BundesratStenographisches Protokoll881. Sitzung, 881. Sitzung des Bundesrates am 28. Juni 2018 / Seite 109

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vativste Stahlwerk der Welt wird nicht in Amerika oder in China stehen, sondern bei uns in der Steiermark in Kapfenberg.

Das zweite Beispiel ist Infineon. Dort ist es uns gelungen, eine Investition von 1,6 Milliarden Euro für Österreich abzusichern und rundherum neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch dieses Beispiel zeigt, dass man schon verloren geglaubte Industrie wie die Chipherstellung nach Österreich und nach Europa zurückholen kann – dies auch mit der notwendigen Innovation, mit den digitalen Möglichkeiten, dem Fortschritt und den entsprechenden Erkenntnissen, die wir haben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir das als ein wichtiges Thema sehen, als etwas, das in einem ecosystem mit den mittel­ständischen Unternehmen und mit den Start-ups stattfinden soll, denn nur gemeinsam, wenn alle drei guten Zugang zu allen digitalen Möglichkeiten haben – zu Industrie 4.0, zu Blockchain, Artificial Intelligence und Robotics –, werden wir in diesem Wettbewerb mit anderen großen globalen Bereichen wie Asien und den USA ganz weit vorne stehen.

Innovation Leader zu werden ist ein wesentlicher Punkt. Schauen wir uns die Aus­gangslage an: Österreich kann stolz darauf sein, wir nehmen Platz 2 bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung ein, sowohl was öffentliche Hand als auch was private Hand betrifft, wir liegen nur hinter Schweden. Da ist es die Aufgabe, dass wir beson­ders den Bereich der Leitbetriebe, der Start-ups und der Mittelständischen stark unter­stützen, damit das auch weiterhin so sein wird.

Lassen Sie mich kurz etwas zum digitalen Binnenmarkt sagen: Da ist es wichtig, dass wir im Trilog diese Themen – das wurde sehr gut begonnen und von Estland und von Bulgarien weitergeführt – abschließen und möglichst weit vorangehen. Zwei zentrale Themen, die wir zu Ende bringen werden, sind Plattform-to-Business und Public Sector Information. Die Bulgaren haben unter ihrem Vorsitz die Themen free flow of non-personal data und Single Digital Gateway abgeschlossen; wir werden das übernehmen und darauf achten, dass in den nächsten sechs Monaten eine entsprechend starke Umsetzung erfolgt.

Wichtig ist – es wurde bereits erwähnt – das Thema der Berufsausbildung. Skills sind eines der wichtigsten Themen in Europa. Sie machen uns wettbewerbsfähig, sie schaf­fen neue Arbeitsplätze, je besser wir ausgebildet sind. – Auch da spreche ich aus ganz persönlicher Erfahrung, denn mein Vater und meine Mutter haben beide weder Lehre noch irgendetwas anderes machen dürfen. Ich stamme also aus einem Umfeld, in dem Bildung, in dem das weitere Lernen es mir ermöglicht hat, heute hier vor Ihnen zu stehen. Deshalb ist es mir ein so großes Anliegen, dass ich das Thema duale Aus­bildung als einen großen Punkt in die Agenda aufgenommen habe.

Es geht darum, das Thema der Lehre in Gesamteuropa zu verbreiten, denn es macht Europa stark, wenn wir Fachkräfte in allen Bereichen ausbilden und diese Fachkräfte ganz nach vorne bringen. Die Digital Skills, die Fähigkeiten, digitale Kompetenzen zu erwerben, das muss in jedem Land und in jedem Beruf möglich sein. Viele Länder Europas haben diese duale Ausbildung nicht, deshalb ist es uns und mir persönlich ein großes Anliegen, das voranzutreiben und vor allem neue Berufsbilder zu schaffen und auch entsprechend umzusetzen.

Warum ist das so wichtig? – Weil wir diese Fähigkeiten in der gesamten Kette zur Verfügung stellen müssen, da uns die Unternehmen in ganz Europa sagen, dass das fast das wichtigste Thema ist. Schauen wir uns die Jugendarbeitslosigkeit in Europa an, so ist diese besonders in jenen Ländern erhöht, die keine duale Ausbildung, keine Lehrausbildung haben. Gleichzeitig haben die Unternehmen Probleme damit, nicht genügend Personen mit entsprechenden Fähigkeiten zu finden.

 


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