BundesratStenographisches Protokoll907. Sitzung, 907. Sitzung des Bundesrates am 4. Juni 2020 / Seite 36

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nun möglich ist, auch wieder vermehrt sportlich aktiv zu sein, obwohl ich auch an dieser Stelle noch einmal betonen möchte, dass es – auch dank deines Einsatzes, Werner – für uns immer möglich gewesen ist, nach draußen zu gehen, spazieren zu gehen, Fahr­rad zu fahren, und dass das in der Zeit der Coronabelastung nicht verloren gegangen ist.

Sport selbst dient zur Stärkung unseres Immunsystems, und ein gesundes Immunsys­tem ist ein zusätzlicher Schutz gegen Krankheiten. Daher darf man nicht vergessen und muss an dieser Stelle sagen: In den letzten Monaten haben Sporttrainerinnen und Sport­trainer sowohl im privaten Vereinsbereich als auch im schulischen Sektor wirklich Groß­artiges geleistet, und dafür sage ich an dieser Stelle meinen großen Dank.

Sehr schnell fanden nämlich Sporttrainerinnen und -trainer mit ihrer Kreativität auch die Möglichkeit, zum Beispiel über Zoom Trainingsprogramme zusammenzustellen und die Kinder auf diese Weise zu motivieren, auch weiterhin aktiv zu bleiben. Zudem haben die Vereine selbst durch ihre fachlichen Inputs mit dazu beigetragen, Konzepte zur schritt­weisen Lockerung auszuarbeiten.

Umso wichtiger ist es aber nun, mit diesem Hilfspaket auch die Sportvereine gut zu un­terstützen. Abgesagte Meisterschaften und somit nicht dokumentierte Erfolge führen nicht nur zu Einnahmenverlusten bei den Vereinen, sondern leider auch zu Motivations­verlusten bei so mancher Sportlerin und so manchem Sportler. Doch erst die vollständige Lockerung wird uns wieder Normalität bringen.

Ich halte es aber auch für wichtig, dass es im Zuge der Wiederaufnahme des Schulunter­richtes wieder zur täglichen Bewegungsstunde kommt. Lebenslange Bewegung zu ler­nen ist genauso wichtig wie Lesen zu lernen. (Bundesrätin Grimling: Stimmt!) Meiner Auffassung nach ist eine freiwillige Sportstunde am Nachmittag zwar gut gemeint, wird aber wahrscheinlich nur selektiv angenommen werden.

Abschließend möchte ich noch auf eine sehr erfreuliche Perspektive hinweisen, nämlich auf die Sommercamps: Sportcamps und Sommercamps für Kinder werden in Kürze wie­der erlaubt sein. (Bundesrätin Schumann: Leisten muss man es sich können!) Dass das wieder erlaubt sein wird, freut mich persönlich besonders, weil diese Ferienveranstaltun­gen einerseits Kindern Normalität und Spaß zurückbringen und andererseits auch für die Eltern einen wichtigen Entlastungsfaktor darstellen. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)

10.33


Präsident Robert Seeber: Zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Heike Eder. Ich er­teile ihr dieses.


10.34.10

Bundesrätin Heike Eder, BSc MBA (ÖVP, Vorarlberg): Sehr geehrter Herr Präsident! Lieber Herr Vizekanzler! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseher daheim vor den Bildschirmen! In meinem doch noch relativ jungen Leben habe ich den Sport in so ziemlich allen Facetten kennenlernen dürfen, vom Breiten- zum Spitzensport über Sport als Reha-Maßnahme und integrativen Sport sogar bis hin zum paralympischen Spitzen­sport, und ich kann Ihnen dank meiner gewonnen Informationen und meines in dieser Zeit aufgebauten Netzwerks sagen, dass die Coronakrise ganz besonders den Sport, und zwar nicht nur den Spitzensport, sondern auch den Breiten- und Behindertensport, besonders hart getroffen hat und nach wie vor mit großen Herausforderungen konfron­tiert.

Schneller, höher, weiter – ihr alle kennt vermutlich diesen Spruch. Für viele Spitzen­sportler ist dies der verinnerlichte Leitspruch, dem sie ihr ganzes Leben unterordnen. Von heute auf morgen waren sie aber mit Einschränkungen in ihrem Trainings- und


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