Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 135. Sitzung / Seite 41

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nach immer ein sehr zweifelhaftes, denn ich glaube, daß nur eine starke Wirtschaft, die sich international bewährt, in der Lage ist, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Aber da sind wir anderer Meinung. (Beifall bei der ÖVP.  Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)

Hohes Haus! Die Wirtschaftskammer Österreich hat in diesen Tagen den Bericht "Pro Export" fertiggestellt. Ich darf Ihnen diesen geben  am Ende meiner Rede zunächst einmal dem Wirtschaftsminister und dem Finanzminister; Sie alle werden diesen Exportbericht in Ihren Fächern finden. Da können Sie genau nachlesen, was in den letzten Jahren geschehen ist und wie die Lage der österreichischen Wirtschaft auf den einzelnen Kontinenten, in den Regionen und Ländern ist. (Beifall bei der ÖVP.)

Dieser Bericht beweist jedenfalls die Richtigkeit der Überlegungen hinsichtlich unserer permanenten Aktivitäten im Exportbereich. Er gibt auch einen objektiven Überblick über die Entwicklungen der letzten Jahre aller Kontinente. Er bringt sehr klar zum Ausdruck, daß es nicht genügt, über den Export zu reden, sondern daß man konkrete Maßnahmen setzen muß, damit es zu solchen Leistungen kommt. So werden Sie beispielsweise in diesem Bericht lesen, daß pro Jahr etwa 12 000 Kontaktgespräche geführt werden. Pro Monat bedeutet dies 1 000 Gespräche, die sich, über die ganze Welt verteilt, mit dem Thema Export und der Unterstützung der österreichischen Wirtschaft auf fremden Märkten befassen. (Beifall bei der ÖVP.)

Weiters gibt es 125 Auslandsveranstaltungen, Messen, die von der Wirtschaftskammer gestaltet werden. Pro Monat bedeutet dies jeweils ungefähr zehn Veranstaltungen, bei denen österreichische Unternehmen in kleinerer oder größerer Gruppe auftreten. Das sind die Zahlen, die zum Erfolg führen.

Meine Damen und Herren! Viel ist in diesen Tagen auch von der EU-Osterweiterung die Rede. Ich weiß, daß eine Mehrheit unserer Mitbürger diesen Bestrebungen mehr als skeptisch gegenübersteht. Ich muß aber auch berichten, daß wir gerade in den davon betroffenen Ländern Mittel- und Osteuropas besonders erfolgreich unterwegs waren beziehungsweise sind. Im Vorjahr gingen in diese Länder Mittel- und Osteuropas bereits 17,6 Prozent aller österreichischen Ausfuhren. (Abg. Haigermoser: Das ist ein Beweis dafür, daß wir die EU-Osterweiterung erst in 50 Jahren brauchen!) Das waren im Jahre 1990 nur ungefähr 11 Prozent; das ist also eine kräftige Steigerung. Um mehr als 70 Prozent hat dieser Export zugenommen.

Bedenken Sie bitte, daß es gerade auch die Exportzuwächse in die sogenannten Reformländer Europas waren  also zu unseren "alten Nachbarn", wenn ich so sagen darf , die durch diese Erfolge unseren Sprung in die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion leichter gemacht haben.

Meine Damen und Herren! Ich will auch gar nicht die Schwierigkeiten leugnen, die es dabei gibt, selbstverständlich ist das ein gewaltiges Vorhaben, aber mit gezielter Vorbereitung und mit Unterstützung der davon betroffenen Grenzregionen und natürlich auch mit einem angemessenem Zeitplan werden wir, so glaube ich, diese große Aufgabe durchaus positiv meistern können, und zwar zum Vorteil der österreichischen Wirtschaft und damit der österreichischen Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)

Meine Damen und Herren! Ich habe auch schon gesagt, daß die Exporte ein Garant für Wachstum sind. Deshalb brauchen wir die österreichischen Exportunternehmen neben den Exporthilfen, aber wir brauchen auch  ich sage das sehr deutlich  ein bißchen mehr finanzielle Unterstützung durch den Staat, und zwar vor allem in der Startphase. In Gesprächen, die ich in Klein- und Mittelbetrieben führe, bekomme ich immer zu hören: Wir gehen gerne, aber der erste Schritt ist so schwierig, da brauchen wir ein bißchen Unterstützung!  Diesbezüglich möchte ich meine Gespräche gerne weiterführen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)

Meine Damen und Herren! In diesem Sinne appelliere ich an die Bundesregierung, die Exportbemühungen der österreichischen Unternehmen noch stärker zu unterstützen, um unser wichtigstes Anliegen, nämlich die Schaffung und die Sicherung von Arbeitsplätzen und damit auch die Absicherung unserer sozialen Grundlagen, auch in Zukunft umsetzen zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)

11.01


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