Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 130. Sitzung / Seite 136

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Ich möchte Ihnen von noch einer Studie berichten, und zwar von der Harvard University, veröffentlicht im "New England Journal of Medicine", der berühmtesten Medizinzeitschrift der Welt. Bei dieser Studie ging es um den Zusammenhang von Leukämie bei Kindern und magnetischen Feldern, also um ein ganz anderes Feld. Das Ergebnis war: Keine Verbindung konnte festgestellt werden.

Der Gutachter schreibt im Editorial: 18 Jahre lang plagen wir uns, ständig wird ein Zusammenhang behauptet, nichts konnte nachgewiesen werden. Dutzende Studien gab es zu Lymphomen, Hirnkrebs, Fehlgeburten, Brustkrebs, psychologische, immunologische Abnormitäten  nichts konnte gefunden werden. Dutzende Kommissionen beschäftigten sich immer wieder damit. Ich glaube  so schließt er , 18 Jahre Wissenschaft haben genügend Beweise geliefert, daß es keinerlei Auswirkungen gibt, und es ist Zeit, diese Verschwendung von wissenschaftlichem Geld zu beenden.

18 Jahre genügen Ihnen nicht? Ich glaube, wir sollten in Österreich den Bürgern Ängste nehmen, statt Ängste zu schüren, und es wäre gut, wenn Sie einmal solch wissenschaftliche Literatur zur Hand nähmen, denn dann kämen wahrscheinlich nicht solche Anfragen, die leider wirklich oberflächlich sind, aber wahrscheinlich war die Oberflächlichkeit sogar bezweckt. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Dr. Gredler. )

17.37

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Haigermoser.  Bitte.

17.37

Abgeordneter Helmut Haigermoser (Freiheitliche): Hohes Haus! Herr Präsident! Gleich vorweg: Wir Freiheitlichen stimmen dieser verlangten Fristsetzung zu, nicht nur deswegen, weil wir selbst einen Antrag eingebracht haben, sondern weil wir der Meinung sind, daß das ein Thema ist, welches die Bevölkerung aus verschiedensten Gründen besorgt macht, und es ist aufgrund des Sendemastenwaldes, der sich jetzt in Landschaftsverschandelung niederschlägt, zweifelsohne eine Diskussion notwendig. Die gesundheitliche Frage ist von mir seriöserweise nicht zu beantworten. Da sollen natürlich die Forscher das Wort haben.

Aber diese Problematik, Herr Kollege Rasinger, mit Studien vom Rednerpult aus wegzudiskutieren, ist, glaube ich, nicht jener Weg, den die Bevölkerung will, sondern sie will eine seriöse Diskussion, und dieser seriösen Diskussion soll ja diese Fristsetzung dienen. Ich meine, das sollten wir uns schon gemeinsam vornehmen: nicht die Diskussionsverweigerung als das oberste Ziel anzusehen, sondern im Auftrag der Bevölkerung entsprechend offensiv vorzugehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Wir haben in unserem Antrag ähnliche Motive. Wir bekennen uns natürlich zu einer modernen Telekommunikation; diese ist für den Wirtschaftsstandort notwendig, et cetera. Diese Dinge liegen ja auf dem Tisch.

Nun aber zu den Ausführungen des Kollegen Parnigoni. Kollege Parnigoni hat gesagt, in Salzburg sei das Ganze kein Problem, das würde in der Bevölkerung nicht diskutiert. Da muß ich schon fragen, mit wem er denn spricht. Herr Kollege Parnigoni, es hat eine diesbezügliche Diskussion im Salzburger Landtag gegeben, Niederschrift vom 23. April 1998, in der sich sämtliche Parteien aufgrund eines Antrages der Bürgerliste zu einem gemeinsamen Weg in einem Antrag bekannt haben. Alle sind an den Bund herangetreten und haben ihn aufgefordert, das Thema, da es Bundessache ist, einer Lösung zuzuführen.

Der Vorsitzende der Bürgermeisterkonferenz, Abgeordneter Mödlhammer, von der ÖVP sagt: Hinsichtlich des Wildwuchses sei es seiner Meinung nach nicht einzusehen, daß drei Betreiber unterschiedliche Sendeanlagen errichten. Die vorhandenen Mastanlagen sollten genützt werden, um die erforderlichen Sendemasten unterzubringen.

Dann wird das Ganze in einem ÖVP-Abänderungsantrag fokussiert, ähnlich, wie heute die Dinge unsererseits und von den Grünen zur Sprache gebracht wurden. Im dritten Punkt dieses An


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