BundesratStenographisches Protokoll839. Sitzung / Seite 111

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All das zeigt, dass Sie es in Kauf nehmen, dass die Schüler, die Lehrer und die Eltern verunsichert sind.

Dazu kommt noch, dass Sie die Zahl der Vorbereitungsstunden gekürzt haben. Und da muss man sich schon fragen: Wissen Sie nicht, wie eine Zentralmatura funktioniert? Das gibt es ja auch schon in anderen Ländern, da kann man sich das anschauen, man muss ja nicht bei null beginnen. Man kann schauen, wie es die anderen machen, wo­rauf es ankommt, und das kann man dann umsetzen.

Nächster Punkt: Zeitmanagement. – An manchen Schulstandorten war die schriftliche Matura am selben Tag angesetzt wie die Aufnahmeprüfung für die Medizinische Uni­versität. Diese Aufnahmeprüfung ist etwas, wo man seinen Lebensweg auf Schiene stellt. Und so einfach ist die ja nicht. Das heißt, man will sich darauf vorbereiten, hat aber am selben Tag Matura. Da hat es dann massive Interventionen gegeben – derer hat es auch bedurft –, und man hat sich dann auf einen Kompromiss geeinigt, wo man gesagt hat, es können die Schüler drei Tage früher maturieren.

Man hatte nur drei Tage Zeit, um sich auf eine Aufnahmeprüfung für die Medizinische Universität vorzubereiten, vor der man als Schüler Bauchweh hat und wo man Angst hat, dass man die vielleicht nicht besteht, und sich daher besser darauf vorbereiten will. Da ist es wirklich ein Witz, zu sagen: Na ja, dann macht halt die Matura drei Tage früher!

Im Übrigen gibt es so etwas Ähnliches bei den Stellungsterminen. Vielleicht sollte man sich mit dem Verteidigungsministerium einmal dahin gehend absprechen, dass die Stellungstermine nicht genau an dem Tag sind, an dem die Matura stattfindet. Es wird doch wohl möglich sein, innerhalb einer Regierung da etwas zu finden, das funktioniert.

Auch die vorwissenschaftliche Arbeit war von Anfang an der Kritik ausgesetzt. So ha­ben auch wir von der FPÖ gesagt, dass die vorwissenschaftliche Arbeit bei der Matura fehl am Platz ist, da sie an die Universität gehört.

Das hat übrigens der ehemalige Wissenschaftsminister Töchterle in einem Gastkom­mentar im „Standard“ auch so gesagt, wo er gemeint hat:

„Vor allem aber fehlt jegliche Voraussetzung, wie sie an der Universität erst ein Prose­minar schafft.“

Also auch die vorwissenschaftliche Arbeit ist ein Teil dieser Pleiten- und Pannenserie.

Zur vorwissenschaftlichen Arbeit wurde auf der Internetseite des Ministeriums auch noch zu den Zeichen die Frage gestellt: Bei 40 000 bis 60 000 Zeichen, was fällt denn da hinein? Fallen da Fußnoten hinein oder nicht? Ich hätte jetzt einmal so locker aus dem Handgelenk heraus gesagt – wenn ich gefragt worden wäre –, die Fußnoten ge­hören da nicht hinein. Man ist aber dann zu dem Schluss gekommen, dass, wenn die Fußnoten Erläuterungen enthalten, diese doch hineingehören.

Das wussten Sie im Ausschuss des Nationalrates nicht, weil Sie der Meinung waren, die Homepage ist von einem privaten Betreiber und das interessiert Sie nicht. Sie wuss­ten nicht, dass das eine Homepage einer Abteilung Ihres Ministeriums ist. Und da kann man sich dann schon fragen: Wissen Sie über Ihr Ministerium überhaupt Be­scheid?

In dieser ganzen Pleiten- und Pannenserie kann man bei dem Punkt sagen: Das sind ja fast noch Peanuts bei dem Konvolut, wo wirklich alles falsch läuft!

Nächster Punkt: Englisch-Zentralmatura. – Es ist erst vor ein paar Tagen in der Zeitung zu lesen gewesen, dass die Angaben schon wieder im Internet kursiert sind. Hinzu kam noch, dass die Schüler, nachdem sie endlich einmal gewusst hatten, wie viele Zeichen sie schreiben werden, ihre Arbeit nicht elektronisch abgeben konnten. Das ist


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