gute Informationen und Broschüren an. Es wird mit diesem Projekt ein neuer zusätzlicher Verwaltungsapparat aufgebaut, aber es wäre viel wichtiger, Maßnahmen zu setzen, damit wir mehr Pflegepersonal rekrutieren könnten. Wir brauchen mehr Pflegekräfte und weniger Verwaltungskräfte in diesem Land. (Beifall bei der FPÖ.)
Es wäre dringend notwendig, die mobile Pflege, die Tagesbetreuung auszubauen. Der Großteil der älteren Generation wünscht sich nichts sehnlicher und inständiger, als so lange wie möglich zu Hause zu leben. Viele haben oft einmal das Glück, dass sie sogar bis zu ihrem Tod zu Hause gepflegt werden können, so wie wir es bei meiner Mutter gemacht haben. Kollegin Hauschildt-Buschberger hat gemeint, ab einer gewissen Pflegestufe geht es nicht mehr. Mit ein bisschen einem Willen und einer 24-Stunden-Pflege gemeinsam geht es. Man darf sich halt nicht zu gut sein, selbst Windeln zu wechseln, selbst die Magensonde anzusetzen, selbst den Harnkatheter zu setzen, selbst – sagen wir einmal – bei der Pflege mitzuhelfen.
Herr Minister, worauf ich Ihnen auch einmal empfehlen würde, ein Auge zu werfen, ist die 24-Stunden-Pflege. Kein Mensch kann 24 Stunden, sieben Tage die Woche durcharbeiten. Wir haben gestern von der Sozialdemokratie Kritik wegen der Arbeitszeitflexibilisierung gehört. Da arbeiten die Leute 12 Stunden mit einer Viertagewoche, was ich ja gut finde, und beim Pflegepersonal, bei der 24-Stunden-Pflege lässt man Menschen wirklich 24 Stunden, sieben Tage die Woche durcharbeiten.
Bei uns im Haushalt – ich hatte den Vorteil, dass meine Mutter bei uns im Haus war – haben wir uns nach 12 Stunden abgewechselt. Wie schaut das bei den Familien aus, in denen die Pfleger mit den Pflegenden 24 Stunden lang alleine sind? – und ich spreche nicht von einer Betreuungskraft, sondern tatsächlich von einer Pflegekraft, die tatsächlich einen Menschen pflegen und nicht Händchen halten und spazieren gehen muss. (Beifall bei der FPÖ und bei BundesrätInnen der SPÖ.)
Genau diese Pflegekräfte, die Wundpflege machen, Infusionen anhängen, mit Magensonden und mit den Harnsackerln umgehen können, brauchen wir eben. Herr Minister, wir Freiheitliche und auch die anderen beiden Oppositionsparteien haben wirklich viele Anträge eingebracht und es ist alles abgelehnt oder auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben worden. Da, das muss ich schon sagen, ist diese schwarz-grüne Bundesregierung wirklich beratungsresistent. Wir stimmen ja auch Regierungssachen zu, obwohl wir mit dieser Regierung nicht einverstanden sind. Wieso funktioniert das vice versa nicht auch so, wenn die Opposition einmal einen guten Vorschlag bringt, dass die schwarz-grüne Regierung endlich einmal von ihrem hohen Ross heruntersteigt und vielleicht gute Ideen einer Oppositionspartei mit aufnimmt? (Beifall bei der FPÖ und bei BundesrätInnen der SPÖ.)
Es wäre Ihre Aufgabe, endlich damit anzufangen, sagen wir, auch an die Zukunft zu denken. Es wäre einfach einmal angebracht, dass man dem Pflegepersonal mehr Wertschätzung entgegenbringt. Ich denke da an eine bessere Entlohnung, ich denke da an den Coronatausender, ich denke daran, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Menschen im Gesundheits- und Pflegebereich verbessern müssen.
Herr Minister, Sie müssen endlich dafür Sorge tragen und aktiv werden, damit zum einen das Pflegepersonal den entsprechenden Respekt erhält und zum anderen der Pflegeberuf auch attraktiver gestaltet wird. Außerdem muss jetzt schon – wir haben Juli – mit einer Pflege- und Kapazitätsplanung begonnen werden, die uns im Herbst und im Winter die entsprechende Sicherheit geben kann.
Wir haben ja den Medien entnommen, dass Sie schon wieder irgendwelche Verschärfungen – unsinnige Verschärfungen – vom Zaun brechen wollen. Sie wollen wieder einmal die Gastro, wieder einmal die Wirtschaft treffen. Warum schon wieder die Gastronomie mit einer Impfpflicht belegen? Warum schon wieder die Wirtschaft in diesem Land
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite