Bürger heranzubringen. Lieber Christian, noch einmal herzlichen Dank für deinen Einsatz und deine erfolgreiche Präsidentschaft.
Den gestrigen Abend, ich habe ihn schon angesprochen, konnten wir ja beinahe so feiern, wie wir es von früher gewohnt waren, in einer gewissen Normalität. Ich bin überzeugt, dass die nächsten sechs Monate meiner Präsidentschaft unter einem sehr guten Vorzeichen stehen. Meine geplanten Veranstaltungen werden hoffentlich ohne größere Einschränkungen stattfinden können. Die Halbjahre meiner letzten drei Vorgänger waren ja von der Pandemie gezeichnet: Noch nie hatten wir so viele Sitzungen und Sondersitzungen im Bundesrat zu bewältigen, und ich bin sehr froh, dass jetzt voraussichtlich wieder Normalbetrieb im Parlament einziehen kann.
Mittlerweile haben wir das Virus im Griff, und mit vollem Elan können wir alle darangehen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Ich habe für meine Präsidentschaft das Motto „Starke Regionen, starke Republik“ gewählt. Damit wird das von meinen Vorgängerpräsidentschaften begonnene Generalthema nach dem Masterplan Ländlicher Raum, damals initiiert von unserem Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, fortgeführt – und ich glaube, es ist in der Zwischenzeit auch im Bundesrat sehr erfolgreich angekommen. Ich werde dabei meine Schwerpunkte auf die Förderung der Chancengleichheit von Stadt und Land legen sowie versuchen, eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus nach der Pandemie zu erreichen.
Tirol wird jetzt mit großer Motivation darangehen, verloren gegangene Arbeitsplätze im Tourismus wiederzubeleben, Arbeitsplätze abzusichern und neue zu schaffen, und wir werden zusammenhelfen, um der im Zusammenhang mit dieser Krise auch in Bedrängnis geratenen Tiroler Landwirtschaft zu helfen, damit man gemeinsam positiv in die Zukunft schauen kann. Das wird eben durch eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus geschehen. Wir wissen, gerade im vom Tourismus geprägten Land Tirol, aber auch in anderen Tourismusgebieten sind die Bereiche sehr voneinander abhängig.
Es braucht ein positives Zusammenspiel dieser Sektoren, weil sie einen sehr wesentlichen Wirtschaftsimpuls für die österreichische Wirtschaft insgesamt geben können. Ich möchte während meiner Präsidentschaft mit vielen Partnern das Gespräch suchen und gemeinsam mit ihnen ressort-, sparten-, aber auch parteiübergreifende Perspektiven insbesondere für die ländlichen Regionen entwickeln.
Wir sind letzte Woche im Rahmen eines Fachgesprächs zum Thema „Post-Corona: Neue Impulse für Tourismus und Landwirtschaft“ im Palais Epstein zu dem Schluss gekommen, dass ein Coronaneustart in den Regionen untrennbar mit Tourismus und Landwirtschaft verbunden ist.
Der ländliche Raum, das müssen wir wissen, und damit auch der Vertretungsanspruch von uns Bundesräten, ist die Heimat von zwei Dritteln der österreichischen Bevölkerung. Es wohnen über fünf Millionen Menschen in ländlichen Gemeinden, und gerade deswegen möchte ich die Tiroler Vorsitzführung nutzen, um Themen ins Zentrum zu rücken, die den Menschen am Land am Herzen liegen: von der Breitbandversorgung über Mobilität und Digitalisierung bis hin zur Nahversorgung und medizinischen Versorgung.
Wir brauchen in Österreich einen wirtschaftlich starken, lebendigen ländlichen Raum. Die Weichen für die Zukunft müssen wir jetzt stellen, damit das Leben am Land weiterhin attraktiv und lebenswert bleibt und die Abwanderung für die nächsten Generationen nicht zum Thema wird. Ziel der von mir initiierten Enquete am 20. Oktober hier im Haus wird es daher sein, neue Wertschätzung für den ländlichen Raum zu gewinnen. Die drei Bundesministerinnen Leonore Gewessler, Elisabeth Köstinger und Margarete Schramböck
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