Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Gestatten Sie mir, dass ich mich heute ganz besonders auf die tägliche Bewegungseinheit in der Ganztagsbetreuung konzentriere, da ich seit einigen Jahren eine Ganztagsschule in verschränkter Form als Schulleiterin führe und meine Erfahrungen aus langjähriger Tätigkeit als Leiterin des Betreuungsteils, das ist der Teil, in dem die Freizeit- und Lernstunden sind, mitbringe.
Nach dem quantitativen Ausbau der schulischen Tagesbetreuung, der mit guten und großzügigen Förderungen vielen Gemeinden und Kommunen die Möglichkeit, den Anreiz gab und immer noch gibt, Gruppen in der schulischen Tagesbetreuung zu eröffnen und/oder weiter auszubauen, startet mit dieser Offensive nun ein Qualitätsprozess, um dieses Angebot der ganztägigen Betreuung weiter zu verbessern.
Ein weiterer Schritt, auch wenn er Kollegin Mühlwerth nicht gefällt, sollte der Ausbau der verschränkten ganztägigen Form sein. Und nicht nur mein Wunsch ist es seit Jahren, damit auch die Problematik der Schulsprengel zu lösen. In der Praxis gibt es nämlich dahin gehend ganz besonders bei uns auf dem Land keine Wahlfreiheit.
Werte Kolleginnen und Kollegen! Kinder in der ganztägigen Betreuung sollen ganz besonders gefördert werden, ist doch ihr zweiter Lebensraum die Schule, und zwar einerseits in den Lernzeiten, in denen der Lehrstoff vertieft wird, spezielle Förderangebote gegeben sind und in meistens sehr gutem Klima mit den Mitschülerinnen und -schülern und Lehrerinnen und Lehrern gearbeitet werden kann. Andererseits sollen Kinder in den ganz, ganz wichtigen Freizeitbereichen gefördert werden, in denen Bewegung, Sport und Spiel im Vordergrund stehen, und eine grundlegende Erziehung, meiner Erfahrung nach, zu sinnvollen und spannenden Freizeitbetätigungen gelegt werden kann. Bei uns an der Schule heißt das dann „Girls-Fit-Fun“, „Große Ballspiele“, „Kleine Spiele für viele“, „Spiel und Tanz für Mädchen“ oder „Nix ist Fix“ – das heißt, Schüler wählen sich aus, was sie gern machen möchten –, „Kreatives Gestalten“, „Act it out“, „Computerworkshop“ und so weiter.
Und ganz im Sinne von Karl Valentin möchte ich dazu sagen, wir brauchen unsere Kinder nicht zu erziehen, sie machen uns sowieso alles nach. – Ich hoffe daher auf das gute Vorbild in den Schuljahren.
Auch in der Suchtprävention wird ganz besonderer Wert – nach dem Elternhaus – auf das Klima in der Schule gelegt. Alle versierten Wissenschafter sagen: Ein guter Aufenthaltsort verhindert, dass Kinder süchtig werden.
Nun werden für den Betreuungsteil in Ganztagsschulen Aufgaben und Ziele der Lernzeit und die Ausgestaltung der Freizeit über die Betreuungspläne als Teil der Lehrpläne aufgenommen und präzisiert. Nun werden sie ganz genau dargestellt, und es können auch standortbezogene Voraussetzungen eingebracht werden, was für mich persönlich sehr wichtig ist.
Werte Kolleginnen und Kollegen, für meine Schule, für meine Kolleginnen und Kollegen und für mich ist diese Novelle wieder eine Bestätigung für die Arbeit, die bei uns seit Jahren in wertvoller Teamarbeit gemacht wird. Nicht nur, dass unsere Schulschwerpunkte Gesundheit, Bewegung, Ernährung und Soziales sind, in unserem schulautonomen Lehrplan wurden Bewegung und Sportstunden nicht gekürzt, so wie es in vielen Schulen ist, sondern erhöht. Zwei Jahre „Ernährung und Haushalt“ sind ein weiterer Fixpunkt für alle, und Sozialkompetenz zieht sich als Unterrichtsprinzip und als eigene Stunde durch vier Jahre.
Die Intentionen der Gesetzgebung bestätigen auch hier unseren Weg, der auf langjährige Erfahrung baut und im Sinne der Kinder, Eltern und Familien ist. Wir haben diese Parameter auch in unserer Schulqualitätsbeschreibung definiert und schrittweise standortbezogen umgesetzt, in vielen Gesprächen mit den Eltern und auch abgesprochen mit der Schulaufsicht. Wir haben uns auch immer wieder den Qualitätskriterien
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