Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 135. Sitzung / Seite 18

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Arbeitslosigkeit große Sorgen bereitet. Mit Ende Juni dieses Jahres waren in Österreich etwas mehr als 3,1 Millionen Menschen unselbständig erwerbstätig. Das ist die höchste Zahl unselbständig Beschäftigter, die wir jemals in Österreich in diesem Monat hatten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

Das ist vielen Menschen kaum bewußt und wird auch viel zuwenig gesagt. Wir haben in Österreich einen Beschäftigtenrekord. Die Zunahme der Zahl der Arbeitsplätze in Österreich betrug damit gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres zirka 26 000. Das bedeutet, daß in Österreich innerhalb eines Jahres Rahmenbedingungen geschaffen wurden, die es ermöglicht haben, 26 000 Menschen zusätzlich Arbeit zu geben. Erfreulich dabei ist, daß über zwei Drittel dieser neuen Arbeitsplätze mit Frauen besetzt sind. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

Die Wirtschaftsforscher erwarten für heuer ein Beschäftigungswachstum von 32 000 neuen Arbeitsplätzen. Obwohl die Zahl der Arbeitsplätze in Österreich steigt, steigt  für viele Menschen, aber auch für manche Fachleute überraschend und unverständlich  auch die Zahl der Arbeitsuchenden. Denn noch stärker als die Zahl neuer Arbeitsplätze wächst das Arbeitskräfteangebot, also die Zahl jener, die auf den Arbeitsmarkt kommen und eine Beschäftigungsmöglichkeit finden wollen. Im Juni waren das etwas über 200 000 Personen; das waren um 8 000 mehr als im Juni des Vorjahres.

Meine Damen und Herren! Dies legitimiert unsere großen Anstrengungen, jene Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, die zu einem Mehr an Beschäftigung führen werden. Bei allen Problemen möchte ich insbesondere darauf hinweisen, daß die jugendpolitischen Maßnahmen des Vorjahres dazu führten, daß wir einen Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Jungen registrieren konnten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

Österreich hat die niedrigste Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Und das halte ich für ganz besonders bemerkenswert und wichtig, denn in der Startphase des Lebens ist es wichtig, durch eine Ausbildungsstelle oder Beschäftigungsmöglichkeit eine materielle, aber auch eine psychische Basis für den Aufbau des Lebens zu haben.

Besonders erfreulich ist schließlich, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß die Wirtschaftsforscher für 1999 erstmals seit 1994 wieder ein Sinken der Arbeitslosigkeit erwarten. Wir können also feststellen, daß sich die Anstrengungen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze gelohnt haben! (Neuerlicher Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

Ich möchte hier aber keinesfalls nur die positiven Seiten darstellen. Selbstverständlich gibt es noch Aufgaben und Herausforderungen, die aufgenommen und gelöst werden müssen. Zum Erfolg werden uns vor allem, wie ich meine, zwei Wege führen: einerseits eine aktive Arbeitsmarktpolitik, durch die wir insbesondere die Qualifikation der Arbeitsuchenden entsprechend der Nachfrage der Wirtschaft fördern. Der Nationale Aktionsplan für Beschäftigung hat dafür eine Reihe von Initiativen vorgesehen, für die auch das nötige zusätzliche Geld bereitgestellt wird.

Der andere Weg ist eine weitere Belebung eines robusten Wachstums der Wirtschaft selbst. Beflügelt durch Exporte und eine sich belebende Inlandsnachfrage klettert bereits heuer die Konjunktur auf ein relativ hohes Niveau. Das Wachstum unserer Wirtschaft betrug im Vorjahr 2,5 Prozent. Es wird heuer voraussichtlich 3 Prozent betragen, und für das kommende Jahr ist ein weiteres Wachstum in der Höhe von 3,2 Prozent prognostiziert.

Das Exportwachstum wird heuer und im kommenden Jahr real etwa 10 Prozent betragen und höher ausfallen als das Importwachstum, wodurch auch die Handels- und die Leistungsbilanz Österreichs deutlich entlastet werden. Die Ausrüstungsinvestitionen wachsen deutlich, und auch im Reiseverkehr ist eine Trendwende feststellbar. Die Inflationsrate wird dank der Stabilitätspolitik weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau bleiben.

Dies, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind auch jene Rahmenbedingungen, die den exakten Vollzug des Budgets 1999, das Sie vor wenigen Wochen hier beschlossen haben, garantieren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)


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