Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 66. Sitzung / Seite 224

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denn jeder Schilling, den wir in Denkmalschutz investieren, bewirkt, daß weitere 10 S in der allgemeinen Wirtschaft ausgegeben werden.

Ich meine, daß diese Institutionen ein unverzichtbarer Teil unserer Kultur sind, und ich freue mich, daß von allen Fraktionen hier erklärt wurde, daß gerade dieser Teil des Kulturbereichs von ihnen die so wichtige politische Unterstützung bekommt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

0.21

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Onodi. Bitte.

0.21

Abgeordnete Heidemaria Onodi (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Denkt man an Bundesmuseen und verfolgt man die Debatte über dieses Thema, könnte man oft den Eindruck gewinnen, daß es sich dabei nur um Sammlungen der Bildenden Kunst handelt.

Ich möchte jedoch Ihr Augenmerk auf das zweitgrößte der Bundesmuseen lenken, nämlich auf das Naturhistorische Museum: Für dieses Museum hat der Bund die zweithöchsten Ausgaben. 1995 waren das immerhin etwa 142 Millionen Schilling. Das Naturhistorische Museum umfaßt auch die zweithöchste Zahl an Planstellen. Die Einnahmen, meine sehr geehrte Damen und Herren, sind hier im Vergleich zu den Ausgaben mit nur etwa 4,7 Millionen eher bescheiden.

Die Besucherzahlen im Naturhistorischen Museum sind nach einer Positiventwicklung zwischen 1991 bis 1993 wieder drastisch zurückgegangen. Das ist kein Wunder, da sich die aufwendigen Ausbauten, wie zum Beispiel der Dachbodenausbau und auch der Bau des Tiefspeichers, zwar positiv auf die Infrastruktur des Hauses ausgewirkt haben, sich jedoch für den Besucher selbst eigentlich keine wirksamen Sanierungseffekte bemerkbar machten.

Es sind auch keine nennenswerten Aktivitäten auf dem Sektor der attraktiven Sonderausstellungen zu bemerken. Außerdem sind besucherfreundliche Einrichtungen oder die Präsentation von Ausstellungen nach modernen pädagogischen Gesichtspunkten zwar in Planung, werden aber immer noch weitgehend vermißt.

Sehr geehrte Damen und Herren! Gerade beim Naturhistorischen Museum besteht aufgrund der Eigenart und des Umfangs der Sammlung aber ein ganz besonderer Auftrag: Die Aufbereitung von Themen betreffend die Natur und die Naturgeschichte für die Öffentlichkeit stellt eine Aufforderung zur Auseinandersetzung mit dem kollektiven Bewußtsein dar. Bei allem Respekt vor Wissenschaft und Forschung muß betont werden, daß gerade im musealen Bereich auf diesem Gebiet die Präsentation und das Aufzeigen von Zusammenhängen von eminent großer gesellschaftspolitischer Bedeutung sind.

Das Naturhistorische Museum ist sozusagen ein ideales "Einsteigermuseum" für Kinder und Jugendliche, da für diese Altersgruppe die Faszination Natur besonders groß ist. Deshalb erwarten wir gerade in dieser Hinsicht neue Impulse. Es wäre sehr bedauerlich, wenn trotz des großen Einsatzes von Finanzmitteln dieses Museum diesem Auftrag nicht wirklich gerecht werden könnte. Es ist also notwendig, für das auch von den Medien weniger beachtete Naturhistorische Museum ein klares Konzept vorzulegen, durch welches die Attraktivität des Hauses eindeutig gesteigert wird. Daß positive Entwicklungen durchaus im Bereich des Machbaren liegen, hat nämlich die Entwicklung der Museen für bildende Kunst in den letzten Jahren gezeigt. (Beifall bei der SPÖ.)

0.24

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Jäger. Bitte.

0.24

Abgeordnete Inge Jäger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der vorliegende Kulturbericht ist anspruchsvoll gestaltet und bietet einen guten Überblick über Aufgabenbereiche und Leistungen der Bundesmuseen und des Bundesdenkmal


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