BundesratStenographisches Protokoll839. Sitzung / Seite 51

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

Lissabon-Vertrag verabschiedet wurde, ist, der Europäischen Menschenrechtskonven­tion beizutreten. Zum Beispiel ist das Europäische Parlament als Parlament Mitglied der Union für das Mittelmeer und so weiter. Das ist etwas völlig Normales, ausgestaltet jetzt vor allem durch den Vertrag von Lissabon. (Vizepräsident Himmer übernimmt den Vorsitz.)

Aber kommen wir zum Vorhabensbericht. – Zum Vorhabensbericht ist gleich am Be­ginn anzumerken, dass der österreichische Bundesrat für diese EU-Vorhaben etwas, glaube ich, Einmaliges gemacht hat – noch hat es uns keine Kammer nachgemacht –, nämlich zur Verbesserung der EU-Präsidentschaft eine eigene Entschließung und eine eigene Mitteilung, und zwar sowohl nach Brüssel als auch an die Bundesregierung, zu übermitteln, wie zum Beispiel die Subsidiaritätsprüfung und so weiter verbessert wer­den kann, auch der gesamte Lauf in Österreich.

Wichtig ist in diesem ganzen Bereich, ich würde es einmal so zusammenfassen, alles, was mit Cyber, IKT, Internet, E-Government in diesem Vorhabensbericht ausgeführt wird. Das ist für Europa das Um und Auf. Wenn wir zum Beispiel die Stadt Wien her­nehmen, so hat die IKT-Branche dort heute bereits einen höheren Stellenwert als der Tourismus. Bisher hat man geglaubt, der Städtetourismus, der Wien-Tourismus, der Fach-Tourismus wäre an der Spitze, aber nein, IKT hat heute hier einen wesentlich hö­heren Stellenwert. Deshalb nur so nebenbei – weil Minister Stöger heute hier war –: Es ist super, dass die österreichische Breitbandinitiative nun auch speziell Städte unter­stützt.

Aber was hier vorgesehen ist, ist unter anderem eine Cyber Security Strategie, ist zum Beispiel – das ist ganz enorm wichtig – der barrierefreie Zugang zum Internet, sind die nächsten Schritte im Bereich Open Data, Big Data und Cloud Computing. Das alles sind Dinge, die innerhalb der Europäischen Union einer Regelung bedürfen und die Eu­ropa wettbewerbsfähig machen. Dort, wo alte Industrien zu Ende gehen, kommt sozu­sagen ein neuer Wirtschaftskörper, es kommen neue intelligente und nachhaltige Ar­beitsplätze.

In dem Vorhabensbericht finden sich aber auch IKT-Förderprogramme, und nur stell­vertretend möchte ich da die Pilotprojekte erwähnen wie e-CODEX im Rahmen von
e-Justice Communication via Online Data Exchange im Bereich der Justiz, epSOS – Smart open Services for European Patients –, PEPPOL im Bereich von Pan-European Public Procurement Online, oder STORK, also Secure IdenTity acrOss boRders linked. Das heißt, diesbezüglich haben die Kommission, aber auch das Europäische Parlament und auch der Rat die Herausforderungen betreffend den Standort Europa, die Wettbe­werbsfähigkeit Europas voll erkannt.

Was jetzt noch wichtig ist: Im Jahr 2012 läuft das sogenannte Aktionsprogramm E-Gov­ernment ab, und das bildet in Hinkunft die Basis für die Digitale Agenda Europas. Das alles sind Dinge, die hier drinnen sind, und ich wundere mich einmal mehr, aber da geht es um meine Verwunderung, dass die FPÖ da Nein sagt – aber da mag es ir­gendwelche andere Gründe geben –, denn betreffend den Datenschutz in der EU, also im Dialog Europa-USA, stellt genau die Kommission, hätten Sie es gelesen, eine Sus­pendierung der Safe-Harbor-Regelung in diesem Jahr in Aussicht. (Bundesrat Herbert: Ich habe es gelesen!) Das Europäische Parlament würde jetzt eigentlich Ihre Unterstüt­zung brauchen, denn die haben die Suspendierung gefordert, und das ist schon ein Schritt! (Bundesrat Herbert: Die Realität schaut anders aus!)

Und eines muss man sagen, Herr Kollege: Am 25. Jänner 2015 hat die Kommission ein umfassendes Legislativwerk betreffend die europäische Datenschutzregelung vorge­legt. (Bundesrat Herbert: Das kenne ich eh auch!) Das ist jetzt in Verhandlung, und ein Ergebnis daraus könnte die Suspendierung der Safe-Harbor-Regelung werden. (Bun­desrat Herbert: Könnte! Wird nicht sein!)

 


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite