haupten, ist mir völlig unverständlich. (Bundesrätin Mühlwerth: Das sagt ja keiner!) – Zum Beispiel hat das der vormalige Wissenschaftsminister gesagt. – Das habe ich gehört und gelesen habe ich es auch.
Das alle ist zentraler Bestandteil dieser neuen Reifeprüfung. Ich bin überzeugt davon, dass die Lehrerinnen und Lehrer, die das seit einem Jahr betreuen, durchaus im Stande sind, zu wissen, wie man mit Fußnoten umgeht. Die Schülerinnen und Schüler sollen 4 500 bis 6 000 Wörter schreiben oder 40 000 bis 60 000 Zeichen. Weiß jemand, wie viele Seiten das sind? (Ruf bei der ÖVP: Viele!) – 20! Ja, ihr wisst es ja gar nicht. 20 Seiten ungefähr sind das. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Jetzt schreiben sie diese 20 Seiten, davon machen sie auf ungefähr fünf bis sechs Seiten Anmerkungen unten, das heißt, sie schreiben vielleicht ungefähr zwischen 100 und 200 Zeichen Anmerkungen. Und das ist jetzt ein Problem bei der vorwissenschaftlichen Arbeit, ob diese jetzt zu den 40 000 Zeichen dazugezählt werden oder nicht? (Zwischenruf der Bundesrätin Mühlwerth.)
Ich frage mich wirklich, wer das als Problem erkennt. Die Schülerinnen und Schüler haben keines gehabt, denn wie viele sind jetzt abgegeben worden? 8 000, oder? 8 000 vorwissenschaftliche Arbeiten. – Zugegeben, nicht alle sind in der ersten Minute hochgeladen worden, denn da hat es ein kleines Problem gegeben. (Bundesministerin Heinisch-Hosek: 20 000! Es sind 20 000 MaturantInnen!) – 20 000! Ich habe ja gewusst, irgendwo stimmen die Zahlen nicht, die da herumschwirren.
20 000, und dann haben nicht alle gleich hochgeladen werden können – na Drama, na Wahnsinn! So ein Drama, sie haben einen Tag später hochladen müssen! Große Katastrophe!
Was haben die Schülerinnen und Schüler Ihrer Meinung nach gelernt? – Die Frau Ministerin ist unfähig. Meiner Meinung nach Krisenmanagement: Wie gehe ich denn um mit so einer Situation? – Das wird ihnen im Leben noch oft unterkommen, dass etwas nicht hundertprozentig funktioniert. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Werte Kolleginnen und Kollegen, nein, ich muss nicht lachen. Und ich sage euch auch eines: Im Gegensatz zu allen anderen hier im Saal bin ich die Einzige, die weiß, wie man so eine Matura macht, denn ich mache das nämlich. Ich bin nämlich eine Professorin ... (Bundesrat Perhab: Wir haben keine Matura gemacht?) – Nein, ihr habt eine neue Matura noch nicht gemacht. Ihr habt keine Ahnung, wie die ausschaut, keine, aber wirklich gar keine! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ich gehe jetzt noch auf ein paar Themen ein, die hochgespielt werden und die große Katastrophe sind beim eigentlichen Thema Zentralmatura, die ja gar nicht Zentralmatura heißt, aber der Einfachheit halber immer noch so bezeichnet wird. Über sie ist zehn Jahre diskutiert worden, sie ist ohnehin ein Jahr verschoben worden, denn es hat ein Problem gegeben, das zu dieser Verschiebung geführt hat. (Bundesrat Perhab: Das Problem gibt es nicht mehr?) – Nein, dieses Problem gibt es nicht mehr, weshalb sie verschoben worden ist, denn sonst würde sie nicht stattfinden.
Es gibt jetzt die 20 000 Schülerinnen und Schüler, die sie per Gesetz machen müssen, welches wir alle beschlossen haben, plus die 7 000, die das freiwillig machen, die es erst nächstes Jahr machen müssten; 27 000 Schülerinnen und Schüler. Leider war es mir nicht möglich, herauszufinden, wie viele Lehrerinnen und Lehrer es machen. Das ist irgendwie nicht erfassbar. Und dann gibt es ungefähr zehn Leute, die sich anmaßen, zu sagen, sie wüssten, was da alles schiefgeht und was da alles nicht funktioniert. Und alle anderen haben kein Problem damit.
Da frage ich mich, was jetzt so eine Katastrophe daran sein kann, wenn die allerallermeisten Schülerinnen und Schüler kein Problem haben, eine vorwissenschaftliche Ar-
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