Meinung nach überdurchschnittlich von diesen Ausgleichszahlungen oder Förderungen profitieren. Das will ich jetzt mit ein paar Zahlen belegen.
Die 3,3 Prozent der Betriebe der höchsten Größenklasse mit über 50 000 Euro an Zuwendungen erhalten 25,3 Prozent der gesamten Fördersumme. Die insgesamt 14 Prozent der größten Betriebe mit den höchsten Zuwendungen erhalten 48,5 Prozent des Gesamtvolumens. Daran ist schon ersichtlich, dass durch diese Flächenförderung beziehungsweise durch diese Ausgleichszahlungen ein kleiner Teil überproportional profitiert! Ich glaube, es wäre endlich an der Zeit, auch im Sinne der bäuerlichen Familienbetriebe und im Sinne der Nebenerwerbsbauern für eine ausgewogene und gerechte Verteilung der Fördermittel oder der sogenannten Ausgleichszahlungen zu sorgen.
Eine Entwicklung, die sich auch aus dem Grünen Bericht ablesen lässt, ist für mich einerseits sehr interessant, andererseits aber auch sehr bedenklich. Es geht um die Statistik im Grünen Bericht, die sich mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Pestiziden auf Ackerflächen beschäftigt. Ich möchte jetzt, damit man sich ein bisschen etwas vorstellen kann, einen Vergleichszeitraum zwischen dem Jahr 2001 und dem Jahr 2017 ansprechen. In diesem Zeitraum hat die Fläche des gesamten bewirtschafteten Ackerlandes um über 51 000 Hektar abgenommen. Gleichzeitig wurden die Bioackerflächen um 150 000 Hektar erweitert. Das heißt: Die konventionell bearbeiteten Ackerflächen haben in diesem Zeitraum, also von 2001 bis 2017, um über 200 000 Hektar abgenommen.
Jetzt kommt es aber: Gleichzeitig mit der Abnahme von über 200 000 Hektar an konventionell bearbeiteten Ackerflächen hat sich der Einsatz von Pestizidwirkstoffen um 531 Tonnen erhöht! Das heißt: Es gibt um über 200 000 Hektar weniger konventionellen Ackerbau, jedoch eine Zunahme beim Einsatz von Pestiziden um 531 Tonnen! – Wenn vorher an die Eigenverantwortung einer gewissen Berufsgruppe appelliert wurde, dann muss ich jetzt auch an die Eigenverantwortung dieser Berufsgruppe appellieren!
Damit ist eindeutig erwiesen, dass im konventionellen Anbau immer größere Mengen an Pestizidwirkstoffen eingesetzt werden. Bisher gab es, egal welcher Minister vorher im Amt war, immer nur Lippenbekenntnisse. Die Agrar-Umweltprogramme haben keine nachhaltige Entwicklung beinhaltet, und ich war jetzt zwei Mal hintereinander im Agrar- oder im Landwirtschaftsausschuss und habe auch dort vermisst, Frau Bundesministerin, dass solche Entwicklungen von Ihnen in Gang gesetzt würden!
Ich vermisse die Programme und ich vermisse den Mut! Gerade Mut heftet sich diese Bundesregierung immer auf ihre Fahnen, ich vermisse jedoch den Mut, wenn es um die Eindämmung von Pestiziden und ein Verbot von Glyphosat und Chlorpyrifos geht! Die Bundesregierung fürchtet sich ja in manch anderen Bereichen auch nicht vor etwaigen Vertragsverletzungsverfahren, wie Sie es in diesem Zusammenhang im letzten Landwirtschaftsausschuss als Ausrede benutzt haben. Aber es schaut halt wieder einmal so aus, wie wenn jemand Klientelpolitik statt nachhaltiger, gesunder, menschlicher Landwirtschafts- und Umweltpolitik macht.
Ich will hier aber nicht nur Kritik anbringen, sondern ich will auch einen konstruktiven Vorschlag einbringen. Dabei möchte ich mich auf den Grundsatzantrag „Bio-Wende“ aus dem Burgenland beziehen, der als Dringlichkeitsantrag eingebracht und beschlossen worden ist. – Ich darf daraus zitieren:
„Die Burgenländische Landesregierung wird aufgefordert, durch eine Neuausrichtung der Agrarpolitik das Burgenland zum Bio-Vorzeigeland zu entwickeln. Die ‚Bio-Wende‘ soll auf breiter politischer Basis unter Einbindung von Landwirtschaftsvertretern und Experten durch folgende Maßnahmen und Zielsetzungen erreicht werden:
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