Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 104. Sitzung / Seite 43

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zwar in der Analyse, in der Entwicklung von Strategien und in der Sicherung von zivilen und ökologischen Lebensgrundlagen. Ich bin überzeugt davon, daß es Frauen gibt, die gewissermaßen in den Startlöchern stehen und diese Berufschance ergreifen werden. Daß sie das auf der Ebene der Freiwilligkeit tun können und aus diesem Berufsverhältnis, wie aus dem Bundesdienst auch, jederzeit ausscheiden können, das ist  in Richtung FPÖ gemünzt  kein Problem für die Berufsorganisation. Denken Sie nur an die Polizei, dort ist es genauso: Auch Frauen können dort aus einem Bundesdienstverhältnis jederzeit ausscheiden.

Was mir als Bildungspolitikerin auch noch besonders gefällt, ist der Aspekt des lebenslangen Lernens. Frauen, die bereits im Landesverteidigungsministerium arbeiten, können in einer Nachhollaufbahn sozusagen quereinsteigen und sich auf diese Art und Weise noch beruflich verändern. Ich möchte gleichzeitig darauf aufmerksam machen, daß wir die Information darüber entsprechend ankurbeln müssen, weil sich die Interessentinnen bis Ende 1998 melden müssen, um von diesem Angebot Gebrauch machen und danach auf die entsprechende Entlohnung kommen zu können.

Meine Damen und Herren! Maria Rauch-Kallat, Rosemarie Bauer, Edeltraud Gatterer und andere ÖVP-Frauen haben sich als Soldatinnen kurzzeitig im Feld erprobt. Sie haben Erfahrungen gesammelt und darüber sehr ernsthaft und ehrlich berichtet. (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser. )

Bundesminister Fasslabend hat mit der Regierungsvorlage dem Ausschuß, dem Parlament eine Vorlage vorgelegt, die ausführlich diskutiert wurde, die die Möglichkeit zu einer weiteren soliden Entwicklung eröffnet und schließlich zu einem guten Ergebnis geführt hat. Ich bedanke mich dafür. Frauen, die es nützen wollen, haben jetzt die Chance dazu.  Danke. (Beifall bei der ÖVP.)

11.30

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Apfelbeck. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 6 Minuten.  Bitte, Frau Abgeordnete.

11.30

Abgeordnete Ute Apfelbeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir finden heute die Frau im öffentlichen Leben Österreichs überall gleichberechtigt neben dem Mann, nur nicht im österreichischen Bundesheer, zumindest bisher nicht.

Die Eingliederung in das Wirtschaftsleben hat sich deshalb vollzogen, weil unsere Wirtschaft ohne die "Arbeitskraft" Frau ihre Aufgabe nicht erfüllen konnte. Nur das österreichische Bundesheer konnte bisher auf Frauen verzichten.

Wenn wir das Bild der berufstätigen Frau in Beziehung zum Mann bringen, so können wir feststellen, daß die Frau sowohl als Untergebene als auch als Vorgesetzte aufgrund ihrer Leistungen von den Männern voll anerkannt wird. Das österreichische Bundesheer konnte oder wollte aber bis jetzt auf uns Frauen verzichten. Nur dem Umstand, daß es zu wenig männliche Anwärter für das Bundesheer gibt, ist es zu verdanken, daß sich die Tore des Bundesheeres nun auch für Frauen öffnen. Wie öffnen sich aber diese Tore?  Den Frauen wird zum Beispiel die Tätigkeit als Milizangehörige verweigert. Wertvolle Ausbildungszeit und Geld der Steuerzahler gehen dadurch verloren, daher werden wir diesbezüglich einen Abänderungsantrag einbringen.

Wir Freiheitlichen waren schon immer für Frauen beim Bundesheer, so wie wir immer zu unserem Heer gestanden sind! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das kann man nicht von allen Fraktionen hier im Hohen Haus behaupten. Wir Freiheitlichen haben etwa schon zu einem Zeitpunkt Frauen in den Landesverteidigungsausschuß entsandt, als die Frauen von der SPÖ noch über die Sinnhaftigkeit unseres Heeres nachdachten. Meine Fraktion hat zum Beispiel mich als einzige und erste Frau Österreichs auf einen Flugzeugträger entsandt. Ich frage Sie: Wo waren denn damals die Frauen der anderen Parteien?  Sie durften nicht, weil die Männer dort den Vortritt hatten!


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