Für die Bildungsstandards – zu denen ich auch stehe – gab es auch genug Vorbereitungszeit. An ihnen können wir bei jeder Schule, bei jeder Klasse einzeln ablesen, nicht ob die Kinder gut oder schlecht sind, sondern ob der Weg, der beschritten wurde, der richtige ist. Ich glaube, diese Instrumente – zu wissen, wie sich ein Schulstandort entwickelt – sind nicht von der Hand zu weisen. Es ist nämlich nicht egal, in welcher Region eine Schule ist. Im städtischen Bereich ist es wahrscheinlich – nicht wahrscheinlich, sondern sicher – viel herausfordernder als in Regionen, in denen es ein bisschen gemütlicher ist, wenn ich das so salopp sagen darf.
Die Bildungsstandards helfen uns, die Schulaufsicht – sprich die Landesschulinspektoren, die Pflichtschulinspektoren und -inspektorinnen – anzuweisen, wie sie der Schule in ihrer Entwicklung weiterhelfen kann. All das ist in den letzten Jahren initiiert worden und erfolgt. Daher kann es nicht sein, dass nichts passiert. Ich möchte nichts entschuldigen, was Verunsicherung schürt. Das ist keine Frage. Ich würde mir auch wünschen, dass möglichst alle ihre Prüfungen stressfrei absolvieren können.
Zur Zentralmatura: Die Dreiteiligkeit ist eine hochmoderne, komplexe Angelegenheit, denn die vorwissenschaftliche Arbeit soll ja vorbereiten auf das, was danach an den Universitäten kommen kann, falls sich jemand dafür entscheidet. Sie soll ein erstes Hineinschnuppern in die Aufgabenstellung und das Sich-Selbst-Präsentieren sein. Die Aufgaben hat man sich schon ein Jahr vorher ausgesucht, und man hat einen Betreuungsprofessor, eine -professorin gehabt. Fünf Schülerinnen und Schüler kommen auf einen Professor, eine Professorin. Und man kann sich das Thema ganz genau überlegen und Zwischen- und Rücksprache halten.
Ob jetzt die Fußnoten mit- oder nicht mitberechnet werden, ist bei 40 000 bis 60 000 Zeichen, glaube ich, nicht das Hauptproblem. Am wichtigsten ist, dass ich heute sagen kann, dass alle Schülerinnen und Schüler, die die vorwissenschaftliche Arbeit abgeben wollten, dies auch tun konnten, nämlich zwei Mal: in schriftlicher und in digitaler Form – das musste nicht sein, musste nie sein – auf diesem Server hochgeladen. Der hat dann Engpässe deswegen gehabt, weil zeitgleich mit 8 000 Schülerinnen und Schülern zirka 7 000 Schülerinnen und Schülern ihr Thema der vorwissenschaftlichen Arbeit für das nächste Jahr hochgeladen haben. (Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.) Der Stresstest hat nicht ergeben, dass sich das nicht ausgeht. Der Server war immer groß genug.
Es ist sich für alle 20 000 Schülerinnen und Schüler ausgegangen, dass die VwA, die vorwissenschaftlichen Arbeiten, in drei Wellen – zunächst Wien und Niederösterreich und dann eine Woche beziehungsweise zwei Wochen danach die anderen Bundesländer –hochgeladen wurden. Jetzt werden diese bis Ende April auch präsentiert.
In diesem Zusammenhang ist wichtig, zu sagen, dass im Jahr 2012 – ich war noch nicht zuständig, aber ich fühle mich natürlich jetzt verantwortlich – mit der Gewerkschaft, mit den Lehrervertreterinnen und -vertretern vereinbart wurde, wie die Vorbereitungsstunden zu erfolgen haben. Damals war klar, dass maximal vier Stunden pro Fach ausreichend sind, weil man sich ab dem 15. Jänner seine Themen für die mündliche Matura aus den Pools auswählen konnte – also schon im vorigen Monat oder vor zwei Monaten – und jetzt schon weiß, wie man sich vorbereiten kann und – wie es laufend gewünscht wurde – sich mit den zuständigen Professorinnen und Professoren austauschen kann. Das ist das eine.
Im Übrigen gab es da ein bisschen Panik, ob es sich ausgehen wird, die Zeit zwischen dem Schulschluss der achten Klasse und der schriftlichen Reifeprüfung zu nutzen. Knapp vor Weihnachten haben wir einhellig mit der Schüler-, Schülerinnenvertretung, mit der Gewerkschaft und mit den Schulpartnern eine Lösung gefunden, sodass das, was in der Zeit unterrichtet worden wäre, für diese Vorbereitungsstunden von den je-
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