dass es darum geht, die Warenexporte und den Dienstleistungsexport zu fördern und die entsprechenden Vorteile aus solchen Wirtschaftsbeziehungen zu ziehen.
Betrachtet man, wie die Europäische Union diese Verhandlungen geführt hat, kennt man die Handelskommissarin Cecilia Malmström, dann muss man sagen, dass das, was sie im Zuge dieser Verhandlungen gesagt hat, nämlich dass Kanada kein böses Land ist – Canada is not an evil country –, auf dieses Vertragswerk zutiefst anzuwenden ist. Die Kanadier haben höchstes Interesse daran, gute und faire Wettbewerbsbedingungen zu haben, und wir müssen diese in einer Weltwirtschaft, die sehr komplex geworden ist, die von vielen Unwägbarkeiten abhängig geworden ist, auch haben. Wenn Sie sich die Äußerungen von Staats- und Regierungschefs außerhalb der Europäischen Union anschauen, dann wissen Sie, was ich meine.
Dieses Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada ist seit dem Herbst des vergangenen Jahres in Wirkung. Die Zahlen, die mir vorgelegt wurden, zeigen, dass eine Steigerung von mehr als 24 Prozent bei den Warenexporten von österreichischen Unternehmungen nach Kanada aufgetreten ist, dass dies im Zeitraum von Oktober 2017 bis Februar 2018 einen Wert von 510 Millionen Euro gebracht hat. Man sieht schon anhand dieser Zahlen, dass diese Wirtschaftsbeziehungen und dieser Vertrag positive Wirkungen haben.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Exportwirtschaft ist überhaupt ein Asset für die österreichische Wirtschaft, weil sich da in den vergangenen 25 Jahren Enormes entwickelt hat. Wir haben seit 1989 rund 375 000 zusätzliche Arbeitsplätze in unserer Republik Österreich. Die Zahl der Exporteure ist von 12 000 auf 55 000 exportorientierte Unternehmungen, überwiegend KMUs, gestiegen. Es ist für diese Wirtschaft einfach notwendig, gute, faire Handelsbeziehungen und rechtliche Rahmenbedingungen zu haben, um mit den Produkten und Dienstleistungen auf den Zielmärkten entsprechend agieren zu können.
Es wurde vom Kollegen Novak angeführt, dass Ceta eine neue Generation von Handelsverträgen einleitet. Ich glaube, dass es gut und richtig ist, dass diese neue Generation von Handelsverträgen kommt. Im Gegensatz zum Kollegen Novak glaube ich aber schon, dass die Umwelt- und Sozialstandards gut definiert sind, dass die kulturelle Vielfalt trotz dieser Verträge gewahrt bleibt und auch die Streitbeilegung durch eine Sondergerichtsbarkeit durchaus eine neue Qualität gewonnen hat, und darauf hat Frau Bundesministerin Schramböck am 30. Mai in ihren Ausführungen auch ganz besonders hingewiesen.
Bei genauerer Betrachtung des Vertrags sehen wir, dass es zwei Wesensmerkmale gibt. Einerseits gilt es, tarifarische Hemmnisse, vulgo Zölle, abzubauen. Dabei sollen am Ende der Ausbaustufe dieses Vertrags rund 99 Prozent der Zölle entfallen, was ein Fortschritt ist und auf die Konsumenten insbesondere auch kostenmäßig Auswirkungen hat. Andererseits – und das wird mir bei den Betriebsbesuchen immer wieder gesagt – sollen auch bürokratische Hemmnisse, also außertarifarische Handelshemmnisse, abgebaut werden. Das sind jene Bereiche, die Betriebe besonders belasten, weil sie Mehraufwand und zeitliche Verzögerung mit sich bringen, und wenn wir das hintanstellen oder gar beseitigen können, dann ist das, glaube ich, ein Handelsabkommen, das gute Wirkungen entfaltet. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Meine Gesinnungsgemeinschaft, die Österreichische Volkspartei, tut sich bei dem Thema der Handelsabkommen und auch beim Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada leicht. Wir sind immer auf der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch auf der Seite der Arbeitgeber und insbesondere auf der Seite der Konsumentinnen und Konsumenten gestanden. Wir wollen gute vertragliche Rahmenbedingungen, weil es dem Wirt-
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