Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 66. Sitzung / Seite 122

Home Seite 1 Vorherige Seite Nächste Seite

Zur Frau Abgeordneten Petrovic möchte ich folgendes sagen: Sie haben davon gesprochen, daß Geheimverhandlungen über Freisetzungen stattgefunden hätten. Sie haben es dann aber selber relativiert, indem Sie gesagt haben, es war eine Informationstour. Ich glaube, Information ist wichtig, und Information sollte überall stattfinden und zugelassen werden. (Beifall bei der ÖVP.)

Insgesamt wünsche ich mir, daß man an dieses Thema sehr verantwortungsbewußt herangeht, daß man bedenkt, daß es verschiedenste Arten gibt, es zu sehen, daß es um die Zukunft unserer Kinder geht, daß es nicht um einen kurzlebigen wirtschaftlichen Erfolg gehen darf, sondern daß es in die nachhaltige Bewirtschaftung paßt, wenn man sich alles genau überlegt und sehr langsam, sehr genau ohne zu versuchen, daraus parteipolitisch schnelle Erfolge zu erzielen an die Sache herangeht und alles ernsthaft diskutiert. (Beifall bei der ÖVP.)

16.46

Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Aumayr. Sie hat das Wort.

16.46

Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Minister! Herr Präsident! Hohes Haus! Kollege Maier ich glaube, er ist jetzt nicht im Saal hat unter anderem der Gentechnik das Wort geredet, beziehungsweise er hat Vorteile der Gentechnik in der Landwirtschaft aufgezählt. Unter anderem führte er dabei die hohen Erträge an, die die Bauern durch die Gentechnik erwirtschaften können. Jetzt frage ich mich, Herr Kollege Schwarzenberger, Herr Kollege Maier: Was ist denn bisher mit den sogenannten hohen Erträgen der Bauern, mit den hohen Weizenerträgen oder Maiserträgen passiert? Warum haben wir denn jetzt, noch bevor die Gentechnik eingesetzt wird, Flächenstillegungen? Warum haben wir denn Preissenkungen von bis zu 50 Prozent beim Getreide? Weil zu viel da ist, und jetzt wollen Sie und mit Ihnen die Sozialisten die Gentechnik einsetzen, damit noch höhere Erträge erwirtschaftet werden. Das paßt doch hinten und vorne nicht mehr zusammen. (Beifall bei den Freiheitlichen. Abg. Schwarzenberger: Wir wollen es ja gar nicht einsetzen!) Herr Kollege Schwarzenberger! Sie wollen es nicht einsetzen?

Herr Kollege Schwarzböck! An Sie müßte eigentlich Ihre Kollegin Horngacher die Resolution der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Landfrauen schicken, in denen sie sich gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft aussprechen. Herr Kollege Schwarzböck! Sie werben in den Belangsendungen in "Radio Niederösterreich" für die Einsetzung der Gentechnik in der Landwirtschaft. Herr Kollege Schwarzenberger! Wissen Sie, mit welchem Argument? Mit dem Argument, daß, wenn die Gentechnik in der Landwirtschaft nicht eingesetzt werden darf, das Bauernsterben fortgesetzt wird, und zwar in einem verstärkten Ausmaß. Herr Kollege Schwarzenberger! Bei Ihnen weiß man langsam nicht mehr, wofür Sie eigentlich stehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Kollegin Horngacher sagt so, Herr Kollege Schwarzböck macht eine Belangsendung wahrscheinlich bezahlt vom Bauernbund , und Sie sagen, wir wollen es eigentlich gar nicht einsetzen.

Herr Kollege Schwarzenberger! Eines kann ich Ihnen schon sagen: Mir steigen die Grausbirnen auf, wenn ich daran denke, daß die Technik demnächst so weit sein wird, daß Sie geklont werden können. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)

Herr Bundesminister! Sie haben gesagt, es war Österreich, das auf eine Reform in bezug auf die Gentechnik gedrängt hat. Es war Österreich, das sich für eine umfassende Kennzeichnung eingesetzt hat. Es war Österreich, das im Bereich der Gentechnik weit vor allen anderen EU-Staaten tätig geworden ist. Aber Sie, Herr Minister, verschweigen, daß es vor allem ein Österreicher war und ist, der der Gentechnik in der Europäischen Union und damit in Österreich Tür und Tor öffnet. Es ist jener Österreicher, der mittlerweile als Kommissar in Brüssel agiert und der bei der Gentechnik in der gleichen Art und Weise vorgeht wie beim BSE-Skandal.

Er hat im Hauptausschuß des Nationalrates keine Antwort darauf gegeben, welche Wissenschaftler oder welche wissenschaftlichen Erkenntnisse ihn dazu bewogen haben, den genmani


Vorherige SeiteNächste Seite
HomeSeite 1