BundesratStenographisches Protokoll839. Sitzung / Seite 118

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nen Kinder nicht lernen. Das, was es alles braucht, damit Kinder sich wohlfühlen, hat Frau Kollegin Gruber-Pruner heute schon einmal genannt.

Genau das ist die Intention der Neuen Mittelschule: Deutsch, Mathematik, Englisch ein bisschen begrenzen, dazu ein zweiter Lehrer, eine zweite Lehrerin. Daher mein Vor­schlag, diese sechs Stunden pro Klasse der Schule zu überlassen und zu sagen, dass man dort fördern kann, wo man es individuell mehr braucht, und dass man sich nicht an die drei Hauptgegenstände klammern muss. Die SchulleiterInnen wissen autonom am besten, was ihre Schule, ihre SchülerInnen im individuellen Fall brauchen.

Zu Frage 3:

Die Evaluierungsergebnisse zeigen, dass die Neue Mittelschule durchaus als Erfolgs­modell betrachtet werden kann. Ich habe das schon beantwortet. Die Lernkultur hat sich verbessert, die Kinder fühlen sich wohl und können angstbefreit mit den Heraus­forderungen und Anforderungen umgehen.

Natürlich wurden bei dieser Evaluierung zwischen einzelnen Schultypen signifikante Unterschiede festgestellt. Aber bei den Neuen Mittelschulen ist ein besonderer Zu­wachs an Qualität zu verzeichnen – auch bei den Lehrer- und Lehrerinnenteams. Das wurde abgefragt. Die fühlen sich auch wohler, wenn sie in ihrer Entwicklung begleitet werden, und genau das sieht das Konzept Neue Mittelschule vor.

Zur Frage 4:

Zu diesen sechs Zusatzstunden habe ich schon geantwortet. Ich würde diese sechs Stunden sehr gerne dem Standort autonom zur Verfügung stellen, denn die Schulpart­ner, Schulpartnerinnen, aber auch die Landesschulratspräsidien sind diesem Vor­schlag gegenüber sehr positiv gestimmt. Ich habe das dem Koalitionspartner als Ent­wurf übermittelt und hoffe auf positive Antwort.

Ich bin absolut nicht dafür, eine dieser sechs Stunden zu kürzen. Sie wissen, ich habe seinerzeit Maßnahmen vorgeschlagen, weil meine Sparvorgabe eine sehr hohe war. Wir haben uns auch ohne diese Sparvorgabe neue Lösungen für das Jahr 2014 ausge­macht, auch heuer wird sich das ausgehen.

Ich möchte eigentlich keine weitere Maßnahme, die bei Kindern ansetzt, vorschlagen. Daher sollen die sechs Stunden in der Neuen Mittelschule bleiben und verantwortungs­voll eingesetzt werden.

Zu Frage 5:

Die AHS-Unterstufen bekommen diese Einheiten dann, wenn sie NMS-Standort wer­den, nicht, wenn sie AHS-Standort bleiben, weil sie ein anderes pädagogisches Kon­zept fahren. Man muss sich zu diesem Konzept bekennen, um diese Zusatzstunden zu bekommen.

Zu Frage 6:

Es ist zu sagen, dass ich das nicht nachvollziehen kann. Zum Beispiel zeigen Finnland oder andere internationale Systeme, dass es noch keine besseren Ergebnisse ge­bracht hat, im Alter von zehn Jahren zu segregieren, zu selektieren. Das bedeutet auch keine Antworten auf Bildungsgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit. Nicht nur Stu­dien, sondern viele Experten, Expertinnen, die Industriellenvereinigung, die Leute des Bildungsvolksbegehrens, die Sozialpartnerpapiere, alle schlagen vor, man möge die Kinder ein bisschen länger gemeinsam unterrichten und erst später trennen, weil die Selektion im Alter von zehn Jahren eine frühe ist und der Stress – nicht nur in der vier­ten Klasse der Volksschule, er beginnt oft schon in der dritten Klasse – für Kinder enorm werden kann. Kinder wollen nichts anderes als ihre Eltern positiv zu stimmen und Gutes zu tun. Das kann schon ziemlich viel Stress für Kinder bedeuten.

 


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