BundesratStenographisches Protokoll929. Sitzung, 929. Sitzung des Bundesrates am 15. Juli 2021 / Seite 42

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zur Erhaltung von wertvollen biologischen Artenvielfalten. Eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft ist also Teil der Lösung und nicht das Problem.

So gibt es auch in diesem Bereich einen Plan für die Landwirtschaft mit konkreten Stra­tegien und Zielen, der bis 2030 verfolgt wird, wie etwa die Verbesserung der Biodiversität in der Kulturlandschaft durch nachhaltige und integrative Nutzungskonzepte und durch keine weitere großflächige Außernutzungsstellung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen – bestehende versiegelte Flächen sollen genutzt werden, anstatt weiter täglich frische Flächen zu versiegeln – oder die Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe bei der Errichtung, Gestaltung und Erhaltung von extensiv genutzten Blühflächen und biodiversitätsfördernden Landschaftselementen wie Brachen, Hecken oder Teichen.

Doch nicht nur die Bäuerinnen und Bauern sind vom Klimawandel betroffen, viele Berufs­gruppen und Arbeitsplätze sind indirekt oder direkt von der Natur und der Landschaft abhängig, zum Beispiel der Tourismus, die Raumplanung, die Landschaftspflege, der Naturschutz, die Pharmazie oder die Forschung. Mittlerweile ist die gesamte Bevölke­rung hinsichtlich des Klimawandels sensibilisiert. Unter diesem Wandel der Umwelt leiden nicht nur die Menschen – in unserer Form, wie wir leben und wirtschaften –, sondern alle unterschiedlichen Lebewesen, egal ob Mensch, ob Tier, ob Pflanze.

Eine besonders starke Gruppierung, die sich für die Umweltthemen einsetzt, ist die Fridays-for-Future-Bewegung, die weltweit auf die Veränderungen der Umwelt hinge­wiesen hat. Es kann wirklich jeder Einzelne etwas tun. Unsere Gärten und Balkone sind hervorragende Rückzugsorte für Insekten und Tiere. So sind etwa Laubhaufen ideale Verstecke für Igel und Schlangen, und jeder Quadratmeter Blühwiese ist ein Nah­rungsparadies für Insekten, wie Schmetterlinge oder Bienen.

Deswegen denke ich – das möchte ich nun zusammenfassend sagen –, es ist wichtig, dass wir da alle gemeinsam an einem Strang ziehen, unserer Umwelt zuliebe. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie des Bundesrates Schererbauer.)

11.12


Vizepräsidentin Mag. Christine Schwarz-Fuchs: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Bundesrat Günther Novak. Ich erteile ihm dieses.


11.12.54

Bundesrat Günther Novak (SPÖ, Kärnten): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen, Kollegen und Zuseher zu Hause vor den Bild­schirmen! Ich habe mir „Kampf gegen das Artensterben“ aufgeschrieben – es ist schon viel gesagt worden. Wenn man das Ganze betrachtet: Es hat Millionen von Jahren gedauert, bis die biologische Vielfalt an Arten von Tieren und Pflanzen auf unserem Planeten so entstanden ist, wie wir sie heute vorfinden, und diese beeindruckende Bio­diversität ist eigentlich der wahre Reichtum unseres Planeten. Ich glaube, ich als Bürger­meister einer Nationalparkgemeinde in den Hohen Tauern, Mallnitz, kann beurteilen, wie das Thema Biodiversität behandelt wird.

Man muss natürlich dazusagen, dass im Laufe der Jahrmillionen in dieser Evolution viele Arten wieder verschwunden sind und dass es natürlich auch bei normalen Prozessen ein massives Massensterben gab, ausgelöst durch gewaltige Naturkatastrophen. Ein solches Massensterben scheint auch jetzt wieder voll im Gang zu sein. Der Unterschied ist jedoch das rasante Tempo, mit dem es geschieht, und vor allem die Ursache, die nicht in Katastrophen begründet ist, sondern vor allem in uns, dem Menschen, der dafür verantwortlich ist.

In der Gegenwart sterben hundertmal mehr Arten, als bei einer natürlichen evolu­tions­bedingten Rate zu erwarten wären. Es verschwinden – das wurde auch schon gesagt – pro Tag etwa 150 Arten für immer vom Planeten. Noch nie, seit Menschen auf der Erde


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