BundesratStenographisches Protokoll855. Sitzung / Seite 155

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Ja, wir müssen bei den Kleinen beginnen, ganz klar. Deswegen bin ich auch für diese Schuleingangsphase, denn unsere Kindergartenpädagogen und Kindergartenpädago­ginnen, die kennen ja – so wie wir – unsere Kinder, sie sehen, wie sie spielen, zu welchen Spielsachen sie greifen. Da – das ist das, was du gesagt hast, lieber David – könnten wir schon mit der Berufsorientierung anfangen und nicht den kleinen Mädchen die Puppen in die Hand geben und die Burschen etwas bauen lassen. (Bundesrat Stögmüller: Sozialisierung ist das!) – Ja, genau, die Sozialisierung. Da könnten wir schon mit der Berufsorientierung anfangen, wenn wir die Rollenbilder aufbrechen. (Bundesrat Stögmüller: Ja!) Deswegen bin ich für jede Unterstützung der Berufsorientierung.

Und die Sprachen? – Ganz klar: Wenn jemand in meiner Klasse sitzt, der die Sprache nicht versteht, dann kann er dem Unterricht ganz einfach nicht folgen. Sprache heißt für mich auch Teilnahme an der Gesellschaft, auch das ist für mich sehr wichtig. Sprache ist für mich eine wichtige Maßnahme im Hinblick auf Chancengerechtigkeit und Chancengleichheit. Ich bezeichne diese Schulreform als einen Schritt zu mehr Chancengerechtigkeit und zu mehr Chancengleichheit.

Ich bin selbstverständlich für die verbale Beurteilung. Wir an unserer Berufsschule 1 praktizieren seit zehn Jahren diese verbale Beurteilung. Es gibt ein Zeugnis mit Noten und zusätzlich eine verbale Beurteilung.

Ich muss euch ehrlich sagen: Ja, ich bin als Lehrerin verpflichtet, Wissen zu vermitteln, und das ist wichtig. Ja, Allgemeinwissen ist ganz einfach wichtig, das unterstütze ich und das verlangt jeder von uns. Aber es ist auch wichtig, über Werte zu reden, über Haltungen zu reden, über Teamfähigkeit zu reden, über soziale Kompetenzen zu reden. Und gerade diese Punkte, liebe Kolleginnen und Kollegen, kann man nicht einfach mit Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf einstufen, sondern da brauche ich eine Erklä­rung. Ich muss euch sagen, dass meine Schülerinnen und Schüler auf diese verbale Beurteilung stehen. Deswegen bin ich für die verbale Beurteilung.

Die Berufsorientierung habe ich schon erwähnt.

Der letzte Punkt, der mir als Volksgruppenvertreterin sehr wichtig ist: Ich würde darum bitten, dass man so wie bisher bei den Bildungsgesprächen Vertreter und Vertrete­rinnen der Volksgruppen – das zu sagen ist mir wichtig – mit einbindet, damit man ganz einfach auf die besonderen Bedürfnisse der Minderheitenschule Rücksicht neh­men kann.

Ich möchte mich bei allen bedanken, bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, bei der Frau Ministerin, aber auch bei der Ministerin außer Dienst, wenn ich das so sagen darf, Gabi Heinisch-Hosek für diese Reform, für dieses Schulpaket, das meiner Ansicht nach wirklich ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Chancengleichheit und Chancen­gerechtigkeit ist.

Ich danke allen Pädagogen und Pädagoginnen, liebe Kollegen und Kolleginnen, denn die machen gute Arbeit, auf die ich stolz bin. Und ich wünsche meinen Schülern – ich sehe sie leider nicht mehr, sie schauen mir, glaube ich, heute zu – alles Gute und schöne Ferien!

(Die Rednerin setzt ihre Ausführungen in slowenischer Sprache fort.)

Hvala lepa. Danke. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)

18.02


Vizepräsident Mag. Ernst Gödl: Weitere Wortmeldungen liegen dazu nicht vor.

Wünscht noch jemand das Wort? – Das ist nicht der Fall. Die Debatte ist geschlossen.

 


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