Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 64. Sitzung / Seite 35

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vom Kollegen Antoni abgedreht wurden. Mir wurde inzwischen mitgeteilt, daß Sie einen Antrag formuliert hatten, daß Sie diesen Antrag mit der SPÖ verhandeln wollten, daß Sie bei dieser aber auf taube Ohren gestoßen sind und mit Ihrem Vorstoß gescheitert sind, weil Sie sich mit Ihren Argumenten bei Ihrem Koalitionspartner nicht durchsetzen konnten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, daß Sie vom Ankündigungspolitiker auch einmal in einer Frage zum Umsetzungspolitiker werden, daß Sie einmal über Ihren Ankündigungsschatten springen und vielleicht gemeinsam mit uns im Interesse der Begabtenförderung etwas zuwege bringen. Ich gebe Ihnen heute noch einmal die Chance, und ich werde Ihnen im Ausschuß noch einmal die Chance geben, indem ich einen Entschließungsantrag einbringe, der da lautet:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Mag. Karl Schweitzer und Kollegen betreffend die gesetzliche Verankerung der Förderung hochbegabter Schüler und Schülerinnen

Der Nationalrat wolle beschließen:

"Die Frau Bundesminister für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten wird ersucht, entsprechende Maßnahmen zu setzen, die zur optimalen Förderung im Rahmen der schulischen Ausbildung überdurchschnittlich begabter Schüler und Schülerinnen

eine gesetzliche Verankerung der Förderung überdurchschnittlich begabter Schüler und Schülerinnen,

eine Anpassung des Lehrplanes an die Hochbegabung,

die den Anfordernissen im Unterricht mit hochbegabten Schülern notwendige Lehreraus- und Lehrerfortbildung,

die Möglichkeit eines Schulfrüheinstiegs beziehungsweise Einstiegs in eine höhere als die erste Schulstufe sowie

die Einführung des Team-teaching-Modells

vorsieht.

*****

Herr Kollege Höchtl! Wenn Ihnen die Begabtenförderung wirklich ein Anliegen ist, dann werden Sie ja mit Ihrer Fraktion heute diesem Antrag endlich einmal zustimmen, denn sonst sind Sie endgültig als Ankündigungspolitiker in dieser Frage abgestempelt und haben kein Recht auf Glaubwürdigkeit in dieser Frage. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Daß die Begabtenförderung heute notwendiger denn je ist, steht ja außer Streit. Ich habe die Regierungserklärung des Bundeskanzlers Klima verfolgt und festgestellt: Er war selbst der Ansicht, daß ökonomischer Wohlstand, Produktivität, Verhinderung von Arbeitslosigkeit, Sicherung von Gesundheit, wirksamer Umweltschutz, wissenschaftlicher, technischer, aber auch sozialer Fortschritt in besonderem Ausmaß von der Ausbildung unserer Bevölkerung und somit auch von der Heranbildung von leistungsfähigen, leistungsbereiten jungen Menschen und natürlich auch von der Förderung von Begabten und Hochbegabten abhängen.

Deshalb ist es völlig unverständlich für mich, mit welcher Begründung unser Kollege Antoni von der SPÖ unseren Antrag abgelehnt hat. Er sagt und das hat er heute auch noch wiederholt; ich zitiere : Mir reicht es völlig aus, was in Österreich auf dem Sektor der Begabtenförderung passiert! Er ist mit dem Wenigen, das fast nichts ist, völlig zufrieden, er hat kein Interesse an der Förderung von Begabungen. Das Anerkennen der Mittelmäßigkeit ist offensichtlich eine soziali


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