Eine entsprechende Zunahme des Stromverbrauchs, von der wir ausgehen, ist da schon eingerechnet.
Das sind sehr abstrakte Werte. Deswegen möchte ich das ein bisschen übersetzen und ein Bild geben, damit wir ein Gefühl für die Dimension bekommen: Die gesamte Stromabgabe aus dem öffentlichen Netz an die Verbraucher in Österreich betrug 2019 66 Terawattstunden. Demgegenüber ist das jetzt ein Ökostromzubau von 40 Prozent der gesamten Netzabgabe, und das in zehn Jahren. Oder noch einmal ein anderes Bild: Mit den 27 Terawattstunden könnte man 7,5 Millionen Haushalte mit Strom versorgen, nämlich in zehn Jahren, zusätzlich.
Allein die Fotovoltaik soll im Ausmaß von 11 Terawattstunden ausgebaut werden. Das ist ungefähr das Siebenfache des gesamten Bestandes heute. Auch das ein bisschen übersetzt: Täglich müssten, um dieses Ziel zu erreichen, umgerechnet 200 Anlagen mit je 15 kW installiert werden, 365 Tage im Jahr. Das ist schon eine Herausforderung und zeigt, wie ambitioniert dieses Programm ist.
Auch die Wasserkraft wird großzügig ausgebaut, nämlich mit 5 Terawattstunden zusätzlich. Das ist wahrscheinlich so ziemlich alles, was noch ökologisch vertretbar machbar ist in Österreich. Genau deswegen, weil wir schon einen großen Ausbaugrad haben, ist der Ausbau der Wasserkraft auch mit Kriterien der ökologischen Verträglichkeit verknüpft. So wird es keine Förderung für Anlagen in sehr guten Gewässern geben. Ich erinnere an die vorige Debatte zur Biodiversität. Es wird keine Förderung geben, wenn Schutzgüter der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie verschlechtert werden würden. Es wird hingegen eine ganz besonders attraktive Förderung für die Revitalisierung bestehender Anlagen geben, um den Druck der Neuanlagen etwas wegzunehmen.
Alle bekommen jetzt fix 20 Jahre lang Unterstützung – und nicht mehr 13 Jahre oder 15 Jahre. Wir haben Regelungen für Nachfolgetarife bis zum 30. Betriebsjahr für bestehende Anlagen – das ist ein ganz wichtiger Punkt –, um den vielen, die jetzt schon investiert haben, Sicherheit zu geben. Wir haben, apropos Sicherheit, eine gesicherte Finanzierung von 1 Milliarde Euro pro Jahr, wohlgemerkt unabhängig vom Budget, in einem eigenen Finanzierungsmechanismus.
Wir haben eine Reihe von Ansätzen für innovative Lösungen. Ich möchte nur zwei Beispiele aus dem Bereich Fotovoltaik herausgreifen: Um das Ausbauziel zu erreichen, werden wir viele Dächer brauchen, aber es wird nicht reichen, wir werden auch Freiflächen benötigen. Was wir aber nicht wollen, ist, dass ein zu hoher Druck auf wertvolle landwirtschaftliche Flächen entsteht. Deswegen wird es eine eigene Kategorie der Fotovoltaik geben, eine sogenannte Agri-PV.
Es sind Lösungen, die landwirtschaftliche und energetische Nutzungen kombinieren. Mit minimalstem Flächenverbrauch können dabei Fotovoltaikanlagen errichtet werden und gleichzeitig die Landwirtschaft weiter betrieben werden. In vielen Fällen – das zeigen Studien von deutschen Fachhochschulen – sind damit sogar größere landwirtschaftliche Erträge verbunden. Da sehen wir ein riesiges Potenzial. Ziel ist, dass das zur Standardlösung wird. Das wird auch belohnt. Diese Anlagen erhalten eine wesentlich höhere Förderung als klassische Freiflächenanlagen.
Es soll Zuschläge von bis zu 30 Prozent für besonders innovative Konzepte geben. Da denken wir zum Beispiel an die Nutzung von versiegelten Flächen wie etwa die Überspannung von Parkplätzen. Alleine das sind Hunderte von Quadratkilometern, die man doppelt nutzen könnte.
Wir schaffen wesentlich mehr Transparenz für die Anlagenerrichter. Wir haben vor allem – das ist ganz wichtig, klingt aber technisch – einen transparenten Netzzugang mit fixen Tarifen geschaffen. Es war immer wieder Grund für Streitereien und Debatten mit
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