Liebe Kolleginnen und Kollegen! Klar ist – und insofern überschneiden sich natürlich unsere politischen Debatten am heutigen Tag –, dass wir schon in der Aktuellen Stunde mit dem Außenminister zu Wachstum, Beschäftigung und Europa einige Schwerpunkte skizziert haben. Klar ist auch – das darf ich wohl für alle im Bundesrat sagen –, dass es schockierend ist, festzustellen, dass es einzelne Mitgliedstaaten gibt, die eine sehr, sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit haben.
Insofern freuen wir uns in Österreich darüber, dass es gelungen ist, mit sehr vielen Präventivmaßnahmen, und zwar rechtzeitigen Präventivmaßnahmen, die Jugendarbeitslosigkeit im europäischen Vergleich auf einem sehr, sehr niedrigen Niveau zu halten. Mit 8,2 Prozentpunkten darf man zwar die Hände nicht in den Schoß legen, aber wir haben zumindest einmal eine Ausgangssituation, die ein beruhigtes Arbeiten am Thema ermöglicht.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, in diesem Zusammenhang sind einschlägige Schwerpunktprogramme, die auch national gesetzt werden, eine sehr wichtige Angelegenheit. Daher freue ich mich darüber, dass es von beiden Ministern ausgeht, denn insofern sehe ich diese natürlich schon als politische kommunizierende Gefäße. Wir haben das letzte Mal die EU-Vorschau unseres Sozialministers zu den Jugendbeschäftigungsmaßnahmen, Lehrlingsausbildungsfragen und so weiter diskutiert. Wenn ich meine, dass das politische kommunizierende Gefäße sind, dann betrachte ich das natürlich als gemeinsame Aktivität. Das hat nicht nur den Vorteil, dass zwei Minister in der Regierung gut miteinander arbeiten können, sondern wenn sie aus dem weiten Bereich der Sozialpartnerschaft kommen, dann hat das auch den Vorteil, dass man weiß, was man in diesem Gebiet zu tun hat und wo die einschlägigen Probleme und Schwerpunktsetzungen zu liegen haben.
Daher freut es uns, dass da viel an Gemeinsamem nach Europa getragen, aber auch national gemeinsam umgesetzt wird, ob das jetzt Fragen der Ergänzungsmaßnahmen zur betrieblichen Lehrlingsausbildung, die Produktionsschulen, überbetriebliche Lehrwerkstätten, Qualifizierungsbeihilfen oder Ähnliches sind, als ergänzende Maßnahmen zur betrieblichen Lehrlingsausbildung, aber natürlich auch, wenn man – Exportschlager hin oder her – ein erfolgreiches Modell der dualen Lehrlingsausbildung gemeinsam, mit einer Sprache, aus Österreich nach Europa trägt.
Denn, liebe Kolleginnen und Kollegen – wir haben das schon einmal diskutiert –, wenn wir uns den Vergleich anschauen: Nur der Vergleich macht uns in diesem Zusammenhang sicher. Sehr viele, ja die meisten europäischen Mitgliedstaaten kennen das System nicht, und die meisten europäischen Mitgliedstaaten haben daher auch eine andere Ausgangssituation. Insofern möchte ich mich noch einmal recht herzlich dafür bedanken, dass in diesem Zusammenhang eine gemeinsame Sprache nach Europa getragen wird, Lehrlingsausbildung als Best-Practice-Beispiel in Europa auch von beiden Ministern unterstützt wird.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, erlauben Sie mir vielleicht doch noch zu dem Punkt abschließend einen Satz zu sagen: Hier eint die Bundesregierung meiner Meinung nach ein sehr, sehr wichtiges Anliegen, und es ist nicht sehr sportlich, wenn das andauernd mit zum Teil falschen Zahlen, mit zum Teil gar keinen Zahlen von der Opposition – meines Erachtens politisch nicht seriös – madig gemacht wird. 50 Prozent der aktiven Arbeitsmarktpolitik, liebe Kolleginnen und Kollegen, 600 Millionen € werden derzeit in die Frage der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit, in Jugendausbildungsmaßnahmen und Jugendbeschäftigungsmaßnahmen investiert. Das sind letztlich präventive Maßnahmen, um weiter den erfolgreichen Weg Österreichs zu gehen und Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Bundesrates Zangerl.)
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