Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 135. Sitzung / Seite 136

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Herr Kostelka! Sie können es gern hören, aber es werden Ihnen Ihre Parteifreunde, die im Sportbereich in Kärnten tätig sind ... (Abg. Dr. Kostelka: Ich brauche es nicht zu hören, der Herr Präsident muß es hören!)

Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter! Entschuldigen Sie, vielleicht können wir uns jetzt wieder ein bißchen beruhigen, ja? Nur nicht gegenseitig aufstacheln! (Rufe: Herr Präsident! Der sagt "Nudler-Partie"!)  Nein, nein, ich habe auch Zwischenrufe gehört, die ich lieber nicht gehört haben will.

Ich bitte jetzt um einen gemäßigten Ton vom Pult aus, und unterlassen Sie die Zwischenrufe. (Ruf bei der SPÖ: Das Wort verrät den Menschen!)

Abgeordneter Reinhart Gaugg (fortsetzend): Wissen Sie, was mich stört? Daß, wenn die FPÖ einen Antrag auf der ... (Ruf bei der SPÖ: Der lebt von der Gunst des Präsidenten!  Abg. Marizzi: Sie können uns doch nicht als "Nudler-Partie" bezeichnen!)

Beruhigt euch doch! Ihr braucht ja nicht so nervös zu sein, wenn wir euch erwischen. Schaut, ihr braucht nur diesem Fristsetzungsantrag, der bis 16. Juli gilt, die Zustimmung zu erteilen, dann könnte ich meinen Redebeitrag abkürzen. Es ist meiner Meinung nach schon entscheidend, ob man einer Bewerbung ernsthaft ins Auge sieht, oder ob man sie nur als Scherz im Hinblick auf die kommenden Wahlauseinandersetzungen in den Bundesländern sieht. (Anhaltende Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)

Weil ja Salzburg und Tirol ... (Abg. Marizzi: Sie können uns doch nicht als "Nudler-Partie" bezeichnen!) Lieber Freund Marizzi, ausnahmsweise sind da deine Kärntner Freunde gemeint, damit wir es eingrenzen, damit die Aufregung nicht so groß ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)

Aber es wurde zugesagt, es würden alle Garantien schon seit Wochen und Monaten vorliegen. Tatsache ist, daß sie erst jetzt vorliegen. Und obwohl sie aus Slowenien, aus Friaul, aus Kärnten, aus Klagenfurt vorliegen, sind Sie nicht bereit dazu, einem Antrag zuzustimmen, der der Bewerbung eine entsprechende Bedeutung gibt. Gemäß Punkt 18 dieser Bewerbung, die spätestens am 1. September dieses Jahres abzugeben ist, sind Garantieerklärungen des Bundes erforderlich, die Haftung dafür zu übernehmen, daß diese Olympischen Spiele durchgeführt werden  Garantien für die Kandidatur, Garantien für die baulichen Maßnahmen und Garantien für Finanzen und so weiter. Und diese Garantieerklärungen fehlen.

All diese Dinge werden von Ihnen dazu benutzt, um ein Gelingen ja nicht zu garantieren. Anscheinend sind Ihnen die Wahlen in Salzburg und Tirol ebenso wichtig wie in Kärnten. Ihr Motto ist daher: Wir brauchen vorher keine Entscheidungen und lassen die Kärntner alleine im Regen stehen.

Die Bewerbung und die Vorbereitung für den Besuch in der Olympiastadt Nagano sprechen Bände: Sion druckte Sonderpostmarken, führte Werbefeldzüge, Turin war durch Agnelli in Nagano vertreten, der sich dort mit allen IOC-Mitgliedern traf.  Was ist mit den Kärntnern gewesen? Die haben nicht einmal Akkreditierungen gehabt, um entsprechend wirken und agieren zu können. Es ist auch zugesagt worden, es werde Sponsoren geben. Man weiß, daß sich die Einnahmen bei Olympischen Spielen zu 34 Prozent aus Sponsorgeldern zusammensetzen. Kärnten war aber bis heute nicht in der Lage, diese nachweisen zu können; also liegt auch da schweres Versagen des Sportreferenten Ausserwinkler vor.

Diese Olympischen Spiele, die mit einem hohen finanziellen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Risiko verbunden sind, werden dilettantisch von jemandem weiterbearbeitet, bei dem sich die SPÖ nicht einmal sicher ist, ob es vernünftig ist, ihn an der Spitze der Partei zu belassen.

Geben wir doch der Jugend, dem Tourismus, den Arbeitnehmern eine ernsthafte Chance, am Aufbau der Olympischen Spiele im Bundesland Kärnten, in der Stadt Klagenfurt, in Friaul und Slowenien, mitzuarbeiten! Sie sind es ja, die immer von der Internationalisierung sprechen, die immer davon sprechen, daß es notwendig ist, länderübergreifende Maßnahmen zu setzen, die


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