um 40 Prozent zurückgegangen. In Österreich ist fast jede dritte heimische Tier- und Pflanzenart gefährdet. Täglich sterben global 150 Arten aus, mit katastrophalen Folgen für ganze Ökosysteme und schlussendlich auch für den Menschen. (Vizepräsident Novak übernimmt den Vorsitz.)
Der Rückgang der Artenvielfalt ist leider Gottes auch bei uns in Österreich erschreckend, und die Klimakrise spielt dabei eine zunehmende Rolle. Für bereits gefährdete Tier- und Pflanzenarten werden sich die Bedingungen durch Wetterextreme, zunehmende Hitze und eingewanderte Arten empfindlich verschlechtern. Etwa die Hälfte unserer Tagfalter ist bedroht, das Rebhuhn gilt in Vorarlberg und Kärnten bereits als ausgestorben, und etwa die Hälfte unserer einheimischen Fischarten, wie zum Beispiel der Huchen, steht auf der Roten Liste.
Österreich ist eines der artenreichsten Länder Mitteleuropas. Fast 3 000 Pflanzenarten und 54 000 Tierarten, davon alleine 40 000 Insektenarten, bevölkern unser Land. Doch die Biodiversität schwindet dramatisch. In 20 Jahren sind beispielsweise 42 Prozent der Brutvögel in der heimischen Kulturlandschaft verloren gegangen. Jede dritte Art steht auf der Roten Liste.
Weltweit sind etwa eine Million Arten vom Aussterben bedroht, wobei die meisten Tier- und Pflanzengruppen betroffen sind. Schuld daran sind keine Vulkanausbrüche oder Asteroideneinschläge, sondern schuld ist der Mensch selbst.
Das Insektensterben in unseren Breiten ist in erster Linie synonym mit dem Sterben historisch gewachsener Lebensräume in der Kulturlandschaft, vor allem infolge intensiver Landwirtschaft, Flächenfraßes und chemischer Emission. Außerdem schlägt im Hochgebirge die globale Erderwärmung gnadenlos zu.
Ja, der Mensch ist nicht nur Verursacher des Artensterbens, sondern er ist auch unmittelbar davon betroffen. Intakte Ökosysteme sind lebenserhaltend für die menschliche Gesellschaft. Wir leben von Biodiversität, nicht nur in Form von Nahrung und Heizmaterial. Die Ökosysteme sind etwa auch die Grundlage von sauberem Trinkwasser und haben auch eine Erholungsfunktion. Diese Ökosystemdienstleistungen sind ursächlich mit der Erhaltung der Biodiversität verbunden. Biologische Vielfalt, das Verschiedensein und die unterschiedlichen Toleranzen der Arten sind nicht etwa eine unbedeutende Spielerei der Natur, sondern Grundlage für alles Leben und sein weiteres Bestehen in der Zukunft.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt jedoch auch im Kampf gegen diese Krise sogenannte CO2-Wunderwaffen. Eine davon sind unsere Moore. Obwohl sie nur 3 Prozent unserer Erde bedecken, speichert schon dieser kleine Teil fast 30 Prozent des weltweit im Boden vorhandenen Kohlenstoffs. Sie sind wahre Hotspots der Biodiversität, seltene Tiere und Pflanzen wie der Balkanmoorfrosch oder der fleischfressende Sonnentau kommen nur in Mooren vor.
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Moore entwässert, mit schwerwiegenden Folgen: Wenn Moore trocknen, entweicht das gespeicherte CO2.
Seit einigen Jahren gibt es aber Gott sei Dank auch ein großes Umdenken. Rund 15 Prozent der heimischen Moore sind heute geschützt und werden im Rahmen von Naturschutzprojekten revitalisiert. Erfolgreiche Beispiele sind die Karwendelmoore in Tirol oder die Renaturierung des Pürgschachenmoors in der Steiermark, nicht zu vergessen das Ibmer Moor, mit rund 2 000 Hektar die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs, und das Tannermoor in meinem Heimatbundesland Oberösterreich.
Revitalisierte Moore können wieder CO2 speichern. Die Erhaltung der Moore kommt also dem Klimaschutz und der Artenvielfalt zugute.
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