BundesratStenographisches Protokoll831. Sitzung / Seite 106

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Ich möchte mich bedanken bei allen, die mitgemacht haben, die wir zum Mitmachen eingeladen haben. Es hat eine Zeit lang wirklich sehr, sehr gut ausgeschaut, zum Schluss waren es halt statt sechs nur mehr vier, aber ich bedanke mich wirklich bei allen, weil es etwas geworden ist, was es in diesem Haus meines Wissens noch nie gab.

Ich habe zu den Verhandlungen im Dezember des Vorjahres eingeladen mit einem Blatt Papier mit vier Punkten. So haben wir angefangen: Es waren da der Minister­ratsbeschluss und ein Blatt Papier mit vier Punkten. Ich habe eingeladen und gesagt: Bitte, machen wir einen Working Progress! Es sind alle gekommen, der Klubvor­sitzende Strache, das Team Stronach, und, und, und. Die Frau Glawischnig war, glaube ich, auch einmal da. Fast alle Klubvorsitzenden waren da. Dann haben wir begonnen, das zu verhandeln, und es ist erstmalig auch wirklich geglückt – bis zum Finale; irgendwann einmal muss man auch ein Finale definieren –, dass sich das Gesetz ziemlich dynamisch weiterentwickelt hat. Vieles dessen, was in der Debatte gebracht wurde, hat Eingang gefunden. Wir haben jetzt 27 Artikel, und dafür möchte ich wirklich Danke sagen.

Ich möchte um Sachlichkeit in der Diskussion bitten und ersuchen!

Herr Bundesrat! Die durchschnittliche Bezugsdauer eines Pensionisten in Österreich ist, wenn er ein Mann ist, derzeit 20,8 Jahre. Ist er eine Frau, dann sind wir bei 25 Jahren. (Rufe bei der ÖVP: Sie!) – Ist sie eine Frau. Entschuldigung! (Heiterkeit.) Ihr seht bereits, wie der Song Contest einen beeinflusst. – Ist sie eine Frau, dann sind wir bei 25 Jahren. Aber wenn wir alles vermischen, dann sind wir bei 22,9 Jahren. Ich gebe Ihnen die offizielle Pensionsstatistik. (Bundesrat Zelina begibt sich zur Regie­rungsbank und zeigt Bundesminister Hundstorfer mit den Worten: Das ist die offizielle Statistik!, ein Schriftstück.) – Nehmen Sie die da, das ist die von der Pensionsver­sicherung!

Es sei mir gestattet, jetzt etwas zu sagen, was ich unlängst in einem anderen Forum und was ich heute schon im Rechnungshofausschuss gesagt habe: Ja, wir werden älter. Aber glauben Sie mir, es ist toll, in einem Land zu leben, wo die Herausforderung besteht, für Menschen, die länger leben, die glücklicher leben, die gesünder länger leben, tätig zu sein. Das ist besser, als in einem Land tätig zu sein, wo die Lebens­erwartung sinkt. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)

Ich lebe lieber in einem Land, wo die Herausforderung besteht, dass wir für 20 bis 25 Jahre Pensionsfinanzierung bewerkstelligen müssen, wo die Herausforderung besteht, für Senioren auch die Frage der Pflege für einen längeren Zeitraum zu lösen. In so einem Land lebe ich lieber, wissend, dass das viele Herausforderungen bedeutet, wissend, dass man über viele Dinge diskutieren muss, das ist keine Frage, über das Pensionsantrittsalter und so weiter. Das ist alles nicht mein Thema.

Aber glauben Sie mir, es ist schöner, in so einem Land zu leben, als im Österreich des Jahres 1956, wo das ASVG begründet wurde und wo die durchschnittliche Restlebenserwartung des Mannes sieben Jahre war. Ich bin froh, dass diese Zeiten vorbei sind. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)

15.18


Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Weitere Wortmeldungen dazu liegen mir nicht vor.

Wünscht noch jemand das Wort? – Das ist nicht der Fall. Die Debatte ist geschlossen.

Wir gelangen zur Abstimmung.

 


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