tens des Bundes haben, was die Qualitätssicherung betrifft und wie viel Geld man sich sozusagen abholen kann. Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Daher ist meines Erachtens nach wie vor schon ausschlaggebend, in welchem Bundesland und unter welcher Postleitzahl die Familien und die Kinder leben. Und das kann es nicht sein, dass da unterschiedliche Standards vorgegeben sind, auch dann nicht, wenn man sich vor Augen führt, dass man bis 2016 zumindest einheitliche Standards erreichen möchte.
Ein privates Beispiel: Morgen ist der letzte Kindergartentag meiner Kinder, der Kindergarten hat dann mehrere Wochen geschlossen. Wir sind gezwungen beziehungsweise wir müssen uns nach einem anderen Kindergarten umsehen. Allein die Ummeldung, also die Anmeldung bei einem anderen Kindergarten kostet pro Kind 50 €. Unsereiner kann sich das ohne Problem leisten. Aber es gibt viele, viele Familien, für die das ein Problem darstellt, sofern sie überhaupt einen Kindergartenplatz für die Ferienzeit finden. Sie wissen alle, wie viel Urlaubsanspruch ein Arbeitnehmer/eine Arbeitnehmerin, ein Angestellter/eine Angestellte hat, und wenn man dem die Schließtage gegenüberstellt, dann kann sich das nicht ausgehen.
Es wurde auch schon mehrmals von meinen VorrednerInnen betont, dass es auch bezüglich der Öffnungszeiten zu einer Ausdehnung kommen muss. Das ist begrüßenswert, das ist auch angestrebt.
Weiters ist es sehr, sehr wichtig, dass man beim Betreuungsschlüssel ansetzt, weil der Betreuungsschlüssel doch ein massives Merkmal für die Qualität ist, die man in der Arbeit leisten kann. Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob man vier Kleinkinder in einer Gruppe zu betreuen hat oder zehn. Dass sich das dann auf die Qualität der Betreuung auswirkt, na no na net, das liegt ganz klar auf der Hand. Das heißt, es geht einerseits um die im Feld tätigen Pädagoginnen – und jetzt sage ich ganz bewusst Pädagoginnen, weil es nach wie vor ganz, ganz wenige Männer in diesem Beruf gibt. Das kommt aber auch nicht von ungefähr, denn bis vor Kurzem waren die Pädagoginnen wirklich noch sehr schlecht bezahlt. Es hat in Oberösterreich zum Glück eine Anpassung nach oben gegeben.
Nichtsdestotrotz: Der Idee, dass man zum Beispiel auch Zivildiener in Kindergärten beschäftigen könnte, kann ich doch etwas abgewinnen, denn wenn ich mir meine eigene Berufslaufbahn ansehe, dann muss ich sagen, das war der ausschlaggebende Grund dafür, warum ich in den Sozialbereich gekommen bin. Als Techniker habe ich vorher nichts mit dem Sozialbereich zu tun gehabt, und ich bin genau über diese Schiene in den Sozialbereich gekommen. Ich glaube, das könnte auch für viele junge Männer die Schiene sein, wo sie dann vielleicht in den pädagogischen Beruf hineinfinden und dann berufsbegleitend auch ihre Ausbildung machen.
Jetzt wäre ich beim nächsten Punkt: Es gehört auch die Ausbildung vereinheitlicht, auf ein anderes Niveau gesetzt. (Demonstrativer Beifall der Bundesrätin Blatnik.) Es kann nicht sein, dass wir in einem kleinen Land wie Österreich unterschiedliche Bildungsniveaus haben, insbesondere wenn es um Kindergartenpädagoginnen oder hoffentlich in Zukunft auch -pädagogen geht.
Wir werden dem natürlich zustimmen, es geht in die richtige Richtung. Aber ich denke, wir sind noch lange nicht am Ende. – Danke vielmals für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Bundesräten der ÖVP.)
15.40
Vizepräsident Mag. Harald Himmer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Mag. Gödl. – Bitte, Herr Kollege.
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