Ich halte es für unangebracht, hier in der Länderkammer ein Bundesland gegen das andere auszuspielen und zu sagen, die bekommen das und wir bekommen das nicht, wie kleine Kinder in einer Sandkiste. Das ist der Länderkammer nicht würdig. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der SPÖ.)
Ich weise darauf hin, dass es eine lange Debatte gegeben hat über die Errichtung einer medizinischen Fakultät im Rahmen der Linzer Universität, dass das Land Oberösterreich enorme Mittel zur Selbstfinanzierung, zur Mitfinanzierung über weite Strecken in die Hand nimmt, um dieses Ziel zu erreichen, dass es dem Bund da entgegenkommt, freilich auch der Bund dem Land entgegenkommt – wie es eben in dieser Republik üblich ist, dass alle miteinander helfen, ein gewisses Ziel zu erreichen. Und das Hauptziel ist, den Medizinermangel im Bundesland Oberösterreich einzustellen und einzudämmen.
Das wird hoffentlich mit dieser Maßnahme gelingen, aber ich erzähle Ihnen etwas aus meiner eigenen Familie. Ich habe einen Bruder, der fünf Jahre jünger ist. Er hat in Graz studiert. In Enns wohne ich selber. – Ja, er ist in Graz geblieben. Er hat dort seine Frau kennengelernt, die Stadt Graz hat ihm gefallen, so wie es eben in Österreich viele schöne Städte gibt, besonders Universitätsstädte. Er hat jetzt eine Praxis in der Stadt Graz für Dermatologie, ist glücklich darüber, dass er dort sein kann, aber für Oberösterreich ist er verloren gegangen. – Und so, wie das in meiner Familie ist, gibt es viele, die am Studienort bleiben, wo sie ihre Ausbildung gemacht haben, wo sie Freunde, Bekannte, vielleicht auch ihre Partnerin fürs Leben kennenlernen. Dafür gibt es viele Anlässe.
Ich glaube, dass Linz auch eine Lücke ausfüllen kann. Linz wird eine Lücke füllen insofern, als dort bereits eine sehr stark ausgeprägte naturwissenschaftlich-technische Fakultät existiert, als man diese Fakultät mit Medizintechnik und ähnlichen Dingen verbinden kann und so insgesamt ein sehr harmonisches Gebilde an Ausbildung, sowohl im klinischen Bereich, als auch in der Forschung, Altersmedizin, Medizintechnik, Public Health, entsprechend entstehen kann.
Ich glaube, dass die Bemühungen eines Bundeslands legitim sind, eine ordentliche Ausbildungsstätte zu bekommen, vor allem dann, wenn alle zuständigen Stellen, Bund, Land und die Gemeinden, mit an einem Strang ziehen, wenn die Hochschulkonferenz dieses Projekt befürwortet hat. Und wir sollten uns, glaube ich, freuen, wenn es eine zusätzliche Chance für junge Menschen gibt, diese Studien zu machen und diese Richtungen zu studieren und nicht hier in der Länderkammer ein Land gegen das andere ausspielen!
Ich habe mit einem Zwischenruf bereits erwähnt, dass wir auch nicht fragen, was andere Bundesländer vom Bund bekommen, zum Beispiel, weil es genannt wurde, die Salzburger Festspiele. Ich freue mich darüber, ich besuche gerne die Salzburger Festspiele. Wir haben auch etwas von dieser Einrichtung, die befürworte ich, und ich halte es für positiv, dass Geld vom Bund auch in die Hand genommen wird, da das die Kulturlandschaft in Österreich enorm bereichert und eine Attraktion für uns alle in Österreich ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Ich verlange nicht mehr und nicht weniger, als dass diese Maßstäbe auch auf Oberösterreich oder auf jedes andere beliebige Bundesland in Österreich angewendet werden! Ich bedanke mich für das Entgegenkommen von Bundesminister Karlheinz Töchterle gegenüber dem Anliegen der oberösterreichischen Bevölkerung, eine medizinische Fakultät zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Bundesräten der SPÖ.)
21.55
Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Dönmez. – Bitte. (Ruf bei der SPÖ: Jetzt kommt Linz!)
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