die Herren Richard Strauss, Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal zusammengetan – da waren noch die Kriegswirren – und haben das erste Mal am 22. August den „Jedermann“ aufgeführt. Daher freut es mich, dass wir heuer vom 1. bis 30. August modifizierte Festspiele in Salzburg haben können. Statt 200 Vorstellungen an 44 Tagen und 16 Spielstätten wird es in etwa 90 Vorstellungen an 30 Tagen an höchstens sechs Spielstätten geben, und das 100-Jahr-Jubiläum des „Jedermann“ wird auch gefeiert.
Ich lade Sie alle ein, im Sommer nach Salzburg zu kommen, um diese Festspiele zu genießen. Die Salzburger Festspiele, liebe Kolleginnen und Kollegen, sind ja nicht nur wegen ihrer hohen künstlerischen Darbietungen wichtig, sondern sie sind auch für die ganze Wirtschaft in Salzburg wichtig (Zwischenruf des Bundesrates Pisec), für die Gastronomie, für die Wirtschaftstreibenden, für jeden Geschäftsinhaber, auch für Galerien et cetera. Daher war es auch notwendig – und auch da danke ich Ihnen, Herr Vizekanzler, und jetzt auch Ihnen, Frau Staatssekretärin –, dass es ermöglicht wurde, dass wir Festspiele in Salzburg haben werden.
Die Salzburger Festspiele erwirtschaften 75 Prozent ihrer Ausgaben selbst, dazu gibt es eine Studie der Wirtschaftskammer. Sie bringen eine Wertschöpfung von 183 Millionen Euro in Salzburg und 215 Millionen Euro in Österreich, und sie haben 2 800 Mitarbeiter im Sommer beschäftigt. Das sind schon wichtige Zahlen, und daher war es für uns in der Region so wichtig, dass diese Festspiele heuer stattfinden können.
Ich darf noch kurz auf zwei Dinge eingehen, die mir in dieser Zeit auch notwendig erscheinen: die Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung für die Kulturschaffenden, die wir jetzt im Parlament auf den Weg bringen. Wir werden unter Tagesordnungspunkt 2 das Bundesgesetz über die Errichtung eines Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds beraten, der in einer Höhe von 700 Millionen Euro eingerichtet werden soll. Und ab Juli sollen auch freischaffende Künstlerinnen und Künstler durch einen eigens zur Verfügung stehenden Überbrückungsfonds rasche Hilfe erhalten. Dafür stehen dann 90 Millionen Euro für circa 15 000 Künstler zu Verfügung, für die Dauer von sechs Monaten sollen 1 000 Euro pro Monat ausbezahlt werden. Die Rahmenbedingungen werden noch geschaffen, und ich bitte Sie, das möglichst rasch zu tun, damit wir diesen Überbrückungsfonds auch wirklich schnell in die Umsetzung bringen.
Auch die Verbesserungen im Härtefallfonds, die seit letzter Woche in Kraft sind, kommen den KünstlerInnen und Personen im kunstnahen Bereich zugute, denn da gibt es ja auch MaskenbildnerInnen, da gibt es ja TontechnikerInnen, die alle davon betroffen sind (Zwischenruf des Bundesrates Schennach), und daher ist es wichtig und notwendig.
Lassen Sie mich mit Chefredakteur Manfred Perterer in seinem Leitartikel in den „Salzburger Nachrichten“ abschließen, der gesagt hat: „Langsam, aber sicher sind wir auf dem Weg zu jenem Zustand, der zu unserer demokratischen Gesellschaft passt: Freiheit muss die Regel sein, Verbote müssen die Ausnahme bleiben. Wie schnell wir dorthin gelangen, haben wir ab jetzt zu einem Gutteil selbst in der Hand.“
Daher: Genießen wir wieder das kulturelle Leben im kommenden Sommer und in den kommenden Wochen, aber seien wir wachsam, die Krise ist leider noch nicht vorbei! Halten wir uns an die Regeln, dann steht einer weiteren Öffnung nichts im Wege! (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
9.42
Präsident Robert Seeber: Zu Wort gelangt Frau Bundesrätin Korinna Schumann. Ich erteile ihr dieses.
Bundesrätin Korinna Schumann (SPÖ, Wien): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite