BundesratStenographisches Protokoll839. Sitzung / Seite 132

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anders, habe ich gesagt. Ich habe nicht gesagt, es ist leichter, ich habe gesagt, es ist anders, und das kann man hier nicht absprechen, dass es anders ist.

Weiters möchte ich Ihnen doch mitteilen, dass zwar die Herren Landeshauptleute Pröll und Haslauer nicht müde werden, seit Jahren – Pröll seit Jahrzehnten, muss man sa­gen, Haslauer noch nicht so lange – zu betonen, dass alle Lehrer in die Landeskompe­tenz kommen sollen. Es wird dadurch nicht besser, auch wenn sie es immer wieder aufwärmen. Wir werden versuchen, das zu verhindern, solange es geht. – Warum, das führe ich jetzt nicht aus. (Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.)

Nicht streiten, gestalten ist schön, das finde ich super. Wir würden so gern einmal die ganztägig geführte Gesamtschule einführen, denn es würde all diese sozialen Proble­me endlich einmal lösen. (Zwischenruf des Bundesrates Mayer.) Leider müssen wir uns da immer streiten und können nicht gestalten – auch mit dem Koalitionspartner, von dem ich heute nicht so sehr gesehen und gehört habe, dass er wirklich ein Koalitionspartner ist. Aber gut, man versteht eben manches anders in manchen Parteien.

Zum Herrn Längle sage ich nur eines: Nein, die Neue Mittelschule ist nicht gescheitert! Auch wenn Sie es nicht gehört oder nicht verstanden haben, sie ist nicht gescheitert, und Sie werden das in Zukunft noch sehen.

Nun aber zu diesen Anfragen. Ich denke – die Ministerin hat es ja auch gesagt in ihrer Beantwortung –, natürlich hat es Pannen gegeben, und das braucht man auch nicht zu beschönigen, und es will ja auch keiner beschönigen. Man versucht ja auch immer wie­der so schnell wie möglich die Kurve zu kratzen und aus einer Panne oder einer an­geblichen Panne wie diesem angeblichen Datenleck gleich wieder herauszukommen.

Natürlich war es nicht gut, die Lehrerinnen und Lehrer bei einer Probeschularbeit mit reduzierten Prozentpunkten oder mit einem ungeeigneten Deutschtext zu überraschen. Das verstehe ich als Deutschlehrerin auch nicht wirklich, wie so etwas sein kann.

Aber im Vergleich zu dem, was ansteht, nämlich eine zentrale Matura für alle Maturan­tinnen und Maturanten in ganz Österreich zu schaffen, sind solche Probleme in Wirk­lichkeit Peanuts. Und ich verwahre mich dagegen, hier darzustellen und in den Medien zu vertreten, dass das, was in 24 europäischen Ländern State of the Art ist, seit vielen Jahren problemlos oder auch mit Problemen behaftet funktioniert, bei uns auf einmal nicht eingeführt werden kann.

Sind unsere Lehrerinnen und Lehrer, unsere Schülerinnen und Schüler schlechter? Oder woran soll es liegen, dass das nicht funktionieren soll? (Bundesrat Herbert: Am Minis­terium und an der Ministerin! So schaut’s aus!) – Na, das Ministerium macht jetzt die Matura nicht, sondern andere Leute machen diese Dinge.

Ich möchte jetzt  (Heiterkeit bei der ÖVP.) – Ist irgendetwas lustig da hinten? (Zwi­schenrufe bei der ÖVP.) – Sie können sich zu Wort melden, jetzt bin ich dran.

Ich möchte auf ein paar Themen eingehen, die meiner Meinung nach völlig zu Unrecht kritisiert werden. Jede Kritik wird momentan von den Medien, die es anscheinend lustig finden, warum auch immer, weiß ich nicht genau, dazu verwendet, aus jeder winzigen Mücke einen riesigen Monsterelefanten zu machen.

Zum Beispiel bei der vorwissenschaftlichen Arbeit. Also zu behaupten, dass man das nicht machen sollte in der heutigen Zeit, nämlich 18-Jährige – die meisten sind 18 oder 19 Jahre alt, wenn sie die Matura machen – dazu anzuleiten, wie sie selbstständig ein Thema erarbeiten, wie sie Recherchearbeit machen, wie sie lernen, zu einem Thema die richtigen Fragen zu stellen, wie sie mit Sekundärliteratur umgehen sollen, wie sie richtig zitieren, wie sie die Frage der Plagiate zum ersten Mal behandelt hören, und ih­nen zu sagen, das braucht ihr alle nicht zu lernen, denn da geht es nachher ins Pro­seminar, da werdet ihr es schon lernen auf der Universität, also so etwas zu be-


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