Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 104. Sitzung / Seite 50

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Es besteht ja keine Dienstverpflichtung in dem Sinne, daß jemand hingehen muß, sondern es ist schlichtweg freiwillig. Einige wählen freiwillig diesen Ausbildungsweg.

Herr Kollege Moser hat gemeint, die Frauen würden beim Heer nur eingeschränkte Akzeptanz haben.  Herr Kollege Moser, fahren Sie nach Visoko, reden Sie dort mit dem Kommandanten Rappaz  das ist jener, der unser SFOR-Kontingent überhat , was er davon hält, eine Ärztin dort im Friedenseinsatz zu haben.

Wissen Sie, was er mir gesagt hat?  Diese Frau ist eine Bereicherung für unsere Mannschaft!  So, bitte, sollten Sie das sehen, aber nicht immer nur abwertend. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Ich meine, Herr Kollege: Die Frauen steigern die Leistungsfähigkeit des Heeres dadurch mit, daß Motivation und Gleichklang innerhalb der Truppe entstehen kann.

Ein Wort noch zum Gesetz für Frauenausbildung beim Heer und zum Schritt in Richtung NATO-Tauglichkeit, von dem Kollegin Kammerlander gesprochen hat. Frau Kollegin Kammerlander, dazu muß ich sagen, daß es jetzt schon Friedenseinsätze auch mit Frauen gibt. Das ist ebenfalls kein Schritt in die NATO, sondern das ist eine sehr wichtige, wesentliche Maßnahme, die Österreich im Rahmen der Möglichkeiten zur Friedensschaffung und Friedenserhaltung setzt.  Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

12.01

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Stoisits. 10 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung.  Bitte.

12.01

Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nachdem ich dieser Debatte gelauscht habe, muß ich sagen: Ich bin ehrlich berührt. Ich bin wirklich berührt, wie viele Kolleginnen und Kollegen  Betonung auf Kollegen  sich hier im Hohen Haus Gedanken über die Gleichberechtigung der Frau machen, über Berufsplanung, über Berufslaufbahnen, über Karrieren und über Benachteiligungen. Ich bin wirklich gerührt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wissen ja: halbe/halbe!)

Es ist wirklich bemerkenswert, mit welcher Verve sich der Herr Bundesminister für Landesverteidigung für Frauen einsetzt. Es ist vor allem deshalb so bemerkenswert, weil er jener Partei des Nationalrates angehört, die den geringsten weiblichen Anteil an Mitgliedern im Hohen Haus hat. Herr Landesverteidigungsminister und ÖAAB-Obmann! Ich weiß nicht, ob Sie auch ein hoher Funktionär in Ihrer Partei sind, nehme es aber an. Ich würde mir im Sinne der Frauen ehrlich wünschen, daß Sie sich mit gleicher Intensität dafür einsetzen, daß Frauen tatsächlich in maßgebliche Positionen gelangen und tatsächlich die entsprechenden Möglichkeiten bekommen. (Beifall bei den Grünen.)

Sehr geehrter Herr Bundesminister! Es ist meine Erfahrung in 39 Jahren als Frau (Unruhe im Saal  Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) sowie in sieben Jahren hier im Nationalrat, daß es tatsächlich so ist: In Gremien, in denen ein hoher Anteil von Frauen mitwirkt, gibt es ein ganz anderes Arbeiten. Das Klima und der Umgang in Gremien, in Institutionen, auf Dienststellen, ja selbst hier im Nationalrat gestaltet sich ganz anders, wenn Frauen sich einschalten. Deshalb, Herr Bundesminister, wäre das für mich das allereinzige Argument, das ich zuließe und das mir auch einsichtig wäre, wenn Sie es vorbrächten: daß es Tatsache ist, daß Frauen auch in Verbänden, Truppenkörpern, Dienststellen und Einheiten des Bundesheeres, wenn sie dort mitwirken, eine bestimmte Art von Entkrampfung, Klimaverbesserung und weniger Aggressivität schaffen. Das ist absolut berechtigt, und das ist genau die Erfahrung, die wir aus dem Einsatz von Frauen in der Polizei, in der Sicherheitsexekutive insgesamt gewonnen haben. Das Aggressionspotential innerhalb dieser Einheiten ist gesunken. Frauen wirken entkrampfend im eigentlichen Sinn.

Herr Bundesminister! Wenn mir aber heute einige Damen, vor allem jedoch einige Herren hier weismachen wollen, daß dieses Gesetz, das jetzt zur Abstimmung steht, tatsächlich etwas mit Karrieren von Frauen zu tun hat, dann, bitte schön, weiß ich nicht, wovon Sie reden und was mir


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