BundesratStenographisches Protokoll936. Sitzung, 936. Sitzung des Bundesrates am 22. Dezember 2021 / Seite 110

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Testung! Da frage ich mich schon, Herr Bundesminister: Warum geben Sie es nicht endlich zu, dass diese Impfung nicht der Gamechanger gewesen ist, als den Sie sie immer bezeichnet haben? (Beifall bei der FPÖ.)

Geben Sie es doch zu, dass Sie damit die Pandemie nicht beenden werden! Die PCR-Testungen sind immer noch der Goldstandard und wären, sinnvoll eingesetzt – darauf komme ich auch noch zu sprechen –, eine gute Möglichkeit, die Impfung ist es jedoch nicht. Wir sind auch froh, dass es eine Impfung gibt, aber ob die jetzt des Rätsels Lösung ist, glaube ich nicht. Ich meine, die Vergangenheit hat gezeigt, dass sie das nicht ist und dass sie nicht zum gewünschten Effekt geführt hat.

Um aber nicht nur zu kritisieren: Man kann sich ja auch einmal andere Dinge anschauen, Herr Bundesminister, zum Beispiel unseren Plan B. Ich glaube, unser Plan B macht wirk­lich Sinn und wäre ein Weg aus dieser Pandemie. Bei diesem Plan B wäre auch vor­gesehen, flächendeckende Antikörpertests durchzuführen, um zu erheben, welche Leu­te einen Schutz vor einer Infektion beziehungsweise vor einer schweren Erkrankung haben. (Beifall bei der FPÖ.)

Es ist absolut unverständlich, dass wir es nach rund zwei Jahren Pandemiebekämpfung nicht geschafft haben, bei unseren Bürgern diesen Antikörperstatus zu erheben. Genau der würde nämlich auch zeigen, wie hoch die Antikörperspiegel nach den verschiedenen Impfungen sind und wie viel diese Impfung wirklich schützt – oder ob man nicht vielleicht doch besser geschützt ist und man mehr Antikörper hat, wenn man die Krankheit, im besten Fall mit einem leichten Verlauf, durchgemacht hat. Diese Antikörpertests will die Bundesregierung aber nicht. Diese Antikörperstudie wäre der erste Ansatz, um eine soli­de Datenbasis in Österreich zu schaffen.

Weiters wäre es sinnvoll, Menschen, die keine Antikörper aufweisen – ganz egal, ob sie sich haben impfen lassen oder eine Krankheit durchgemacht haben, vielleicht symptom­los –, im Falle von Symptomen mittels PCR zu testen. So könnten wir viele, viele Anste­ckungen und Verbreitungen vermeiden, aber jetzt alle Menschen in Österreich perma­nent zu testen, das ist doch sinnlos! Bitte, ich gehe seit zwei Jahren permanent in die Teststraße und bekomme jeden Tag ein negatives Ergebnis. Ich wache mit einem Ru­hepuls von 42, 43, 44 auf (Bundesrätin Schumann: Na sei froh, Herr Bundesrat ...!), und ich gehe davon aus, dass ich mit einem solchen Ruhepuls, der nicht erhöht ist, auch nicht krank bin. Ich stehe ja auch nicht jeden Tag in der Früh auf und verwende das Fieberthermometer, nur weil ich eines zu Hause habe, das wäre ja völlig sinnlos! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Bundesrätin Schumann.) Wenn ich merke, dass ich krank bin, dann handle ich ja bitte, dann mache ich einen Selbsttest, gehe in eine Test­straße, wie auch immer – aber man soll bitte nicht völlig gesunde Österreicher jeden Tag beweisen lassen, dass sie gesund sind, das ist nämlich völlig sinnlos, meine sehr ge­ehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ.)

Ja, es gibt eine Vielzahl an Medikamenten. Keine Sorge, ich werde keine Medikamenten­empfehlung aussprechen (Ruf bei der SPÖ: Ja, kein Entwurmungsmittel mehr, bitte nicht! Bitte nicht!), aber es gibt eine Vielzahl an Medikamenten, und, Herr Bundesminis­ter, Sie wissen, dass die auch bei uns in Österreich erhältlich sind. (Zwischenruf der Bundesrätin Hahn.) Die Ärzte hätten bitte die Möglichkeit, Personen frühzeitig mit Medi­kamenten zu behandeln und somit auch schweren Verläufen oder einem Krankenhaus­aufenthalt vorzubeugen!

Was aber geschieht bei uns in Österreich? – Bei uns in Österreich erhält jemand seinen positiven Coronatest, der bleibt dann daheim liegen, und das Einzige, das man ihm sagt: Wenn es schlechter wird, dann ruf die Rettung! Dann ruft er irgendwann die Rettung und kommt ins Spital, und wenn er im Spital ist, bleibt er so lange im Krankenzimmer liegen, bis er beatmet werden muss, damit er ein Intensivpatient wird – und dann beginnt man


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