war, der Regierung mit der Vorlage dieses Planes schon fast ein gelungener Akt geglückt sei. Und hier möchte ich ihn tatsächlich wörtlich zi­tieren, und er wusste damals nicht, dass mein Kollege Marco Schreuder heute fast das Gleiche sagen wird – die beiden trennen ja Welten. Also unser Direktor Rainer Keckeis hat wortwörtlich gemeint:

„Immerhin jammern alle betroffenen Gruppen mit angezogener Handbremse, weil letzt­lich die anstehenden Belastungen und Kürzungen nicht wirklich existenzgefährdend sind. Neben vielen kleinen Verlierern gibt es nur eine große Gruppe der Gewinner: das sind jene Personen, die über große Vermögen verfügen. Sie dürfen weiterhin ihre Stif­tungsprivilegien genießen und ihre Vermögen steuerfrei weitergeben, während alle an­deren, die ihr Geld mit Arbeit verdienen, kräftig zur Kasse gebeten werden. Das ist be­dauerlich und ungerecht, aber Ausdruck der herrschenden politischen Situation.

Aus Arbeitnehmersicht völlig unverständlich ist die Tatsache, dass zwar der Einstieg in die Pension schwerer und vor allem auch teurer wird, gleichzeitig aber keine Maßnah­me beschlossen wurde, die ein längeres Arbeiten überhaupt möglich macht.“ – Zitat­ende.

Ähnlich oder fast gleich gelagert sind auch die Aussagen von AK-Präsidenten Zangerl in Tirol sowie auch seiner Kollegen der anderen drei in der AK Tirol vertretenen Frak­tionen, die von No-Gos, von vertanenen Gelegenheiten und von Kürzungen reden. Al­so gehen natürlich die AK-Präsidenten davon aus, dass deren Vorstandsmitglieder, Kammerräte und wie sie denn alle heißen dieses äußerst mangelhafte Sparpaket ab­lehnen. Und solche Vertreter haben wir hier in unseren Reihen ja genug.

Das war jetzt einmal die Sicht der Arbeiterkammer – nicht meine, sondern die offizielle Arbeiterkammer-Meinung! (Staatssekretär Mag. Schieder: Tirol und Vorarlberg! Lan­desarbeitskammern!) Die anderen habe ich mir jetzt erspart. Es gibt ja auch noch  (Bundesrat Mayer: Dein Problem ist, du verstehst die Zusammenhänge nicht!) – Kol­lege Mayer, dein AK-Präsident Hubert Hämmerle hat ganz klar erwartet, dass du hier in diesem Gremium nicht zustimmst! (Bundesrat Mayer: Wir haben Strukturreformen gemacht!)

Wie auch immer, wir haben auch die Sicht der Wirtschaft zu beleuchten. Da gibt es ja die Wirtschaftsbünde, es gibt die Industriellenvereinigung, es gibt die Wirtschaftskam­mer. Von dieser Seite heißt es, dass diese Pläne nicht alternativlos sind, wie die Regie­rung das bezeichnet hat, sondern einfallslos sind. Die Regierung rechnet fix mit Ein­nahmen aus der Transaktionssteuer und den Goodwill-Zahlungen aus der Schweiz. Sie rechnet also mit Geld, das noch gar nicht da ist. Wenn das ein Unternehmen oder ein Privathaushalt tun würde, der würde um Kopf und Kragen kommen. (Beifall bei FPÖ und Grünen.)

Zum Beispiel Veit Sorger von der Industriellenvereinigung – er ist sicher allen ein Be­griff – sagt ganz klar: Neue Steuern vernichten Arbeitsplätze und Wachstum. Sie ge-


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