Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 63. Sitzung / Seite 108

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Es ist ungeheuerlich, wenn Sie uns hier die Verfütterung von Tiermehlen vorwerfen. Professor Troxler hat im Ausschuß gerade die Verfütterung von Tiermehlen an Nichtwiederkäuer angeregt, um den Kreislauf zu schließen. Es ist ungeheuerlich, wenn Sie uns vorwerfen, daß wir gentechnisch veränderte Futtermittel verfüttern. Bitte unterstellen Sie uns das nicht! Wir haben die Futtermittel zu nehmen, die am Markt angeboten werden. Und wir sind mit Ihnen allen gemeinsam dabei, gerade diese ganze Entwicklung um die Genmanipulation möglichst ordentlich zu steuern. Frau Bundesministerin! Ich glaube, diesbezüglich haben wir viel zu tun.

Es ist ungeheuerlich, wenn Sie uns hier vorwerfen, daß wir nicht an einer Tierkennzeichnung interessiert wären. Wir arbeiten seit Monaten daran! Helfen Sie uns auf allen Ebenen, sodaß wir das bald durchbringen.

Ein Weiteres möchte ich hier anführen, nämlich daß wir Tierschutzregelungen nicht nur für den landwirtschaftlichen Bereich, sondern für alle Bereiche brauchen. Ich habe hier Pressemeldungen gesammelt, und in all diesen Ausführungen finden Sie keine einzige Verfehlung bei landwirtschaftlichen Tierhaltungen, sondern ausnahmslos bei Haustierhaltungen. Wir müssen auch diese bitte mit hineinnehmen. Deshalb fordere ich einen umfassenden Tierschutz für alle Tiere. Vielleicht können wir das mit nach Hause nehmen. Es ist einmal so, und das muß auch einmal so gesehen werden. Ich glaube, die Schildkröte im Wohnzimmer hat wenig Spaß, und ich glaube, daß sich die Katze ohne Freiheit auch gequält fühlen muß. Auch der Hund wird im "Käfig" Wohnung keine Freude haben. Und der Hund, der 20 Stunden im Auto bei plus 40, 50, 60 Grad in den Urlaub mitfahren darf und draußen warten muß, bis sein Frauchen oder Herrchen zu Mittag gespeist hat, wird auch wenig Freude haben. Sehen wir auch das einmal, bitte, und reden wir auch darüber!

Zum Schluß kommend: Wir treten ein für das Wohlbefinden der Tiere, und zwar ohne Unterschied das ist unser Anliegen , also sowohl der landwirtschaftlichen Nutztiere als auch der Haustiere. Wir treten deshalb dafür ein, weil wir Verantwortung für die Sicherung der bäuerlichen Existenzen, für faire Wettbewerbsbedingungen und für ein europaweites Gesetz verspüren und auch haben. Und wenn Sie daran zweifeln, dann kann ich Ihnen nur sagen: Sie alle sind im EU-Parlament vertreten, ermuntern Sie doch Ihre Kollegen, daß in Europa unser Vorschlag nicht nur gehört, sondern auch angenommen und umgesetzt wird. Sie haben es in der Hand! Helfen Sie uns! Wir meinen es wirklich ehrlich. Wenn es nicht gelingt, dann sind Sie in der Pflicht.

Es ist ungeheuerlich, wenn Sie hier über die Antibiotika-Verfütterung an Tieren dozieren. Ich bitte Sie, das hat doch nichts mit Tierschutz zu tun!

Weisen Sie uns nach, daß ein österreichischer Bauer beteiligt ist! Für Dinge, die anderswo passieren, machen Sie nicht uns verantwortlich! Ein Tierschutzgesetz löst dieses Problem bei Gott nicht! (Beifall bei der ÖVP.)

Wir sagen: Tierleid hat keine Grenzen und kennt keine Grenzen. Deshalb brauchen wir eine europaweite Lösung, wie wir sie vorschlagen. Ich würde Sie bitten, dieses Thema und diese Angelegenheit ab nun und in aller Zukunft mit etwas mehr Gefühl, mit etwas mehr Sachlichkeit, mit etwas mehr Bezug zu den Tieren zu diskutieren. Denn Gesetze alleine lösen diese Probleme nicht.

Belehrungen, wer immer sie macht, bringen uns keinen Schritt weiter. Ich glaube, wir haben uns gemeinsam der Verantwortung zu stellen. Sie haben in uns einen korrekten Gesprächspartner, aber nur für brauchbare Lösungen, die wir auch morgen in unserem Land durchstehen können! (Beifall bei der ÖVP.)

18.11

Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Haselsteiner. Bitte. (Abg. Schwarzenberger: Baulöwen!)

18.11

Abgeordneter Dr. Hans Peter Haselsteiner (Liberales Forum): Die Baulöwen verdienen auch Tierschutz. Ich muß sagen, sie hätten es so notwendig wie selten zuvor, die Löwen, denn diese sitzen schon fast in einem Käfig mit Stacheln.


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