BundesratStenographisches Protokoll907. Sitzung, 907. Sitzung des Bundesrates am 4. Juni 2020 / Seite 22

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Nun zum eigentlichen Thema: Ich freue mich, Frau Kulturstaatssekretärin, dass Sie heute das erste Mal bei uns im Bundesrat sind und uns auch ein wenig kennenlernen. Es ist für uns auch wichtig, Austausch mitzunehmen, denn gerade in Zeiten wie diesen ist es ja nicht so leicht für alle Kulturschaffenden im Land, da brauchen wir einen Schul­terschluss, und den kann es aus meiner Sicht nur gemeinsam geben.

Zu Beginn auch von mir ein herzliches, großes Danke an alle Österreicherinnen und Österreicher, dass wir täglich wieder einen Schritt näher zu unserer Normalität kommen. Das war ja alles nicht selbstverständlich – der Herr Präsident hat das schon ausgeführt –, viele Menschen haben sich engagiert. Aber auch ein großes Dankeschön an die österrei­chische Bundesregierung mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und dem Herrn Vizekanzler für die gesetzten Maßnahmen. Wenn wir jetzt nach Schweden blicken, sehen wir, wie richtig, notwendig und wichtig diese Maßnahmen waren und dass wir jetzt wieder auf dem Weg zurück sind. Daher: ein herzliches Dankeschön für das engagierte Eintreten! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Ich freue mich auch über die Lockerungen im Kunst-, Kultur- und Sportbereich. Aufgrund meines persönlichen Naheverhältnisses zur Kultur werde ich jetzt den kulturellen Bereich ein wenig beleuchten, die Kollegin Eder wird sich später auf den Sport stürzen.

Dazu zwei Zitate, die ich diesbezüglich gefunden habe: „Die Wissenschaft ist der Ver­stand der Welt, die Kunst ihre Seele“, hat Maxim Gorki gesagt. „Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens“, das hat Jean Paul gesagt. Und ich finde, das ist sehr treffend, denn mir und vielen anderen Menschen in Österreich sind diese Thea­terbesuche, Museumsbesuche, Buchpräsentationen – das ganze Spektrum des kulturel­len Lebens – sehr, sehr abgegangen. Kollege Schreuder hat schon die Lockerungen erwähnt, die finde ich auch sehr gut und notwendig, denn damit sind seit letztem Freitag Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen im Publikum möglich. Die mitwirkenden Künst­lerinnen und Künstler werden nicht mitgezählt.

Auf Grundlage dieser Lockerungen können auch wieder Festspiele stattfinden, zum Bei­spiel bei uns in Salzburg natürlich die Salzburger Festspiele – das werde ich noch näher ausführen –, aber auch die Gollinger Festspiele und viele, viele Kulturinitiativen im Um­kreis, die jetzt auch etwas machen können. Die „Salzburger Nachrichten“ haben eine tolle Beilage (diese in die Höhe haltend) gemacht: „Willkommen“, Kultur in Salzburg. Da steht sehr, sehr viel drinnen, man spürt den Aufbruch, es tut sich etwas, und das ist gut und schön für uns alle.

Am Samstag habe ich auch den Leitartikel von Chefredakteur Manfred Perterer in den „Salzburger Nachrichten“ sehr, sehr gut gefunden und darf daraus kurz zitieren: „Wir dürfen uns in diesen Tagen ruhig einmal freuen. Fürs Erste haben wir es nämlich ge­schafft. Die Infektionszahlen sind konstant niedrig.“ – Salzburg hat derzeit nur noch fünf Infizierte und keine Neuinfizierten, das habe ich gerade nachgeschaut. – „Und deshalb hat Österreich auch wieder geöffnet.“ Für mich ganz speziell: „Ein Beweis dafür, dass einen Mut, Zielstrebigkeit und Hoffnungen weiter bringen als Angst und frühzeitige Kapi­tulation, sind die Salzburger Festspiele.“

Das kann ich nur vollinhaltlich bestätigen. Ich kenne die engagierte Präsidentin Helga Rabl sehr, sehr gut, auch den Intendanten Markus Hinterhäuser und den kaufmänni­schen Leiter Lukas Crepaz. Sie haben gemeinsam mit unserem Landeshauptmann im­mer daran geglaubt, dass es heuer Festspiele geben wird. Sie haben sich hingesetzt, haben sich überlegt, wie reduzierte Festspiele unter diesen Coronabedingungen stattfin­den können, haben auch aktiv an Konzepten gearbeitet. Das wurde dann mit der öster­reichischen Bundesregierung weiter verhandelt, und jetzt haben wir Gott sei Dank diese Lockerung.

Heuer haben wir nämlich ein besonderes Jahr, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir feiern 100 Jahre Salzburger Festspiele. 1920 – das war auch keine leichte Zeit – haben sich


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