Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 74. Sitzung / Seite 139

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weise zu erarbeiten, um die es bei den Diskussionen in erster Linie geht. Wie kommt ein Waldbesitzer, der seine Forststraßen mittels hoher Kosten errichtet hat, dazu, bei einem Unfall unter Umständen eine lebenslange Rente bezahlen zu müssen, nur weil die Forststraße nicht dem Radfahrverkehr entsprochen hat? Diese Frage muß geklärt werden; bis dahin sind wir bereit, auf vertraglicher Basis bestimmte Forststraßen dort, wo es möglich ist, wo auch die Oberfläche einem Radfahrverkehr entspricht, gegen Entgelt freizugeben. Auch die Erhaltung einer Forststraße kostet mehr, wenn sie radfahrtauglich sein muß, als wenn sie nur traktorfahrbereit sein muß.

Es ist auch eine Frage des Eigentums, nämlich ob fremdes Eigentum ohne Entschädigung in diesem Bereich genutzt werden kann. Wir haben zum Beispiel im vergangenen Jahr aufgrund eines Vertrages zwischen Wirtschaftsministerium und Bundesforsten etwa 1 000 Kilometer Forststraßen der Bundesforste es sind ebenso viele Forststraßen im privaten Besitz, die vertraglich für den Radfahrverkehr freigegeben werden natürlich gegen ein gewisses Entgelt freigegeben. Wir haben darüber hinaus ein sehr großes Netz der landwirtschaftlichen Güterwege allein in Salzburg sind es über 2 500 Kilometer , die in diesem Fall entgeltlos für den Mountainbikebetrieb beziehungsweise -verkehr freigegeben werden. Aufgrund des Güterwegerhaltungsgesetzes leistet auch die öffentliche Hand für die Erhaltung einen Beitrag, und somit wird auch der Bau unterstützt.

Grundsätzlich ist zu sagen, daß dieser Waldbericht eine sehr ausführliche Dokumentation über den Zustand des österreichischen Waldes darstellt. Ich danke all jenen, die mitgeholfen haben, die uns diese Informationsunterlage, diesen Waldbericht, zur Verfügung gestellt und erarbeitet haben. Herzlichen Dank dafür! Wir werden selbstverständlich diesem Waldbericht unsere Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP.)

18.07

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Peter. Bitte.

18.07

Abgeordneter Mag. Helmut Peter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Selbstverständlich schließe ich mich den lobenden Worten meines Vorredners über den Waldbericht an. Er ist erfreulich, es ist gute Arbeit geleistet worden, und es ist wohl kein Fehler, wenn ein bisserl mehr Holz zuwächst, als wir momentan schlagen können. (Abg. Haller: Ich weiß nicht, ob das so eine Freude ist!) Es gibt ohne Zweifel Probleme, nur sind sie Gott sei Dank geringer geworden. Man kann sich natürlich als Oppositionsabgeordneter auch darauf verstehen, prinzipiell immer alles schlecht zu finden. Ich finde das nicht. Es gibt genug zu kritisieren, daher kann man auch etwas loben. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)

Nun komme ich zu einem zweiten Thema. Es handelt sich nicht, wie Sie vielleicht glauben, meine Damen und Herren, um Mountainbiking, nein: Es handelt sich um Geld, so wie immer im Leben. Ich zitiere einige hochrangige Politiker unseres Landes. Landeshauptmannstellvertreter Gasteiger bei einem Gemeindebesuch: Wege sollen für Mountainbiker geöffnet werden, und das habe seiner Meinung nach unentgeltlich zu geschehen. Unser Freund Grabner von den Sozialdemokraten fordert eine Diskussion über Mountainbiker im Nationalrat. Amon von der ÖVP setzt sich auch für eine Freigabe des Mountainbiking ein. Der Gesetzgeber soll das Fahrverbot für Mountainbikes aufheben.

Ich setze fort mit dem ARBÖ. Mir fällt auch noch unser Freund Dr. Puttinger ein, der behauptet, vehementester Gegner der jetzigen Lösung zu sein: 3,70 S pro Meter seien viel zuviel. Außerdem sei es eine Augenauswischerei, so Puttinger, wenn Förderungen vom Tourismus in andere staatliche Organisationen flössen er meint damit die Bundesforste , und so weiter und so fort.

Wir haben also einen Antrag von mir, der heute behandelt wird. Wir haben einen ähnlichen Antrag von den Sozialdemokraten, der im Verfassungsausschuß schlummert, und wir haben noch zwei Petitionen, die für die Freigabe des Mountainbiking auf den genannten Straßen sind. Das sind die Petition 7 und die Petition 9, die meines Wissens im Hohen Haus noch nicht behandelt wurden.


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