Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 122. Sitzung / Seite 131

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Wir haben dazu in Österreich im Rahmen sehr erfolgreicher Ganztagsschulversuche bereits reichlich Erfahrung sammeln können. Für die betroffenen Eltern bedeutet diese Einrichtung Sicherheit, für ihre Kinder optimale schulische Betreuung. (Beifall bei der SPÖ.) Die Nachfrage ist erwiesenermaßen sehr groß. Ganztagsschulen sind aus pädagogischer Sicht eine effiziente schulische Betreuungsform. Zum einen kann durch den sinnvollen Wechsel zwischen Unterricht und Freizeit die Leistungsfähigkeit der Schüler besser genutzt und im Hinblick auf die Lernanforderungen die Motivation gesteigert werden. Für die Eltern wiederum bedeutet diese Schulform eine effektive Entlastung.

Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir tragen als Politikerinnen und Politiker große Mitverantwortung für die Lebensgestaltung aller Menschen. Wir dürfen die Kinder sowie ihre Eltern nicht im Stich lassen, sondern müssen ihnen die gewünschte Unterstützung zukommen lassen. Daher plädieren wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für eine österreichweite, bedarfsgerechte Ausweitung der Ganztagsschulen. Wo das nicht möglich ist, muß verstärkt die Nachmittagsbetreuung an Schulen angeboten werden. (Beifall bei der SPÖ.) In Wien ist die Situation relativ gut. Weniger gut ist sie aber in den westlichen Bundesländern, dort besteht in dieser Hinsicht besonderer Nachholbedarf.

Vor allem für alleinerziehende Mütter und für Frauen, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, ist dies eine nicht bewältigbare Situation. Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, ist es vielen Eltern aus wirtschaftlichen und persönlichen Gründen nicht möglich, zu Hause zu bleiben und ihre Kinder selbst zu betreuen. Daher ist es umso wichtiger, daß ein breites Spektrum verschiedenster Schulformen und vielfältiger Freizeitbetreuungsmöglichkeiten zur Verfügung steht. (Beifall bei der SPÖ.) Viele verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl würden für die Betroffenen optimale individuelle Entscheidungsfindung bedeuten. Dieser Verantwortung dürfen wir uns nicht entziehen.

Meine Damen und Herren! Ich möchte weiters ein paar grundsätzliche Bemerkungen zum Thema "Ausgliederung der Bundesmuseen" machen. Da die derzeit bestehende Organisationsform als unselbständige Einrichtung des Bundes nicht mehr zeitgemäß ist, wurde eine organisatorische Neuorientierung notwendig. Die angestrebte Ausgliederung in Form von wissenschaftlichen Anstalten öffentlichen Rechts des Bundes ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. (Beifall bei der SPÖ.)

Das Ziel dieser Ausgliederung  mehr Autonomie und Selbständigkeit für die Bundesmuseen zu erreichen  ist vollinhaltlich zu unterstützen. Selbstverständlich ist auch die Verpflichtung zu möglichst zweckmäßiger, wirtschaftlicher und sparsamer Gebarung festzuschreiben.

Meine Damen und Herren! Die rasche Umsetzung wird insbesondere durch den vorgesehenen Stufenplan ermöglicht. Dieser sieht vor, daß die Ausgliederung und die Erlassung der Museumsordnung gleichzeitig erfolgt, jedoch für jede Einrichtung gesondert wahrzunehmen ist. Und das ist sicher sehr sinnvoll. (Beifall bei der SPÖ.) Die vorgesehene vierjährige Planungsphase und Mehrjährigkeit des Budgets ermöglicht eine vorausschauende Planung, die auch internationalen Beispielen entspricht. Es ist auch die Notwendigkeit gegeben, ein Gesamtkonzept aller Museen zu erstellen, ebenso ist eine Koordinierung besonders mit der Wiener Ebene notwendig.

Als besonders positiv und begrüßenswert möchte ich die Zusage von Frau Bundesministerin Gehrer im Budgetausschuß werten, daß das Parlament weiterhin eingebunden sein wird und die Erstellung der Kulturberichte nicht in Frage gestellt ist.  Ich danke ihr dafür. (Beifall bei der SPÖ.)

18.11

Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Motter. Ihr Klub hat noch eine Restredezeit von 9 Minuten.  Bitte.

18.11

Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich darf gleich an die Ausführungen meiner Vorrednerin anschließen: Auch ich möchte mich in aller Kürze mit unseren Bundesmuseen befassen.


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