heitlichen dagegen sind, weil sie nämlich gegen alles sind, was von der EU kommt, egal, ob es gut oder schlecht ist, sie sind jedenfalls mal dagegen. Bei Erasmus+ ist mir das wirklich völlig unverständlich. Es werden zwischen 2014 und 2020 für dieses Programm insgesamt 14,7 Milliarden € ausgegeben, und Österreich bekommt davon im Jahr 2015 zum Beispiel 28 Millionen €, 28 Millionen € für Fortbildungsmaßnahmen im Bildungsbereich. So viel Geld würden wir als Staat niemals ausgeben können, um das zu erreichen, was damit erreicht werden kann.
Ich darf Ihnen aus eigener Erfahrung sagen – ich selbst bin ja, wie manche wissen, Professorin an einer HTL; ich habe mit meiner Klasse auch so ein Programm gemacht, aber damals hat es noch nicht Erasmus+ geheißen, sondern Comenius, aber es ist mehr oder minder dasselbe –: Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viel junge Menschen davon profitieren, wenn sie in ein anderes Land fahren, wenn sie dort in Familien leben, wenn sie sehen, wie die sozialen Gegebenheiten in anderen Ländern sind, wie dort Familien leben – und wie gerne sie wieder nach Österreich zurückkommen, weil sie wissen und dort bestätigt bekommen, wie schön es in Österreich ist.
Diese jungen Menschen erfahren aber nicht nur das, sondern auch, dass die Sorgen, die Probleme, die Nöte von jungen Menschen, die auf einem bestimmten Bildungsniveau sind, auf der ganzen Welt dieselben sind. Man trifft dort natürlich auf Schülerinnen und Schüler, die auch in etwa auf demselben Bildungsniveau sind. Das sind Erfahrungen, die sie niemals machen könnten, würde es diese Unterstützung vonseiten der EU nicht geben, weil das dann einfach nicht finanzierbar wäre.
Es kann wirklich jede Schülerin/jeder Schüler ins Ausland fahren, wertvolle Erfahrungen sammeln, weil es diese Förderungen der EU gibt. Je mehr die jungen Menschen zusammenwachsen, desto geringer wird die Chance, dass es je wieder zu Krieg kommt, zu Hass oder geringer Wertschätzung anderer Menschen. Das kann man nur in jungen Jahren wirklich prägen, sodass sie es auch verstehen – und die, die das alles erlebt haben, verstehen es.
Es gibt natürlich noch mehr und andere Prioritäten, die gesetzt werden. Ich möchte hier gar nicht alle erläutern, weil das zu weit führen würde. Ich möchte nur noch die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung erwähnen, weil das für mich auch ein wichtiges Thema ist. Österreich liegt ja im Bereich der Berufsbildung – wieder ein Bereich, in dem wir uns meiner Meinung nach zu Recht rühmen, im europäischen Vergleich gut zu sein – mit seinen Schulformen wirklich im Spitzenfeld und damit natürlich auch bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit.
Natürlich stimme ich Ihnen zu, dass jeder arbeitslose Jugendliche einer zu viel ist, aber jeder arbeitet daran, dass es immer weniger werden, und das ist nicht nur im Bildungsministerium so, sondern auch im Sozialministerium, daran arbeitet die Frau Präsidentin, die hinter mir sitzt, in der Wirtschaftskammer genauso wie Leute in der Arbeiterkammer, beim AMS oder in sonstigen Einrichtungen. Es ist ein gemeinsames Ziel in diesem Staat, junge Menschen nicht auf der Straße stehen zu lassen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Bundesrates Dönmez.)
Momentan ist es so, dass wir 25 europäische und nichteuropäische Staaten beraten, wie sie auch so ein Konzept einführen können, damit sie eben nicht diese hohen Raten an arbeitslosen Jugendlichen haben.
Es kommt zwar nicht direkt im Bericht vor, aber ein Thema, mit dem ich mich schon seit Ewigkeiten beschäftige, ist der Unterschied zwischen Mädchen und Burschen. Dies wird auch immer wieder durch verschiedene Studien belegt, zuletzt durch den erstmals vorgelegten OECD-Bericht, der vor nicht ganz einer Woche, glaube ich, vorgelegt worden ist. Dieser Bericht kommt wiederum zu dem Schluss, dass es zwar augenscheinlich ist, dass diese unterschiedlichen Resultate im Bereich der Lesekompetenz und im
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