Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 66. Sitzung / Seite 203

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14. Punkt

Bericht des Umweltausschusses über die Regierungsvorlage (568 der Beilagen): Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG zwischen dem Bund und dem Land Oberösterreich zur Errichtung und Erhaltung eines Nationalparks Oberösterreichische Kalkalpen (636 der Beilagen)

Präsident Dr. Heinz Fischer: Wir gelangen zu den Punkten 13 und 14 der Tagesordnung.

Die Debatte wird unter einem abgeführt.

Es liegt mir kein Wunsch nach Einleitung durch den Berichterstatter vor. Wir gehen daher sofort in die Debatte ein.

Die erste Wortmeldung liegt von Herrn Abgeordneten Murauer vor. Bitte. (Abg. Dr. Khol nimmt ein Glas Wasser aus jenem Krug, der beim Rednerpult steht.) Herr Abgeordneter Murauer, lassen Sie sich nicht das Wasser abgraben! (Heiterkeit.)

22.43

Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Wir haben im Bereich Nationalpark Kalkalpen so viel Wasser, daß durchaus ein Glas Wasser für unseren Klubobmann zur Verfügung steht! (Beifall bei der ÖVP.)

Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Lassen Sie mich heute mit großer Freude über die Artikel 15a-Vereinbarung betreffend Nationalpark Kalkalpen berichten. (Abg. Wabl: Halleluja!) Es könnte auch ein Halleluja angestimmt werden, vollkommen richtig! Ich hoffe, Sie stimmen mit ein, daß der Nationalpark Kalkalpen etwas besonderes ist. Jeder, der ihn jemals gesehen und besucht hat, wird mit mir darin einstimmen.

Gestatten Sie, daß ich Ihnen nun einige Fakten aufzähle. Es handelt sich dabei um ein Gebiet mit einem Flächenausmaß von 185 Quadratkilometern oder 18 500 Hektar. 80 Prozent davon, meine Damen und Herren, bedecken 30 verschiedene Waldgesellschaften. Sie werden es kaum glauben: Sie können allein in diesem Gebiet 10 Millionen Bäume vorfinden. Jeder, der Zeit hat ich denke, das sind gerade Sie von den Freiheitlichen , kann diese nachzählen.

Dieser Nationalpark hat 180 Kilometer unverbaute Flußlandschaften. Meine Damen und Herren! Zerfurchte, tiefe Schluchten prägen die Landschaft, und Hunderte Quellen entspringen diesem Gebiet. Außerdem gibt es in diesem wunderschönen Gebiet des Nationalparks Kalkalpen 800 Großschmetterlingsarten, 2 000 Käfer-, 1500 verschiedene Pflanzen- und 3 000 Großpilzarten.

Frau Kollegin Aumayr! Sie sind oberösterreichische Abgeordnete und haben sicher etwas Bedeutendes zum Nationalpark zu sagen. Ich bitte Sie darum! (Abg. Aumayr: Ich bin auf der Rednerliste!) Aha, Sie kommen noch dran. Ich werde gespannt Ihren Ausführungen lauschen!

Meine Damen und Herren! Der Nationalpark Kalkalpen stellt eine Kombination aus unberührter Naturlandschaft und seit Jahrhunderten bäuerlich bewirtschaftetem Kulturland in der Pyhrn-Eisenwurzen-Region dar. Es handelt sich dabei um das größte geschlossene Waldgebiet in den Ostalpen. Es erstreckt sich vom Reichraminger Hintergebirge über das Sensengebirge, das Ennstal, das Steyr- und das Teichltal bis zum Windischgarstener Becken und zum Hengstpaß. Der Nationalpark Kalkalpen ist in seinem subalpinen Charakter unser Waldnationalpark mit dem größten Wasserschutzgebiet Österreichs. Viele nennen dieses Gebiet auch das "Wasserschloß" unserer Nation.

Wir beschließen heute diese Artikel 15a-Vereinbarung. Der Landeshauptmann von Oberösterreich Dr. Josef Pühringer nannte diesen Staatsvertrag wegen seiner Bedeutung für Oberösterreich einen "Meilenstein in der Geschichte unseres Landes".  Ich darf erwähnen, daß wir von Anbeginn an die IUCN-Kriterien als deklariertes Ziel betrachtet haben und natürlich der Akzeptanz der Bevölkerung entsprechende Bedeutung eingeräumt haben.


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