wieder auferstehen kann. Wir brauchen die Unternehmer, denn ohne sie gibt es auch keine Jobs. Wenn der Unternehmer zusperren muss, sind auch die Jobs weg, das geht von einem bis 300. Daher ist es ganz wichtig, beiden zu helfen, auf die Beine zu kommen, und diesbezüglich wäre es jetzt endlich an der Zeit, dass Sie einmal damit anfangen. (Beifall bei der FPÖ und bei BundesrätInnen der SPÖ.)
10.08
Präsident Robert Seeber: Zu einer ersten Stellungnahme zu Wort gemeldet ist der Herr Vizekanzler und Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport. Ich erteile es ihm; auch seine Redezeit soll 10 Minuten nicht überschreiten.
Bundesminister für Kunst, Kultur,
öffentlichen Dienst und Sport Vizekanzler
Mag. Werner Kogler: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es wird schon etwas Gutes
von der Vorsitzführung überbleiben, wenn wir vielleicht in zwei
Jahren zurückblicken, um zu beurteilen, ob und inwieweit
Österreich die Bewältigung dieser Coronakrise ganz gut hinbekommen
hat. Und das ist natürlich die größte Krise seit dem Zweiten
Weltkrieg, das ist unbestritten, und zwar wirtschaftlich, aber auch
gesellschaftlich. Wir reden ja heute über gesellschaftliches
Zusammenleben, vor allem den Kultur- und Sportbereich betreffend. Das ist
rundum eine Krise. Ich gebe Bundesrätin Schumann vollinhaltlich
recht: Es ist vor allem auch eine soziale Krise, die aus diesen ganzen
Einschlägen, wie ich gerne sage, resultiert, das ist ja unbestritten.
Wie gesagt, das Problem ist ja nicht aus sozialpolitischer Boshaftigkeit entstanden oder aus wirtschaftspolitischer Unfähigkeit mit Anlauf oder weil man jetzt plötzlich die Kultur drangsalieren will oder weil wir auf die Idee kommen würden, dass Bewegung ganz schlecht ist. Ich habe erst die Dokumentation über Winston Churchill gesehen – lassen wir den einmal auf der Seite! Der hat eine andere Philosophie zur Bewegung gehabt, aber er hat auch viel Gutes gemacht. (Heiterkeit. – Bundesrätin Mühlwerth: No sports!)
Also das war es ja nicht, und bis sich die Lage geordnet und sortiert hat, haben wir alle miteinander schon ein bisschen sondiert – und da möchte ich zunächst einmal auf das Gemeinsame kommen.
Ich glaube ja, am Anfang, die ersten Wochen war sie gerade hier im Bundesrat schon sehr nützlich – wenn es schon gesagt worden ist, dann spreche ich es gerne noch einmal aus –, die gemeinsame Erkenntnis, rasch etwas tun zu müssen, obwohl man nicht hundertprozentig genau gewusst hat, wann der richtige Tag für den Lockdown ist. Da ging es, wie wir im Nachhinein wissen, ja wirklich um die Vermessung von Tagen: nicht zu früh, wie intensiv, aber auch nicht zu spät. Selbst der Mathematiker Niki Popper, der ja mit seinen Berechnungen eigentlich nicht bei den quasi dramatischen Szenarien war, hat gesagt: Na gut, fünf, sechs Tage; am siebenten wären wir dann, hätten wir noch gewartet, tatsächlich an die Kapazitätsgrenzen gelangt, was die Intensivmedizin betrifft.
Das war ja immer unser Leitmotiv, also jedenfalls das der Regierung – und das über alle Regierungsmitglieder und über die beiden Parteien hinweg. Darüber hinaus sage ich heute diesen dramatischen Satz sicher nicht mehr, betone aber, dass in Österreich niemand sterben sollte, der nicht sterben müsste, bloß weil diese Kapazitäten überschritten wurden. Im Übrigen haben wir diese mit den Bundesländern gemeinsam auch ausgeweitet: Intensivbetten und Kapazitäten, vor allem aber Beatmungsgeräte sind ja zuerst freigeschafft beziehungsweise herbeigeschafft worden. Das war damals die Ausgangssituation – so weit so bekannt.
Wir haben dann schon immer wieder sehr viel, weil wir hier im Bundesrat sind, auch gemeinsam mit den Landeshauptleuten vereinbart – ob es jetzt das Containment war oder vorher die Schutzmaßnahmen und, und, und –, das hat, glaube ich, ganz gut funktioniert.
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