BundesratStenographisches Protokoll907. Sitzung, 907. Sitzung des Bundesrates am 4. Juni 2020 / Seite 39

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18 Milliarden Euro und 300 000 Arbeitsplätze sind in Österreich auf die Wertschöpfung beim Sport zurückzuführen. Ich glaube aber, dass auch der Sport bei Ihnen ein Rand­thema ist – Pressekonferenzen sind wichtiger.

Sportpolitik ist momentan nicht vorhanden, Sport wird missachtet. Deswegen fordern wir die tägliche Turnstunde. Herr Vizekanzler, wo bleibt Ihr Aufschrei? Die tägliche Turn­stunde ist im Rahmen von Freiwilligkeit auf den Nachmittag verbannt worden, und das soll gleichzeitig in der ganzen Schule geschehen. Das werde ich mir jetzt, egal wo auch immer, anschauen! In der Halle ist es nicht erlaubt, und der Platz wird wahrscheinlich zu eng sein, wenn dort 100 Kinderlein sind.

Wo ist also die Wahrnehmung Ihrer Verantwortung? Wo ist Ihr Aufschrei zu diesem The­ma gegenüber dem Unterrichtsminister? – Ich vermisse ihn!

Wir fordern die tägliche Turnstunde. Wir fordern 100 Millionen Euro für die Vereine die­ses Staates, die großen Schaden erlitten haben. Die Österreicherinnen und Österreicher müssen sich bewegen. Bitte bewegen Sie sich auch endlich! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und FPÖ.)

10.45


Präsident Robert Seeber: Zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Markus Leinfellner. Ich erteile ihm dieses.


10.45.27

Bundesrat Markus Leinfellner (FPÖ, Steiermark): Geschätzter Herr Präsident! Ge­schätzter Herr Sportminister! Liebe Mitglieder der Bundesregierung! Frau Staatssekretä­rin! Kolleginnen und Kollegen! Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Für mich ist dies heute wirklich ein besonderer Moment, da wir unseren Sportminister hier haben. – Ich hoffe, Sie verzeihen mir, dass ich Sie heute vermehrt als Sportminister ansprechen werde, ich glaube nämlich, dass dieser Bereich bei Ihnen ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Ich frage mich: Was ist aus diesem Mann der großen Worte – Sie haben es heute selbst schon erwähnt, Herr Sportminister: 12,5-Stunden-Rede im Nationalrat – geworden, der wirklich etwas verändern wollte? – Im Bereich des Sports, vor allem im Bereich des Brei­tensports und des Jugendsports, ist eher ein Schweigeminister daraus geworden, wie es Kollege Wanner vorhin schon richtig angesprochen hat. Wir hätten uns von Ihnen Worte dazu gewünscht, aber dazu schweigen Sie, Herr Sportminister! (Bundesrat Schen­nach: Taten zählen!)

Seit Sie Vizekanzler sind, haben Sie anscheinend vergessen, dass Sie viele weitere Be­reiche abzudecken haben: den Bereich der Kunst, und zwar nicht nur Ihre linken Künst­ler, sondern den gesamten Bereich der Kunst, den Bereich der Kultur, auch der Volks­kultur, des öffentlichen Dienstes und des Sports, wobei mir der Sport ganz besonders am Herzen liegt. Seit Sie diese Ressorts übernommen haben, hat es aber weder im Nationalrat noch im Bundesrat eine Ausschusssitzung des Sportausschusses gegeben, und es gibt viele Anträge, die hier noch zu behandeln wären, Herr Minister.

Was mir auch fehlt, sind klare Worte betreffend dieses 700-Millionen-Euro-Förderungs­paket. Was bleibt wirklich für die regionalen Vereine übrig? Was bleibt wirklich vor Ort übrig? Wie viel davon ist dafür vorgesehen? – All das bleibt unbeantwortet. Deshalb muss ich sagen: Es stimmt mich ein wenig traurig, dass nicht nur von Ihnen, sondern von der gesamten Bundesregierung der Sport stiefmütterlich behandelt wird. Die ge­samte Nachwuchsarbeit draußen in den regionalen Vereinen ist sehr schwierig, doch niemand in dieser Bundesregierung fühlt sich für diese regionalen Vereine und Bereiche zuständig.

Herr Sportminister! Es ist schön und gut und auch wichtig, wenn Sie bei Eröffnungen dabei sind, bei einem Nightrace, bei einer Gala des Sports, oder wie die Veranstaltungen


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