mit einem Vakzin einführen, von dem niemand weiß, ob und wie es überhaupt gegen Omikron wirkt. Heute stellt sich der Herr Minister hierher und sagt, dass es einen schweren Verlauf zu 70 Prozent verhindert. Ich frage mich, woher er die Zahlen hat. Das weiß noch niemand außer dem Herrn Minister Mückstein! Auf der ganzen Welt weiß das niemand, aber der Herr Minister Mückstein verkündet heute exklusiv im Bundesrat, dass die Boosterimpfung zu 70 Prozent helfen wird. Dieser Neuigkeitswert war wieder einmal sensationell! (Beifall bei der FPÖ.)
Herr Kollege Kornhäusl – neben Herrn Mückstein unser bestwissender Arzt von wahrscheinlich ganz Österreich – hat zuerst den Antrag der FPÖ Tirol für die Impfung herausgeklaubt. Worum ist es da gegangen? – Sie haben halt wieder einmal nicht alles vorgelesen, so wie Sie es oft und gerne machen. (Zwischenruf des Bundesrates Kornhäusl.) Da ging es um Pocken- und Masernimpfungen, und Sie haben wieder einmal die Hälfte nicht dazugesagt, weil Sie, Herr Kornhäusl, einfach, es tut mir leid, ein falscher Fünfziger sind. Ich kläre Sie jetzt aber auf. (Beifall bei der FPÖ.)
Zur Aufklärung: In diesem Antrag ging es um Pocken- und Masernimpfungen.
Vizepräsident Günther Novak: Herr Kollege Steiner! Nehmen Sie den „falschen Fünfziger“ zurück?
Bundesrat Christoph Steiner (fortsetzend): Herr Präsident! Tatsachen kann ich nicht zurücknehmen.
Vizepräsident Günther Novak: Gut, Herr Bundesrat Steiner, dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf für den Wortlaut „ein falscher Fünfziger“ in Richtung unseres Herrn Dr. Kornhäusl.
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Bundesrat Christoph Steiner (fortsetzend): Danke. Und jetzt kläre ich auf, warum er ein falscher Fünfziger ist. (Bundesrätin Schumann: Na geh!) In diesem Antrag ging es, wie schon erwähnt, um Pocken und Masern. Jetzt kläre ich euch einmal darüber auf, warum es bei Pocken sinnvoll ist, sich impfen zu lassen: weil es im Vergleich zu Corona bei der Hospitalisierung eine enorm andere Sterblichkeit gibt. Von den Hospitalisierten sterben nämlich 20 bis 30 Prozent. Wie viele sterben an Corona? – Ich habe mir die Arbeit in der Kürze der Zeit zwischen Ihrer und meiner Rede, Herr Kornhäusl, angetan und habe mir es herausgeschrieben: An Corona sterben 0- bis 34-Jährige - - (Bundesrätin Schumann: Der Virologe Steiner!) – Nicht Virologe Steiner, Frau Schumann! Sie brauchen es nur zu googeln und dann kommen Sie zum Zentrum für Virologie der MedUni Österreich (Zwischenrufe der BundesrätInnen Schreuder und Schumann), dem werden Sie es wohl glauben. Da brauchen Sie nicht so auf Ihrem Sesserl zu hüpfen, denn das tut Ihnen nicht gut, Frau Schumann! Hören Sie zu! (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf der Bundesrätin Schumann.)
Die Sterblichkeit von 0- bis 34-Jährigen bei Corona liegt bei 0,004 Prozent (Zwischenruf der Bundesrätin Hahn), von 35- bis 44-Jährigen bei 0,06 Prozent; bei den 75- bis 84-Jährigen sind es 7,6 Prozent. Da ist man aber immer noch ganz, ganz weit weg von den 20 bis 30 Prozent bei Masern und bei Pocken. Was bietet uns die Pockenimpfung im Gegensatz zur Coronaimpfung noch? – Eine sterile Immunität. Es sind also zwei ganz andere Impfungen.
Herr Kornhäusl, wenn Sie dann als Arzt herausgehen und einen Antrag mit dem anderen vermischen, dann frage ich mich wirklich, wie das funktioniert, wenn Sie als Arzt praktizieren, und wer Ihnen da vertrauen soll. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der BundesrätInnen Schreuder und Schumann.)
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