BundesratStenographisches Protokoll907. Sitzung, 907. Sitzung des Bundesrates am 4. Juni 2020 / Seite 37

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Wettkampfalltag konfrontiert, die für sie die Beibehaltung des gewohnten professionellen Trainingsumfelds nur sehr schwer möglich machten.

Ski-Alpin-Fahrer beispielsweise mussten auf wichtige Materialtests als Vorbereitung für die kommende Wintersaison verzichten. Fußballer und Angehörige vieler anderer Sport­arten mussten, wie wir schon gehört haben, unterbrechen beziehungsweise die Saison vorzeitig beenden. Insbesondere in Kampfsportarten wie Judo und Karate leidet man extrem unter der aktuellen Situation. Diesen Menschen fehlt aktuell jegliche Perspektive betreffend zukünftige Wettkämpfe, die eine hohe Internationalität aufweisen. Somit ist auch eine Qualifikation für Olympia derzeit noch völlig offen.

Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Viele Einzelschicksale sind damit verbunden. Als ehemalige Spitzensportlerin kann ich mir sehr gut vorstellen, wie hart das ist, und deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, mich bei allen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern ganz herzlich für ihre Geduld und ihre beispiellose Vorbildwirkung in den vergangenen Wochen und Monaten zu bedanken. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Sport besteht aber natürlich nicht nur aus Spitzensport, sondern Sport vermittelt unseren Kindern – das hat auch meine Vorrednerin schon sehr schön erwähnt – essenzielle Wer­te wie Teamgeist, Durchhaltevermögen, Ehrgeiz, aber auch die Fähigkeit des Umgangs mit Niederlagen. Darüber hinaus wirkt sich Sport natürlich positiv auf unsere Gesundheit und unsere Psyche aus, und Sport führt zu sozialer Integration und Rehabilitation. Aus diesen Gründen ist es von großer gesellschaftlicher Bedeutung, dass die negativen Implikationen der Coronakrise von der Bundesregierung angegangen und bestmöglich beseitigt werden.

Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, ich meine, dass das bereits sehr gut gelungen ist. Dank der raschen Reaktion und der richtig gesetzten Maßnahmen der Bundesregie­rung konnten Spitzensportler den Trainingsbetrieb deutlich früher wieder aufnehmen, als dies zum Beispiel in unserem Nachbarland Schweiz möglich war. Die schrittweise Öff­nung der Indoor- und Outdoor-Sportstätten wie der Freibäder und Fitnessstudios ermög­licht nun den Sportbegeisterten unter uns eine schrittweise Rückkehr in den sportlichen Alltag.

Insbesondere die Verbände und Vereine, deren Tätigkeiten in den vergangenen Wochen völlig zum Erliegen kamen, atmen angesichts der angekündigten Lockerungsmaßnah­men wieder vorsichtig auf. Ihre Sorgen um die Zukunft sind jedoch nach wie vor groß. Viele Vereine im Bereich des Breitensports – auch das hat meine Kollegin schon be­leuchtet – verzeichnen bereits jetzt deutliche Rückgänge an Mitgliedern und Sponsoren. Beides bedeutet weniger finanzielle Mittel, um den Vereinsbetrieb aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus herrscht auch die große Sorge, dass Trainer und Funktionäre Gefallen daran finden, dass sie mehr Zeit zu Hause für Familie und ihre eigenen Hobbys haben und somit als Funktionäre in den jeweiligen Vereinen, die so immens wichtig für Sport und Gesellschaft sind, quasi wegbrechen.

Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, ich bringe aber eine positive Nachricht zum Schluss: Sportler haben eine gute Resilienz. Sie sind es gewohnt, sich auf sich ändernde Bedingungen einzustellen, und sie können auch aus schwierigen Zeiten das Beste ma­chen – und ich glaube, darauf kommt es jetzt an. Bleiben wir optimistisch, bleiben wir zuversichtlich und bleiben wir vor allem weiterhin sportlich, um uns dadurch gesund zu halten! – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

10.39


Präsident Robert Seeber: Zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Michael Wanner. Ich erteile ihm dieses.


10.39.13

Bundesrat Michael Wanner (SPÖ, Salzburg): Herr Präsident – danke, dass du wäh­rend meiner Rede noch am Präsidium bleibst! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretärin!


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